Papst: Olympia macht Hoffnung auf Frieden im Korea-Konflikt

7.2.2018 - 14:41, dpa/jar

Südkoreas Sportminister Do Jong-hwan (r.) reicht Nordkoreas Sportminister Kim Il Guk (l.) in Pyeongchang die Hand. IOC-Präsident Thomas Bach sieht gespannt zu. 
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Die Olympischen Winterspiele könnten als Friedensbringer im Konflikt zwischen Nord- und Südkorea dienen. Das glaubt nicht nur der Papst, sondern auch Kim Jong Un.

Papst Franziskus hat die Teilnahme von Nordkorea an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang sowie die Kooperation der verfeindeten Nachbarn als Zeichen der Hoffnung gewertet. «Delegationen der beiden Koreas werden zusammen unter einer gemeinsamen Flagge einlaufen und werden als ein Team antreten», sagte das Katholiken-Oberhaupt am Mittwoch bei der Generalaudienz in Rom.

«Das lässt auf eine Welt hoffen, in der die Konflikte friedlich mittels Dialog und gegenseitigem Respekt gelöst werden», sagt der Papst. Die Olympischen Winterspiele, die am Freitag in Südkorea eröffnet werden, sollten ein «ein grosses Fest der Freundschaft und des Sports» sein.

Papst Franziskus erhofft sich von den Olympischen Spielen vor allem eines: Frieden.
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Kim Jong Un schickt Schwester zu Olympia

Nordkorea überrascht mit der Ankündigung, dass die Schwester des Machthabers Kim Jong Un nach Pyeongchang kommt. Kim will die Beziehung zum Süden verbessern. Im Rahmen der Olympischen Winterspiele soll zum ersten Mal ein Mitglied der seit drei Generationen in Nordkorea herrschenden Kim-Familie nach Südkorea kommen.

Nordkorea habe Südkorea davon informiert, dass Kim Yo Jong als Mitglied einer hohen Delegation anreisen werde, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Die Delegation soll am Freitag, wenn die Spiele eröffnet werden, anreisen und bis zum Sonntag bleiben.

Die Ankündigung gilt als Zeichen dafür, dass Kim Jong Un die seit Anfang des Jahres betriebene Annäherung fortsetzen will. Die 30-jährige Schwester trägt den Angaben des Vereinigungsministeriums zufolge den Titel einer Vizedirektorin des Zentralkomitees der Arbeiterpartei. Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap ist sie auch stellvertretende Leiterin der Abteilung für Propaganda und Agitation.

Nicht alle Südkoreaner freuen sich auf den Besuch aus dem Norden. In Donghae wird protestiert.
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Grosser Nordkorea-Aufmarsch in Pyeongchang

Kim Jong Un hatte in seiner Ansprache am Neujahrstag zugesagt, eine Delegation zu den Winterspielen in der östlichen Provinz Gangwon entsenden zu wollen. Bei Gesprächen vereinbarten beide Seiten später, dass auch 22 nordkoreanische Sportler, unter ihnen zwölf Eishockey-Spielerinnen, an den Wettkämpfen teilnehmen. Nach einem 140 Mitglieder umfassenden Orchester schickte Nordkorea am Mittwoch auch eine grosse Jubelgruppe mit mehr als 200 Cheerleadern zu den Olympischen Winterspielen.

Südkoreas Präsident Moon Jae In will die Zusammenarbeit mit Nordkorea für Olympia dazu nutzen, eine dauerhafte Entspannung zu erreichen. Allerdings wird bisher bezweifelt, dass Nordkorea auch an Gesprächen über sein Atom- und Raketenprogramm interessiert ist, das in der Region und von den USA als grosse Bedrohung gesehen wird.

Hier kommen die nordkoreanischen Cheerleader in Pyeongchang an.
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