Nationen-Ranking: Schweizer bauen Vorsprung weiter aus – Janka mit Seitenhieb an Schröcksnadel

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13.2.2020 - 16:51

Das Schweizer Männer-Abfahrtsteam hat in Saalbach viel Grund zur Freude.
Bild: Keystone

Dank einer grandiosen Leistung in der Abfahrt von Saalbach sind die Schweizer Ski-Asse weiter auf Kurs Richtung Triumph in der Nationen-Wertung. Beat Feuz lobt die grosse Leistungssteigerung im Team.

«Nationen-Cup, adé? Schweizer wieder klar besser», titelt die österreichische Zeitung «Krone» und lässt erahnen, dass unsere östlichen Nachbarn langsam aber sicher die Hoffnung verlieren, dass Österreich zum 31. Mal in Folge die Nationen-Wertung gewinnt. Zu gut und konstant präsentieren sich die Schweizer in diesem Winter.

Nach dem herausragenden Abfahrtsresultat in Saalbach, wo sich mit Beat Feuz (2.), Mauro Caviezel (3.), Carlo Janka (4.) und Niels Hintermann (5.) gleich vier Schweizer in den Top 5 – und vor dem besten Österreicher (Vincent Kriechmayr, 6.) – klassieren, wächst der Vorsprung auf den grossen Dominator der letzten Jahre weiter an. 138 Punkte kommen in Saalbach hinzu, damit liegt die Schweiz mit 6'797 Punkten nun bereits 635 Zähler vor Österreich (6'162).



Feuz, der in Saalbach nur sieben Hundertstel auf den deutschen Sieger Thomas Dressen verliert, hat mit seinen sieben Podestplätzen in acht Abfahrten natürlich einen grossen Anteil am Erfolg der Eidgenossen. Für SRF-Experte Marc Berthod ist klar, dass der Berner seinen Teamkollegen den Druck nimmt: «Es gab auch schon Rennen, in denen wir unglaublich froh waren, dass wir Beat in den Reihen haben. Weil hinten dran die Konstanz nicht da war wie heute.»

Die anderen Fahrer können sich an Feuz messen und wissen so, wo sie stehen, meint Berthod: «Es ist also auch ihm zu verdanken, dass die anderen Schweizer immer näher kommen. Jetzt gibt es auch intern immer mehr Duelle.»

Feuz stimmt Berthod zu: «In den letzten Jahren war es wahrscheinlich schon so, dass ich ein bisschen alleine unterwegs war in der Abfahrt. Mauro (Caviezel) war schon da, aber noch kein Podestfahrer. Jetzt ist es gut, dass die anderen auch nach vorne fahren. Das spüre ich auch in den Trainings.» Da sei er manchmal intern noch der Fünftschnellste, wenn er nicht Vollgas gebe, weiss Feuz: «Das hat es in den letzten Jahren nicht gegeben.»

«Wir haben gescherzt, dass wir noch bei Schröcksnadel vorbeischauen»

Carlo Janka, der das Podest in Saalbach nur um 17 Hundertstel verpasst, beschreibt die Schweizer Teamleistung als «Top-Sache». Der Bündner sagt aber auch, dass die Nationen-Wertung für die einzelnen Fahrer eigentlich keine grosse Sache sei, da es die Einzelsportler nicht direkt tangiere. «Wir haben vorhin gescherzt, dass wir noch bei Schröcksnadel (Anm. d. Red.: Präsident des österreichischen Ski-Verbands) vorbeischauen. Aber das war nur ein Scherz. Für uns ist das einfach lustig», so Janka weiter. 

Peter Schröcksnadel hatte sich kürzlich in einem Interview mit Österreichs Hitradio Ö3 kämpferisch gezeigt und gesagt, dass er daran glaube, dass sein Team den Rückstand auf die Schweizer noch aufholen könne: «Wenn ich nicht daran glauben würde, würde ich meinen Posten sofort räumen.»

An der Ski-WM in Are vor einem Jahr hatte der ÖSV-Boss noch zu Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann gesagt: «Wenn der Tag kommt, an dem du mit deinen Schweizern vor uns den Nationencup gewinnst, höre ich sofort auf.» Dass Lehmanns Team bereits in diesem Winter seinen Österreichern den Schneid abkauft, hatte Schröcksnadel so wohl nicht erwartet. Bereits vor einer Woche hatte er zurückgerudert: «Die Schweizer haben mehr Druck als wir».


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