Nach Absagen in Wengen und Kitzbühel: Ist auch die Ski-WM in Gefahr?

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15.1.2021

epa04566598 Dominique Gisin of Switzerland in action during the women's Downhill race of the FIS Alpine Skiing World Cup in Cortina d'Ampezzo, Italy, 18 January 2015. EPA/ANDREA SOLERO
In Cortina d'Ampezzo soll vom 8. bis 21. Februar die Ski-WM über die Bühne gehen.
Bild: Keystone

Nach der Absage der Lauberhorn-Rennen droht auch Kitzbühel ein Winter ohne Weltcuprennen. Und die steigenden Corona-Zahlen im Südtirol lassen befürchten, dass auch die Ski-WM im Februar nicht durchgeführt werden kann.

Ab dem 8. Februar soll in Cortina d'Ampezzo die Alpine Ski-WM über die Bühne gehen. Doch nach den Absagen der Lauberhorn-Rennen und deren Ersatz-Slaloms in Kitzbühel scheint es alles andere als sicher, dass die Ski-Cracks in knapp drei Wochen um die Medaillen fahren können.

Denn auch in den Dolomiten ist man nicht sicher vor dem Coronavirus. Cortina liegt in der Provinz Belluno. Da wurden in den letzten sieben Tagen pro 100'000 Einwohner täglich 50 positive Covid-Tests gemeldet – einer der höchsten Werte in Italien. Die Region Venetien gehört mit insgesamt über 290'000 infizierten und fast 8000 Todesfällen zu den Corona-Hotspots im ganzen Land.



Und auch im nahegelegenen Südtirol sorgen die aktuellen Corona-Zahlen nicht für Freudensprünge. Mit 532'000 Einwohnern werden da fast jeden Tag rund 600 Neuansteckungen vermeldet. Das Spital, welches am nächsten von Cortina ist, steht in Toblach auf südtiroler Boden. 

Cortina d'Ampezzo selbst hatte im Spätsommer grosse Probleme mit dem Virus. Mittlerweile hat sich die Lage im Skiort aber stabilisiert. Das Dorf wurde abgeriegelt, die Skilifte und Hotels sind geschlossen. Man tut alles, um die in drei Wochen beginnende WM nicht zu gefährden. Zuschauer werden selbstverständlich keine vor Ort sein. 

«Eine Teilnahme von Fans ist ein zu grosses Risiko in dieser Zeit», schrieb Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora Anfang Woche bei Facebook und ergänzte: «Die Sicherheit der Athleten und der Arbeiter wird aber garantiert.» Medienberichten zufolge sollen die Skifahrer aufgefordert werden, ihren Aufenthalt in Cortina während der WM so kurz wie möglich zu organisieren. 



«Habe noch kein Zimmer reserviert»

Das Corona-Expertengremium der italienischen Regierung gab für die Ausrichtung der Titelkämpfe vom 8. bis 21. Februar zwar grünes Licht. Dennoch ist die Skepsis bei den lokalen Journalisten gross. «Ich habe in Cortina noch kein Zimmer reserviert. Und ich fürchte, dass ich dort im Februar auch kein Zimmer benötige», wird etwa Otto Schöpf, der für die «Dolomiten Post» berichtet, vom «Blick» zitiert. Andreas Vieider, ein anderer Sportredakteur des Blatts, sagt: «Diese WM ist in akuter Gefahr.»

Sportminister Spadafora ist optimistischer. «Die WM wird ein grosses Event, das grösste seit dem Corona-Ausbruch», schrieb er. «Wir werden die Rennen auf jede mögliche Art verfolgen, im Fernsehen oder digital, und mit grösster Leidenschaft.»


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