Das blutende Abfahrer-Herz von Beat Feuz

lbe

5.12.2021

Beat Feuz gehört in der Abfahrt nach wie vor zu den Allerbesten
Beat Feuz gehört in der Abfahrt nach wie vor zu den Allerbesten.
Bild: Keystone

Nach den leisen Enttäuschungen im Super-G gehört Beat Feuz in der Abfahrt von Beaver Creek einmal mehr zu den Schnellsten. Auf dem Weg auf das Podest muss er allerdings eine Schrecksekunde überstehen.

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5.12.2021

Nach rund 40 Fahrsekunden wählt Feuz eine zu direkte Linie und rast auf der «Birds of Prey» in Beaver Creek direkt in ein Tor. Die Fahne reisst er beinahe mit, nur mit Glück und viel Talent kann er sich auf den Beinen halten. Obwohl sich der Schangnauer in dieser Passage wohl einen Grossteil seines Rückstands auf Sieger Kilde einhandelt, steigt er am Ende des Tages hinter Kilde und Mayer als Dritter aufs Podium.



Für Feuz ist es der sechste Podestplatz in Serie in dieser Disziplin. Die beeindruckende Ausbeute rückt für den 34-Jährigen vorübergehend in den Hintergrund. Zu gross ist die Wut über den folgenschweren Patzer. «Es war sinnlos, ein dummer Fehler. Ich will gar nicht wissen, was der kostet», sagt Feuz im SRF-Interview kopfschüttelnd.

«Lass doch einfach einen Meter mehr Platz»

«Ich hatte alles unter Kontrolle und fahre super dort rein, aber plötzlich greift der Ski», schildert der Schangnauer die Schrecksekunde und sagt sich selbst auch gleich, was er hätte besser machen sollen. «Lass doch einfach einen Meter mehr Platz, dann ist das kein Problem.»

So aber ist vor allem der heftige Aufprall problematisch. «Nach diesem Crash wusste ich drei Tore lang nicht, wo ich bin. Es gab eine ziemliche Tasche auf den Kopf», gibt Feuz zu. Der gemachte Fahrfehler schmerzt ihn aber mehr: «Das tut meinem Abfahrer-Herz wirklich weh.»

Wie gut, steht bereits am heutigen Sonntag die zweite Chance an. Zieht Feuz aus dem ersten Rennen die richtigen Schlüsse, muss sich wohl auch der am Samstag überragende Alexander Aamodt Kilde warm anziehen.