Shiffrin lässt tief blicken: «Ich würde oft am liebsten liegen bleiben»

26.10.2020 - 14:45

Mikaela Shiffrin will nach ihrer Verletzungspause zurück auf die Piste und das Skifahren geniessen.
Bild: Keystone

Mikaela Shiffrin hat den Saisonauftakt in Sölden verletzungsbedingt verpasst. In einem Instagram-Video spricht sie über ihre Comeback-Pläne und die dunklen letzten Monate.

Erst starb Shiffrins Grossmutter, dann verunglückte ihr Vater im Februar tödlich. Shiffrin legte eine Pause ein, und als sie in den Weltcup zurückkehren wollte, da grassierte bereits das Coronavirus und sorgte für den frühzeitigen Saisonabbruch.

In einem auf Instagram veröffentlichten Video sagt sie zurückblickend: «Das waren Wellen, die über mich und meiner Familie einbrachen. Ich hatte das Gefühl, gerade noch genügend Luft zu bekommen, um weiterzuleben. Aber nicht genügend Luft, um wirklich zu atmen.» Sie sei sich bewusst, dass es anderen Menschen noch viel schlimmer ergehe im Moment, doch das ist ein schwacher Trost: «Es fällt mir oft schwer, morgens aufzustehen. Ich würde oft am liebsten liegen bleiben», so die 25-Jährige.

Comeback Ende November?

Wann sie in den Weltcup zurückkehrt, ist derzeit noch nicht ganz klar. Eine Rückenverletzung macht ihr zu schaffen, sie gehe in die Physio und mache Reha-Training. «Der Rücken heilt und ich hoffe, für die Rennen in Levi zurück zu sein.» Im November (21. und 22.) finden dort zwei Slaloms statt. Der Parallel-Riesenslalom am 13. November in Lech Zürs, erstmals seit 26 Jahren findet dort wieder ein Weltcuprennen statt, dürfte demnach noch zu früh kommen.

Ob sie bei ihrem Comeback auch gleich wieder an der Spitze mitmischen wird, das ist fraglich. Denn auf Schnee den Ernstkampf testen, das war seit Juli nicht mehr möglich. «Die aktuelle Situation kotzt mich schon an», gibt Shiffrin denn auch zu. «Ich war so nahe dran. Dann kam die Verletzung. Ich will aber unbedingt zurückkehren.»

Rücktrittsgedanken, wie in manchen Medien berichtet, macht sich Shiffrin nämlich keine: «Ich will meine Karriere nicht wegen einer Familientragödie beenden.» Im Gegenteil. Sie wolle baldmöglichst wieder an den Start gehen «und das Skifahren geniessen». Der Tod ihres Vaters habe einiges in ihrem Leben verändert, so habe sie etwa realisiert, dass es im Leben viel mehr gebe als nur das Skifahren.

Das Interview in voller Länge

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