Olympia-Ticker, Tag 3: Mamié und Djakovic in den Halbfinals ++ Bitteres Aus für Heinzer und Steingruber ++ Judoka Kocher schlecht belohnt 

Redaktion blue

25.7.2021

Tag 3 in Tokio: Heidi Diethelm Gerber bleibt mit der Luftpistole chancenlos, die Olympia-Premiere von Judoka Fabienne Kocher dagegen glückt nach Wunsch, auch wenn der krönene Abschluss nicht gelingt. In unserem Tages-Ticker halten wir dich über die Geschehnisse auf dem Laufenden.

Redaktion blue

25.7.2021

Das Wichtigste in Kürze

  • Judoka Fabienne Kocher geht trotz starker Leistung leer aus
  • Wimbledon-Siegerin Barty scheitert in der Startrunde
  • Max Heinzer scheitert als letzter Schweizer Fechter im Achtelfinal
  • Guila Steingruber verpasst Sprung-Final um 0,05 Punkte
  • Tischtennisspielerin Rachel Moret schafft eine Überraschung
  • Bencic und Golubic starten auch im Doppel mit einem Sieg
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  • Standing Ovation bei Abgang von Tschussowitina (46)

    Die Stadien sind zwar leer, dennoch erhielt Oxana Tschussowitina eine Standing Ovation, als sie ihre zwei Sprünge in der Qualifikation absolviert hatte. Athletinnen, Funktionäre, Freiwillige und Medienschaffende erwiesen der «Grande Dame» des Kunstturnens nach deren Auftritt an ihren achten und letzten Olympischen Spielen die Ehre. Tschussowitina tritt im Alter von 46 Jahren endgültig ab.

    Mit einem mit den Händen geformten Herz und einem «Bye bye» in die Kamera verabschiedete sich die Usbekin von der grossen Bühne. 1992 hatte die Namensgeberin des Sprungs, der die Basis vieler Medaillen von Ariella Kaeslin und Giulia Steingruber war, mit der GUS Olympia-Gold mit dem Team gewonnen, eine weitere Olympia- und zehn WM-Medaillen folgten. Ihr schönster Moment sei aber gewesen, als sie nach der Rückkehr aus Peking 2008 erfahren habe, dass ihr an Leukämie erkrankter Sohn Alisher wieder gesund sei.

  • Steingruber verpasst Sprung-, erreicht aber Mehrkampf-Final

    Giulia Steingruber wird in Tokio nicht um die Olympia-Medaillen am Sprung kämpfen. Im Mehrkampf darf sie im Final am Mittwoch noch einmal ran.

    Steingruber verpasste den Sprung-Final der besten acht um 0,05 Punkte und klassierte sich wie 2012 in London im 9. Rang. Immerhin schaffte die Olympia-Dritte von 2016 als Zweitletzte zum dritten Mal in ihrer Karriere den Einzug in den olympischen Mehrkampf-Final – ein kleines Trostpflaster. In der bereinigten Rangliste der Qualifikation – jede Nation darf nur zwei Finalistinnen stellen – belegte Steingruber den 23. Rang. Den Bodenfinal verfehlte sie klar. Zum Bericht

  • Lisa Mamié und Antonio Djakovic in den Halbfinals

    In den Schwimm-Konkurrenzen kommen erstmals Vertreter der neuen jungen, wilden Schweizer Generation weiter. Antonio Djakovic über 200 m Crawl und Lisa Mamié über 100 m Brust erreichen die Halbfinals.

    Antonio Djakovic kam als 15. weiter. Sein grosses Ziel, den 13 Jahre alten Schweizer Rekord von Dominik Meichtry endlich zu schlagen, verpasste er aber klar. In seinen 1:46,37 Minuten blieb er über eine halbe Sekunde über der Zeit von Meichtry, die dieser an den Sommerspielen 2008 aufgestellt hatte.

    Lisa Mamié verpasste zwar den Schweizer Rekord über 100 m Brust um 16 Hundertstel, qualifizierte sich aber in 1:06,76 Minuten als 13. ebenfalls für die Halbfinals. Mamié gewann an den Europameisterschaften über 200 m Brust Silber. Dass sie nun bereits über die kürzere Distanz ein erstes Mal weiter kam, wird sie für die weiteren Rennen in Tokio zuversichtlich stimmen.

    Nicht auf Touren kam die Schweizer 4x100-m-Crawl-Staffel. Roman Mityukov, Nils Liess, Noè Ponte und Antonio Djakovic. Die Europameisterschafts-Sechsten verpassten den Schweizer Rekord um mehr als eine Sekunde und klassierten sich auf Platz 14. Immerhin schlugen sie die deutsche und die griechische Crawl-Staffel.

  • Estelle Wettstein nicht im Einzelfinal

    Estelle Wettstein schafft es mit der 13-jährigen Oldenburger-Stute West Side Story mit 67,748 Prozentpunkten im GP der Dressurreiter nicht, sich für den Einzelfinal der besten 18 zu qualifizieren.

    Die Vorführungen bei ihrer Olympia-Premiere gelangen Estelle Wettstein zu Beginn gut, die Trab-Lektionen und die Passage waren ausdrucksstark. Doch dann verliefen die Piaffen nicht nach Wunsch und in den Einer-Wechseln schlichen sich Fehler ein. Wettstein blieb damit deutlich unter ihren Erwartungen und dem vorhandenen Potenzial.

    «Natürlich bin ich enttäuscht, wir hätten uns viel mehr erhofft. Über 70 Prozentpunkte ist normalerweise der Standard. Nach den ersten Piaffen musste ich mehr von meinem Pferd verlangen, vielleicht war ich ein bisschen zu hektisch – und schon war der Fehler da», so die 24-jährige Zürcherin. 

  • Fast eine Medaille für Flüchtling

    An den Spielen in Rio de Janeiro holte sie 2016 noch die erste Medaille für eine Athletin aus dem Iran überhaupt, jetzt trat sie fünf Jahre später in Tokio für das Flüchtlingsteam des IOC an: Die in Deutschland lebende Taekwondo-Kämpferin Kimia Alizadeh hat in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm zum Auftakt in der Qualifikation gewonnen - gegen Nahid Kiyani aus dem Iran.

    Fast hätte Alizadeh am Ende sogar das erste Edelmetall für das Flüchtlingsteam geholt - im Bronze-Kampf unterlag sie aber Hatice Ilgun aus der Türkei.

  • Kocher verpasst die Medaille ganz knapp

    Judoka Fabienne Kocher muss sich im kleinen Final gegen Chelsie Giles geschlagen geben und verpasst die Medaille hauchdünn. Der Schweizer ist die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, den Tränen nahe verlässt sie die Matte. Es wäre die erste Medaille einer weiblichen Schweizer Judoka bei Olympia gewesen.

    Im Halbfinal der Gewichtsklasse bis 52 kg unterlag die 28-jährige Zürcher Oberländerin der topgesetzten Französin Amandine Buchard nach nur 16 Sekunden mit Ippon.

    Ihre ersten drei Kämpfe hatte Kocher gewonnen und mit dem Gewinn eines Diploms bereits Geschichte geschrieben, denn dies hatte vor ihr noch keine Schweizer Frau geschafft. Judo ist für die Frauen seit 1992 olympisch, im Mutterland Japan geniesst es eine sehr hohe Beachtung.

    Wurde für den starken Auftritt am Ende schlecht belohnt: Fabienne Kocher.
    Wurde für den starken Auftritt am Ende schlecht belohnt: Fabienne Kocher.
    Bild: Keystone
  • Keine Chance für Beachvolleyball-Duo

    Die Schweizer Beachvolleyballer können zum Auftakt des Olympia-Turniers nicht an den gelungenen Start der Frauen am Samstag anknüpfen. Mirco Gerson und Adrian Heidrich hielten zwar gegen die als Nummer 2 gesetzten Katarer Cherif Younousse/Ahmed Tijan über weite Strecken gut mit, unterlagen aber am Ende klar 17:21, 16:21.

    Die Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde bleiben aber absolut intakt. Ein Sieg am Mittwoch gegen die Amerikaner Tri Bourne/Jake Gibb oder am Freitag gegen die Italiener Adrian Carambula/Enrico Rossi dürfte zum Überstehen der Gruppenphase reichen.

  • Auftakt nach Mass für Matteo Sanz Lanz

    Der Windsurfer Mateo Sanz Lanz zeigt zum Auftakt der olympischen Segelwettkämpfe eine starke Leistung. Der spanisch-schweizerische Doppelbürger eröffnete die Serie mit zwei Laufsiegen. Zweimal gelang dem 27-Jährigen praktisch ein Start-Ziel-Sieg, den ersten Lauf gewann er mit über anderthalb Minuten Vorsprung. Trotz eines 9. Platzes im dritten Lauf ziert er nach dem ersten Regattatag die Spitze der Tabelle.

    Sanz Lanz, der die Bedingungen in Enoshima gut kennt und sich hier 2017 mit der WM-Silbermedaille das wertvollste Resultat seiner Karriere gesichert hatte, konnte die Leichtwindverhältnisse am besten nutzen und verfügte über das grösste Geschwindigkeitspotenzial im Feld. «Das war ein traumhafter Auftakt», freute sich Sanz Lanz zurück im Hafen von Enoshima. «Die beiden ersten Läufe gelangen mir wirklich perfekt, im dritten verpasste ich es, die Winddreher richtig zu antizipieren.»

    Weniger gut verlief der Tag für die Laser Radial Seglerin Maud Jayet. Bei ihrer Olympia-Premiere verpatzte die 25-Jährige den ersten Lauf und landete auf Platz 22. «Ich war vielleicht etwas nervös und ging zu grosse Risiken ein», analysierte sie. Der zweite Lauf gelang dann viel besser und die Genferin erreichte einen starken 7. Platz. Der auffrischende Wind kam ihr entgegen und auch taktisch lief es ihr besser.

  • Österreich jubelt dank Kiesenhofer

    Unglaubliche 6'176 Tage muss Österreich an Olympischen Sommerspielen seit der letzten Goldmedaille warten, damals gewannen die Segler Hagara und Seinacher in Athen 2004 Gold. Dank der Radfahrerin Anna Kiesenhofer ist der Bann nun gebrochen. Mit einer beeindruckenden Leistung triumphiert die in Lausanne lebende und arbeitende Mathematikerin in Tokio solo und sorgt für den ersten Olympiasieg für Österreichs Radsport seit 1896. Hier geht es zum Renn-Bericht.

  • Thomas Koechlin und Naemi Brändle in den Halbfinals

    Zum Auftakt der Wildwasser-Rennen qualifizieren sich Thomas Koechlin im Kanu und Naemi Brändle im Kajak für die Halbfinals. Thomas Koechlin, Gewinner des vorolympischen Tests vor zwei Jahren in Tokios Wildwasserkanal, kam als Zwölfter weiter. Naemi Brändle schaffte es als 24. in die Halbfinals. In Halbfinal und Final entscheidet jeweils ein Lauf übers Weiterkommen und die Medaillen. Koechlin steht am Montag wieder im Einsatz; Brändle am Dienstag.

  • Bencic/Golubic überstehen Startrunde im Doppel 

    Nach dem erfolgreichen Auftakt im Einzel beweisen Belinda Bencic und Viktorija Golubic an den Olympischen Spielen in Tokio auch im Doppel ihre gute Form. Die Schweizerinnen gewannen ihre Startpartie gegen das als Nummer 2 gesetzte einheimische Duo Shuko Aoyama/Ena Shibahara 6:4, 6:7 (5:7), 10:5.

    Bencic/Golubic hatten bei ihrem zweiten Einsatz in Tokio lange alle Vorteile auf ihrer Seite, ehe sie es im zweiten Satz nach drei vergebenen Breakbällen beim Stand von 5:5 noch einmal spannend machten. Nach dem verlorenen Tiebreak (nach 4:3-Führung) liessen sie im Super-Tiebreak aber nichts mehr anbrennen und zogen nach knapp zweieinhalb Stunden in die Achtelfinals ein. Dort treffen sie auf die Spanierinnen Garbiñe Muguruza/Carla Suarez Navarro.

    Vor vier Jahren in Rio gewann die Schweiz mit dem Duo Timea Bacsinszky/Martina Hingis überraschend die Silbermedaille in der Doppel-Konkurrenz und schrieb damit die Erfolgsgeschichte weiter. Seit 2008 kehrte Swiss Tennis immer mit einer Olympia-Medaille nach Hause.

  • Bitteres Aus für Max Heinzer

    Degenfechter Max Heinzer muss den Traum von einer Olympia-Medaille im Einzel-Wettkampf begraben. Der 34-Jährige aus dem Kanton Schwyz unterliegt im Achtelfinal Igor Reislin.

    Der als Nummer 3 gesetzte Ukrainer, in der Runde zuvor schon gegen den Basler Benjamin Steffen siegreich, liess Heinzer mit 15:12 das Nachsehen. 90 Sekunden vor Schluss des neunminütigen Gefechts hatte der Schweizer noch mit 12:9 in Führung gelegen, ehe Reislin viel risikiert und sechs Treffer in Serie setzen konnte. 

  • Masken-Befreiung für ein paar Sekunden

    Aufgrund der Corona-Pandemie sind in Tokio nicht nur keine Zuschauer zugelassen, die Athleten müssen wenn immer möglich auch eine Maske tragen - auch während den Siegerehrungen. Damit aber doch Bilder der strahlenden Gesichter der Medaillengewinner um die Welt gehen können, ist es diesen erlaubt, nach dem Abspielen der Nationalhymne die Maske kurz für die Siegerfotos abzunehmen. Eine der vielen Helferinnen und Helfer im Aquatics Center stoppt die Zeit. Sind die paar wenigen erlaubten Sekunden abgelaufen, hält diese ein A4-Blatt hoch und weddelt mit diesem heftig: Masken wieder auf - sofort.

  • Japaner Horigome gewinnt Skateboard-Premiere

    Der Japaner Yuto Horigome triumphiert bei der olympischen Premiere im Skateboarden. In der Disziplin Street setzte sich der 22-jährige Horigome bei den Spielen in seiner Geburtsstadt Tokio vor dem Brasilianer Kelvin Hoefler und Jagger Eaton aus den USA durch.

    Im Ariake Sports Park mussten die Skateboarder auf einer strassenähnlichen Strecke zwei Läufe à 45 Sekunden absolvieren und fünf Tricks zeigen, die jeweils gesondert bewertet wurden.

    Skateboard ist eine von fünf Sommersportarten, die in Tokio erstmals im olympischen Programm stehen. Schweizer Athletinnen und Athleten haben sich für die vier Medaillenentscheidungen – auch in der Disziplin Park wird pro Geschlecht ein Olympiasieger gekürt – keine für Tokio qualifiziert.

  • Rachel Moret hält sich im Olympia-Turnier

    An ihren ersten Olympischen Spielen steht die Waadtländer Tischtennisspielerin Rachel Moret in der 3. Runde, den Sechzehntelfinals. Mit einer tollen Leistung siegt die 31-Jährige aus Morges als Aussenseiterin gegen die erfahrene, in der Weltrangliste 33 Positionen besser klassierte Ungarin Georgina Pota mit 4:1 Sätzen.

    Rachel Moret ist im K.o.-Tableau in einen schwierigen Bereich eingeteilt. In den Sechzehntelfinals trifft sie auf die topgesetzte Weltnummer 1 Chen Meng aus China, die aktuelle WM-Zweite. War der Sieg gegen die frühere Weltnummer 14 Georgina Pota eine erfreuliche Überraschung, so wäre es eine Sensation, wenn sie die 27-jährige Chinesin ebenfalls bezwingen würde. Nach normalem Ermessen ist es unmöglich.

  • Judoka Fabienne Kocher kämpft um Medaille

    Fabienne Kocher schreibt im Mutterland des Judo Schweizer Olympia-Geschichte. Die Zürcherin kämpft im Limit bis 52 kg um die Medaillen. Nach ihrem dritten Sieg in Folge steht die Olympia-Debütant in den Halbfinals. Dort trifft sie kurz nach 10.00 Uhr Schweizer Zeit auf die Weltranglistenzweite Amandine Buchard aus Frankreich.

    Selbst bei einer Niederlage gegen die Europameisterin, bliebe der 28-jährigen Schweizerin über den Hoffnungslauf noch eine weitere Chance, auf den Gewinn der Bronzemedaille. Es wäre für Kocher der zweite Podestplatz bei einem Grossanlass, nachdem sie im Juni in Budapest die WM-Bronzemedaille gewonnen hat.

    Selbst beim Verpassen einer Olympia-Medaille hat Kocher schon Historisches vollbracht. Bislang war es noch keiner Schweizerin im Judo gelungen, ein Olympia-Diplom zu gewinnen. Das Frauen-Judo ist seit 1992 olympisch.

    Im Viertelfinal schaltete Kocher mit Ippon, der höchsten Wertung, die Ungarin Reka Pupp aus, die zuvor in der Startrunde überraschend die Kosovarin Majlinda Kelmendi, die Olympiasiegerin von Rio 2016, aus dem Wettkampf geworfen hatte.

    Fabienne Kocher entschied das Duell mit Sosorbaram Lkhagvasuren (rechts) für sich.
    Bild: Keystone
  • Sorribes Tormo wirft Wimbledon-Siegerin Barty aus dem Turnier

    Das Frauen-Turnier in Tokio hat seine erste grosse Überraschung. Die Wimbledon-Siegerin und Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty aus Australien unterlag in der 1. Runde überraschend der Spanierin Sara Sorribes Tormo (WTA 48) 4:6, 3:6. Zu klaren Startsiegen kamen die tschechische Wimbledon-Finalistin Karolina Pliskova und Aryna Sabalenka aus Belarus.

  • Drei Schweizer Ruder-Boote noch im Rennen

    Der Schweizer Doppelzweier mit Roman Röösli und Barnabé Delarze erfüllt die Erwartungen und steht in Tokio im A-Final. Im Halbfinal erhält sich das Schweizer Duo die Medaillen-Chance dank dem 3. Rang.

    Für Röösli/Delarze ging es im Halbfinal bald einmal nur noch um die Absicherung des 3. Ranges, der den letzten Platz im A-Final garantiert. Gegen Topfavorit und Laufsieger Niederlande wie auch im Duell mit den zweitklassierten Chinesen blieben die Schweizer im Halbfinal ohne Chance. Röösli/Delarze erreichten das Ziel mit fast sechs Sekunden Rückstand auf die niederländische Siegerzeit und rund drei Sekunden hinter den Chinesen.

    Dagegen machte das russische Duo Ilja Kondratew/Andrej Potapkin Druck auf Röösli/Delarze. Die beiden 27-jährigen Schweizer brachten den 3. Platz jedoch über die Ziellinie. Am Schluss entschieden sieben Zehntel den Kampf um das Ticket für den A-Final zu Gunsten der Schweizer.

    Ebenfalls weiterhin auf Olympia-Medaillen hoffen dürfen der Schweizer Leichtgewichts-Doppelzweier mit Patricia Merz und Frédérique Rol und Skifferin Jeannine Gmelin, die es in die Halbfinals schafften.

    Merz/Rol diktierten im Hoffnungslauf der Leichtgewichts-Doppelzweier das Rennen von Beginn an und gewannen ihren Lauf mit 70 Hundertsteln Vorsprung auf das russische Team und 1,44 Sekunden vor Irland. Die Vorentscheidung im ersten Hoffnungslauf fiel extrem früh. Bereits nach Rennhälfte lagen die Boote der Schweiz, des russischen Teams und Irlands gut zehn Sekunden vor den dahinter folgenden Österreicherinnen.

  • Souveräner Auftritt von Gmelin

    Wenig überraschend befindet sich auch Gmelin im Sea Forest Waterway weiterhin auf Kurs. Die Schweizer Skifferin schaffte es wie erwartet auch in die Halbfinals. Dafür reichte Gmelin im Viertelfinal ein kontrolliertes Rennen.

    Zwar verlor die 31-jährige Zürcherin als Zweite über sieben Sekunden auf die Siegerzeit von Emma Twigg (7:54,96) aus Neuseeland, lief aber nie Gefahr, die Halbfinals zu verpassen. Mit der Iranerin Nazanin Malaei, die es als Dritte ebenfalls noch in die Halbfinals schaffte, distanzierte Gmelin ihre nächste Verfolgerin ebenfalls um über fünf Sekunden.

    Einzig der Schweizer Vierer ohne Steuermann rudert an den Olympischen Spielen in Tokio nach Sonntag bereits nicht mehr um die Medaillen. Im Hoffnungslauf blieben Paul Jacquot, Markus Kessler, Joel Schürch und Andrin Gulich in einem starken Feld chancenlos und wurden Fünfte. Damit kämpft der junge Schweizer Vierer um die Plätze 7 bis 10.

  • Diethelm Gerber mit der Luftpistole nur 28.

    Heidi Diethelm Gerber verpasst mit der Luftpistole über 10 m die Qualifikation für den olympischen Final deutlich. Die Thurgauerin klassierte sich mit 569 Punkten im 28. Rang unter 53 Teilnehmerinnen. Dank einer guten zweiten Wettkampfhälfte zieht sich die 52-jährige Thurgauerin doch noch achtbar aus der Affäre.

    Der Wettkampf war im Prinzip schon nach der ersten von sechs Passen gelaufen, als aus 10 Schuss bloss 91 Zähler resultieren. Nach einer 93er-Wertung im dritten Umgang ging es dann endgültig nur noch um Resultat-Kosmetik.

    Diese gelang der Thurgauerin eindrücklich. Die Zehner-Passen 96, 97 und 97 (trotz einer 8) kamen noch in die Wertung. «Ich bin nicht eine, die einfach aufgibt. Das ist nicht mein Naturell», sagte Heidi Diethelm Gerber. «Den Start habe ich mir natürlich anders vorgestellt. Aber die Luftpistole ist bei mir eine Zitterpartie von A bis Z.»

    Somit bleibt für Heidi Diethelm das Gefühl, dass sie es eigentlich könnte, dass sie auf einen Fehlstart reagieren kann. «Ich nehme aber nichts mit von all dem für die Sportpistole. Ich hake diesen Wettkampf ab, danach beginnt es wieder bei null», sagte die Olympia-Dritte von Rio 2016 mit der Sportpistole. In ihrer Paradedisziplin steht sie am Donnerstag und Freitag im Einsatz.

  • Heinzer darf weiter von Medaille träumen – Steffen und Niggeler out

    Degenfechter Max Heinzer steht im Achtelfinal und darf im Gegensatz zu Benjamin Steffen und Michele Niggeler weiter von einer Olympia-Medaille im Einzel-Wettkampf träumen.

    Max Heinzer besiegte im Sechzehntelfinal den Ukrainer Roman Switschkar 15:11. Mit einem Zwischenspurt vom 2:2 zum 6:2 erarbeitete sich der 34-Jährige aus dem Kanton Schwyz zur Mitte des Gefechts ein gewisses Polster. Der sechs Jahre jüngere Osteuropäer kam danach nie mehr näher als auf einen Treffer Unterschied heran.

    In den Achtelfinals (ab 07.35 MESZ) trifft Heinzer auf Igor Reislin. Der als Nummer 3 gesetzte Ukrainer setzte sich in der Runde zuvor gegen Benjamin Steffen mit 15:11 durch. Der Basler Degenfechter hielt gegen Reislin bis zum 9:9 gut mit, letztlich resultierte allerdings eine 11:15-Niederlage. Der 39-jährige Steffen wird seine Karriere nach dem olympischen Team-Wettkampf beenden.

    Eine Enttäuschung setzte es auch für Michele Niggeler ab. Dieser blieb im 1/32-Final gegen Yeisser Ramirez chancenlos und schied mit 6:15 aus. Der Tessiner ging gegen den Amerikaner zwar 1:0 in Führung, doch nach den ersten drei Minuten Gefecht lag er bereits 1:4 zurück.

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