Pandemie-Versicherung Dank weiser Voraussicht: Wimbledon kassiert Millionen

lbe

8.4.2020

Der All England Lawn Tennis Club hat für Krisenzeiten vorgesorgt.
Der All England Lawn Tennis Club hat für Krisenzeiten vorgesorgt.
Bild: Keystone

Nach den aufgrund der Corona-Krise erzwungenen Absagen von Sportanlässen stehen die Organisatoren vor einem Kampf ums finanzielle Überleben. Diesbezüglich eine Ausnahme dürfte das Traditionsturnier in Wimbledon darstellen.

Seit Wochen sorgt die Ausbreitung des Coronavirus im Sport für Absagen und Verschiebungen – und damit für enorme finanzielle Schäden in allen Bereichen. Die deutsche Bundesliga soll im Worst-Case-Szenario bis zu 750 Millionen Euro verlieren, der englischen Premier League drohen potenzielle Verluste in Milliardenhöhe. Und die Kosten der Verschiebung der Olympischen Spielen schätzen japanische Experten auf bis zu sechs Milliarden Euro.

Auch der Tennissport bleibt nicht verschont. Bis mindestens zum 7. Juni wird auf der ATP- und WTA-Tour nicht gespielt, viele Turniere werden ersatzlos gestrichen. Die Veranstalter der French Open und der US Open beziffern den möglichen Schaden auf je rund 250 Millionen Euro, sollten die beiden Grand Slams in diesem Jahr komplett wegfallen.



Nicht ganz so prekär dagegen scheint die Situationen im Südwesten Londons, obwohl das Traditionsturnier von Wimbledon für diese Saison bereits definitiv abgeblasen ist – erstmals überhaupt seit dem Zweiten Weltkrieg 1945.

Wimbledon überrascht mit Pandemie-Versicherung

In weiser Vorraussicht schloss der All England Club nach der Ausbreitung des SARS-Virus bereits vor 12 Jahren eine Pandemie-Versicherung ab. Diese kostet den Veranstalter gemäss Informationen der «Times» jährlich 1,7 Millionen Euro. Eine Vorsichtsmassnahme, die insbesondere für das Wimbledon-Turnier Sinn macht. Denn an der Church Road herrschen aufgrund der empfindlichen Rasenunterlage eigene Gesetze. Bereits eine Verschiebung um einen Monat brächte weniger Sonnenlicht, aber mehr Taubildung – und auch rechtlich eine verkomplizierte Ausgangslage.

In Zeiten der Corona-Krise bewährt sich die gewählte Strategie. Nach der Absage der diesjährigen Austragung soll jetzt nämlich die Versicherung einspringen – und die Organisatoren mit 114 Millionen Euro entschädigen, wie die «Times» berichtet. Die Summe des erwarteten Schadens dürfte sich halbieren und somit entscheidend entschärfen.

Auf die frohe Botschaft habe der All England Club Solidarität bewiesen und angekündigt, 23 Millionen Euro zu spenden. Sowohl Verbände und Turniere, als auch Spieler, Trainer und Schiedsrichter sollen so unterstützt werden. Eine offizielle Bestätigung seitens der Veranstalter steht allerdings noch aus.

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