Toto Wolff gesteht Fehlverhalten ein: «Sind zu weit gegangen»

SB10

22.12.2021

Toto Wolff
Toto Wolff zeigt Reue nach der Aufregung beim Saisonfinale.
Bild: Getty

In dieser Saison gaben sich Red Bull-Teamchef Christian Horner und sein Mercedes-Pendant Toto Wolff live über Funk mehrmals Saures. Die verunglückte Kommunikation hat nun auch bei Wolff zu einem Umdenken geführt.

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22.12.2021

In der Schlussphase beim Saisonfinale lagen die Nerven blank. Red-Bull-Teamchef Christian Horner bettelte den Rennleiter Michael Masi über Funk an, das Rennen möglichst schnell wieder freizugeben, um seinem Fahrer Max Verstappen noch einen letzten Angriff zu ermöglichen. Sein Mercedes-Pendant Toto Wolff hingegen wollte keine offene Runde mehr fahren, um den Führenden Lewis Hamilton kampflos hinter dem Safety Car ins Ziel zu bringen. 

Wie man weiss, gab Masi im letzten Moment das Rennen doch noch frei. «No, Michael, this is so not right!», kommentierte Wolff verzweifelt über den Funk. Der verzweifelte Satz sorgte bei den Rennsport-Fans zwar einerseits für viel Unterhaltung, andererseits für rote Köpfe  in der Machtzentrale der Formel-1-Organisatoren. Stellvertretend dafür nannte es der langjährige Boss Bernie Ecclestone «ein Desaster».



Formel 1-Sportdirektor Ross Brawn kündigte Massnahmen an: «Wir werden diesen Kontakt im nächsten Jahr unterbinden.» Eigentlich war Wolff ein Anhänger davon, die TV-Zuschauer live an der Show teilhaben zu lassen. «Es hatte den Zweck von Transparenz und Entertainment», meinte der Österreicher gegenüber «motorsport-total». «Es passiert so viel, dass wir den Fans einen kleinen Überblick über die ganzen kleinen Dramen geben wollten.»

Kein Druck mehr auf Rennleiter – Horner bleibt Teamchef

«Das war gut gemeint, aber ich denke, wir sind zu weit gegangen», so sein Fazit. «Ich muss mir da an die eigene Nase fassen, aber Christian (Anm.d.Red; Horner) auch.»

Ihnen sei halt die Möglichkeit gegeben worden, direkt mit dem Rennleiter zu sprechen. Weil alle Beteiligten so hart für die Interessen ihrer Teams gekämpft haben, sei es zu dieser Eskalation gekommen, führt Wolff aus. Dadurch habe man natürlich auch das Leben von Masi erschwert, der sowieso einen schwierigen Posten habe.

Deshalb unterstützt der 49-Jährige den Vorschlag, dass die Teamchefs überhaupt nicht mehr direkt mit dem Rennleiter kommunizieren sollten. Das sollte den Sportdirektoren vorbehalten bleiben. «Aber ich werde noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass die Sportdirektoren den Rennleiter nicht beeinflussen oder Druck ausüben sollten», meint der Mercedes-Teamchef. «Sie sollten Situationen im Rennen aufzeigen, die der Rennleiter vielleicht nicht entdeckt hat, aber sie sollten nicht beeinflussen oder Druck ausüben.»

Zündstoff gibts aber auch zukünftig sicher genug zwischen den beiden dominierenden Teams. So bestätigten die Red-Bull-Racing-Chefs am Mittwoch, dass man den Vertrag von Wolffs Erzrivale Horner bis Ende 2026 verlängert hat.