«Das war rücksichtsvoll» – Roddick erinnert sich an Federers grossartige Geste

jar

27.6.2019

Andy Roddick scheiterte dreimal im Wimbledon-Final an Roger Federer.
Bild: Getty

Zehn Jahre sind seit dem epischen Wimledon-Final zwischen Roger Federer und Andy Roddick vergangen. Der Verlierer erinnert sich an das legendäre Endspiel und erzählt von einer sehr respektvollen Geste des Schweizers.

5:7, 7:6 (6), 7:6 (5), 3:6, 16:14 – so lautete das Schlussresultat im hochstehenden Wimbledon-Endspiel von 2009. Zugunsten von Federer. Was wäre gewesen, wenn sich der US-Amerikaner im Tiebreak des zweiten Satzes beim Stand von 6:2 nicht zu sicher gewesen wäre und beim letzten von vier Satzbällen den Rückhand-Volley (im Video unten ab 6:15) nicht total vergeigt hätte? Man wird es nie erfahren.

Was uns aber gewährt wird, ist ein Einblick in Roddicks Gefühlswelt. Denn zehn Jahre nach dem epischen Final, dem letzten Grand-Slam-Endspiel seiner Karriere, erinnert sich der 36-Jährige an jenes Spiel, bei welchem Federer seinen 15. Major-Titel holte und Pete Sampras als Rekordhalter ablöste.

«Es war herzzerreissend für mich. Er brach den Rekord und war natürlich überglücklich. Genauso sehr war ich am Boden zerstört», sagt Roddick gegenüber «CNN». Es war nicht der erste Wimbledon-Final, den der Aufschlag-Spezialist gegen Federer verlor. Auch 2004 und 2005 war der Schweizer im Endspiel für Roddick eine Nummer zu gross.

«Wir wollten uns immer gegenseitig besiegen, und oft ging es in unseren Duellen darum, die Weltnummer eins zu werden oder einen grossen Titel zu gewinnen. Offensichtlich bin ich viele, viele Male an Federer gescheitert», so der US-Open-Sieger von 2003 weiter. «Aber es gab immer ein gewisses Mass an Respekt.»



«Das war sehr rücksichtsvoll von ihm»

An eine besondere Geste von Federer erinnert sich der im Jahr 2012 zurückgetretene Roddick noch heute. Nach dem Wimbledon-Final 2009 habe sich der Maestro nämlich trotz Erreichen des Meilensteins von 15 Grand-Slam-Titeln auch um seinen Gegner gekümmert. 

«Die Umkleidekabine des Wimbledon-Siegers ist nicht sehr gross. Wenn dort also viel los ist, sieht man keine Menschen mehr. Aber der Raum wird sehr klein, wenn sich nur zwei Leute darin befinden», erzählt Roddick. Federers Raum sei voll mit Leuten gewesen. Dementsprechend war es laut. «Aus dem Augenwinkel habe ich gesehen, wie er ihnen diese ‹Seid still›-Geste zeigte und auf mich deutete. Also verliessen sie die Kabine und gingen woanders hin. Das war sehr rücksichtsvoll (von ihm).»


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