Granit Xhaka

«Wegrennen kann jeder – ich bin nicht diese Art von Mensch»

29.12.2021

Granit Xhaka ist auf dem Platz nicht immer ein angenehmer Zeitgenosse.
Bild: Getty

Granit Xhaka und Arsenal, das ist eine komplizierte Geschichte. Die Trainer halten grosse Stücke auf ihn und betonen gerne, wie wichtig er fürs Team sei. Bei den Fans hat er dagegen weniger Kredit.

29.12.2021

Seit Sommer 2016 ist Xhaka ein Gunner. Seither hat er 170 Premier-League-Spiele für Arsenal bestritten, 9 Tore erzielt, 16 weitere vorbereitet, 44 Mal den gelben und 4 Mal den roten Karton gesehen. Xhaka ist kein Zauberfussballer, der sich als fleissiger Skorer in die Herzen der Fans spielen kann. Xhaka bringt andere Qualitäten mit, die seine Trainer zu schätzen wissen, die Fans nicht immer.

2019 drohte die Beziehung zwischen Xhaka und den Arsenal-Fans für immer in die Brüche zu gehen. Als der damals 27-Jährige gegen Crystal Palace in der 61. Minute ausgewechselt wird, da decken ihn die Fans mit Pfiffen ein, nicht zum ersten Mal. Zu viel für Xhaka. Er ist im Stolz verletzt, reisst sich die Captain-Binde vom Arm und an der Seitenlinie angekommen, entledigt er sich seines Trikots und verschwindet in der Kabine.

In der Folge ist Xhaka die Captain-Binde los und für viele war klar, dass er den Verein bei nächster Gelegenheit verlassen würde. Bei «The Athletic» erinnert sich Xhaka und meint: «Wegrennen kann jeder. Ich bin nicht diese Art von Mensch.» Auch wenn er damals einige «schwarze Tage und Nächte» erlebt habe, sei er immer überzeugt gewesen: «Ich bin der richtige Mann für diesen Klub.»

Als Xhaka Anfang Dezember, viel früher als erwartet, sein Comeback gab und gegen Everton (1:2) gleich über die volle Distanz spielte, da geriet er wieder ins Visier einiger Nörgler.



Die folgenden vier Liga-Spiele hat Arsenal aber allesamt gewonnen. Xhaka stand immer in der Startelf und konnte durchaus gefallen. «Ich glaube, wir kommen uns Schritt für Schritt immer näher. Ich glaube aber nicht, dass wir noch beste Freunde werden», meint Xhaka auf die Beziehung zu den Arsenal-Fans angesprochen.

Er sei sich bewusst, dass er Fehler gemacht habe und weitere machen werde. «Wir sind nicht perfekt. Aber ich gebe in jedem Training und in jedem Spiel 100 Prozent. Das ist meine Botschaft an die Fans.» Und sollte sich Arsenal für die Champions League qualifizieren, es wäre das erste Mal seit Xhakas Ankunft, so würden ihm sicherlich ganz viele Fan-Herzen entgegenfliegen.

Und sonst gibt es ja immer noch den FC Basel …

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