Gisin: «Es ist wohl mein emotionalstes Podest, weil mir das noch gefehlt hat»

sda

16.1.2021 - 18:05

Strahlefrau Michelle Gisin: Die Engelbergerin schreibt am Samstag Schweizer Skisport-Geschichte.
Bild: Keystone

Michelle Gisin erklimmt erstmals im Weltcup auch nach einem Riesenslalom das Podest. Damit schreibt die Kombinations-Olympiasiegerin ein weiteres Kapitel Schweizer Ski-Sportgeschichte. 

Kombination, Abfahrt, Super-G und Slalom, in all diesen Disziplinen hat Michelle Gisin schon Top-3-Platzierungen auf oberster Stufe vorzuweisen. Seit Ende Dezember 2019 und Rang 3 im Slalom von Lienz verblieb für die Obwaldnerin einzig noch der Riesenslalom als Disziplin ohne Podest. Schon dreimal scheiterte sie beim Versuch, diese Lücke zu schliessen, als Vierte denkbar knapp, mit Abständen von 2, 17 und 11 Hundertsteln zur jeweils direkt vor ihr platzierten Konkurrentin.



Dieses Podest im Riesenslalom zu erreichen, das sei eines ihrer Hauptziele des Winters, so verriet Gisin vor einigen Wochen einmal. Verriet deshalb, weil sich die 27-Jährige vor der Saison vorgenommen hatte, gegenüber der Öffentlichkeit und den Medien nicht über ihre persönlichen Ziele zu sprechen. Dies als Reaktion auf den Herbst 2019, als Gisin mit ihren grossen Ambitionen nicht hinter dem Berg gehalten hatte, es dann aber in der (Speed-)Saison überwiegend Enttäuschungen abgesetzt hatte.

Den eigenen, unverändert hohen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, diese Zeiten sind jedoch vorbei. Die Kombinations-Olympiasiegerin fährt seit Saisonbeginn gerade in den technischen Disziplinen auf allerhöchstem Niveau, reiht in grosser Regelmässigkeit Podestplatz an Podestplatz. Es mache gerade unheimlich viel Spass, so Gisin. «Ich könnte nicht glücklicher sein, dass ich im Moment so fahren kann, wie ich fahre.»

«Sonja Nef war mein grösstes Vorbild»

Zweieinhalb Wochen nach dem ersten Weltcupsieg im Slalom von Semmering liess Gisin nun auch im Riesenslalom den nächsten Meilenstein folgen. Der 3. Rang auf dem vereisten Hang in Kranjska Gora, wo ansonsten vorwiegend der Männer-Weltcup gastiert, sei ihr bislang «wohl emotionalstes Podest, weil es das letzte ist, das mir noch gefehlt hat», sagte die Allrounderin im SRF-Interview. «Zudem war als kleines Mädchen für mich Sonja Nef mein grösstes Vorbild. Von daher kommt meine Liebe zum Riesenslalom.»



Als sie darauf angesprochen wurde, dass sie nun als einzige Schweizerin neben Vreni Schneider Weltcup-Podestplätze in fünf Disziplinen vorweisen könne, zeigte sich Michelle Gisin ebenfalls emotional: «Vreni ist für mich, ja für uns alle eine Volksheldin mit dem, was sie alles erreicht hat. Nun etwas Kleines davon – für mich aber etwas unglaublich Grosses – auch geschafft zu haben, bedeutet mir unendlich viel. Es ist ein perfekter Tag.»

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