Marc Gisin: «Nach so einem Sturz fragst du dich schon, ob das überhaupt Sinn macht»

10.1.2019 - 08:44, jar

Marc Gisin befindet sich nach seinem schweren Sturz in Gröden auf dem Weg der Besserung.
Bild: Keystone

Rund drei Wochen nach seinem schweren Sturz in Gröden befindet sich Marc Gisin auf dem Weg der Besserung. Ob er eines Tages in den Weltcup-Zirkus zurückkehren wird, steht allerdings noch in den Sternen.

15. Dezember, Abfahrt von Gröden: Marc Gisin kommt nach einem Verschneider kurz vor einem Sprung zu Fall und stürzt bei hohem Tempo auf die bickelharte Piste. Regungslos bleibt der 30-Jährige liegen, muss schliesslich mit der Rega ins Spital geflogen werden. Diagnose: Rippen-, Lungen- und Hüftverletzungen. 

Heute, rund drei Wochen nach dem Unfall, geht es Gisin schon viel besser. In einem Instagram-Post schreibt er: «Am Ende des letzten Jahres wollte das Universum wissen, wie viel mein Körper aushalten kann und wie viele Zähne ich verlieren muss, bis ich in der NHL spielen kann.» Das Lachen hat Gisin wiedergefunden, er beschreibt den einwöchigen Schlaf im künstlichen Koma als «Power-Nap». «Ich denke, ich habe den Test bestanden, denn ich bin immer noch hier und kann immer noch lachen.»

Gisin musste die einfachsten Dinge wie Suppe essen oder aufs WC gehen wieder neu lernen. Dem Engelberger geht es aber «den Umständen entsprechend sehr gut», wie er dem «SRF» sagt. «Die Ärzte sind erstaunt und erfreut, wie schnell es vorwärtsgeht. Aber es gibt noch einige Baustellen und es braucht noch ein bisschen Zeit.» Acht Kilogramm hat er seit dem Unfall verloren. Drei Wochen muss er noch an Krücken gehen, «wegen zwei Brüchen an der Hüfte». 

An den Sturz erinnert sich Gisin überhaupt nicht mehr. Die TV-Bilder hat er aber gesehen. «Was mich am meisten stresst, ist die Ursache des Sturzes. Es gibt keinen ersichtlichen Grund für den Verschneider. Ich weiss nicht, ob es einen blöderen Ort im Weltcup gibt für einen Sturz», sagt er. «Ich habe sehr viel Glück gehabt.»

An ein mögliches Comeback verschwendet Gisin noch keine grosse Gedanken, er wolle nun erstmal wieder ganz gesund werden. Doch er sagt: «Skifahren ist das, was ich am liebsten mache. Aber nach so einem Sturz, auf diese Art und Weise, da fragst du dich schon, ob das überhaupt Sinn macht.» Er habe eigentlich nichts falsch gemacht und sei trotzdem so schwer gestürzt. «Ich hoffe jetzt einfach, schnell wieder auf den Beinen zu sein, dann schauen wir weiter.»

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