Als Cilic von Federer ein «Danke an meine Frau» forderte

pat/jar

3.6.2021

Heute kommt es in der zweiten Runde der French Open zu einem Duell mit viel Historie – Roger Federer gegen Marin Cilic. Nicht nur wegen ihrer beiden Finalduelle in Wimbledon und Melbourne ist die Affiche speziell. Federer und Cilic trafen sich einst auf den Malediven zum Tennisspielen – eine besondere Rolle in dieser Geschichte nimmt dabei die Frau des Kroaten ein.

Im Gespräch mit «The Players’ Tribune» plauderte Marin Cilic im Dezember 2018 aus dem Nähkästchen. Dabei erinnerte er sich auch an unvergessliche Ferien mit Roger Federer. Dieser bezwang den Kroaten im Januar 2018 im Australian-Open-Final in einem dramatischen Fünfsätzer.

Vielleicht war es kein Zufall, dass sich die beiden damals im Endspiel gegenüberstanden. Denn rund zwei Monate davor hatten sie schon in den Ferien auf den Malediven miteinander trainiert. Es war eine spontane Sache, völlig zwanglos und ohne Coaches. «Vielleicht half uns ja das Training in den Tropen, hier in den Final zu kommen», witzelte Roger schon nach dem Finaleinzug. Marin Cilic plauderte bei «The Players’ Tribune» schliesslich noch ein paar Details aus und erklärte mit einem sympathischen Dauergrinsen im Gesicht, warum sich Roger bei seiner Frau bedanken sollte.

Roger hatte Glück, dass Kristina Cilic das Okay gab

Kristina spiele selber oft Tennis mit ihren Schwestern und da gehe es heftig zu und her. Vor den Ferien auf den Malediven habe sie ein paarmal verloren. Deshalb habe sie zu ihm gesagt, dass sie jeden Tag mit ihm trainieren wolle und er sie coachen soll, so Cilic. Nach ein paar Tagen habe ihn Roger angerufen und gefragt, ob er ein paar Bälle spielen komme. Nachdem er zugesagt habe, stellte ihn seine Frau zur Rede: «Was soll das? Das ist meine Off-Season, ich muss diese Woche trainieren. Das ist meine Zeit. Ihr habt jetzt Ferien, aber für mich gilt es ernst.»

Kristina, die übrigens alles andere als eine Profispielerin ist, habe ihn dann doch mit Roger spielen lassen. Später sei sie dann aber zum Trainingsplatz gekommen und da habe er mit ihr auch noch eine Einheit absolvieren müssen. Die Session mit Roger sei völlig locker und stressfrei gewesen, die mit seiner Frau knallhart durchgeplant. «Aber meine Frau glücklich zu machen, das ist das Allerwichtigste», erinnerte sich Cilic.



Roger zu Kristina: «Ich wärme Marin nur auf, dann ist er bereit für dich»

Am nächsten Tag habe Federer wieder angerufen und gemeint, dass sie das Ganze wiederholen sollten. Da habe seine Frau zu Roger gemeint: «Deine Karriere neigt sich dem Ende zu, meine hat erst begonnen. Ich muss jetzt trainieren.» Roger habe dann gesagt: «Schau, ich wärme Marin nur auf, dann ist er bereit für dich.» Natürlich war das alles nicht ganz ernst gemeint. Kristina ist wie gesagt keine Profispielerin. Sie hat dafür zwei Master-Abschlüsse in Politikwissenschaften und Psychologie im Sack und spricht neben kroatisch auch fliessend englisch, italienisch und spanisch.

Zwei Monate nach dem Treffen auf den Malediven kam es dann zum grossen Finalduell in Melbourne, wo Federer bekanntlich seinen 20. Grand-Slam-Titel holte. Deshalb meinte Cilic, dass sich Roger bei seiner Frau bedanken sollte. Schliesslich habe sie es zugelassen, dass Roger mit ihm trainieren dürfe. 

Kristina soll übrigens nach ihren Ferien eine Siegesserie hingelegt haben. Für ihren Mann hingegen lief es danach weniger gut, aktuell steht Cilic nur noch auf Platz 47 in der Weltrangliste. Bleibt aus Schweizer Sicht zu hoffen, dass Kristina ihren Marin vor dem French-Open-Duell gegen Federer nicht wieder in Top-Form bringen konnte.

Das Spiel können Sie übrigens ab ca. 16 Uhr im Live-Ticker auf «blue News» mitverfolgen.

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