Federer unter Tränen: «Carter wollte nicht, dass ich mein Talent verschwende»

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7.1.2019 - 15:16

Roger Federer beim Interview mit CNN. Emotional wird der Grand-Slam-Rekordsieger nach der Frage, was sein tödlich verunglückter Trainer heute sagen würde, wenn er wüsste, wie erfolgreich Federer geworden ist (nach ca. zwei Minuten im Video).

Video: CNN

Roger Federer emotional wie selten zuvor: Als der 20-fache Grand-Slam-Sieger in einem Interview mit CNN an seinen verstorbenen Trainer Peter Carter erinnert wird, bricht er in Tränen aus.

Das Interview mit dem US-amerikanischen TV-Sender CNN scheint zunächst einen normalen Lauf zu nehmen: «Ich fühle mich gut», sagt Roger Federer und blickt selbstbewusst auf die neue Saison: «Ich hatte wieder ein gutes Jahr und habe immer noch Freude am Spielen.»

Nächste Woche folgt mit dem Start der Australian Open ein erstes Highlight, der Schweizer geht als Titelverteidiger an den Start. Nach dem Triumph am Hopman Cup in Perth will Federer auch in Melbourne wieder brillieren. «Ich liebe es, in Australien zu spielen. In Melbourne, es gibt so viel, das mich mit dem Ort verbindet», sagt er. «Einige Legenden, die ich bewundere, kommen von hier. Und mit Tony Roche und Peter Carter auch zwei meiner ehemaligen Trainer.»

Federer: «Ich hatte auch immer Glück»

Vor allem mit Peter Carter fühlt sich Federer noch heute sehr verbunden, obschon er vor mehr als 16 Jahren ums Leben kam. Carters Eltern besuchen die Federer-Spiele an den Australian Open noch heute regelmässig. «Peter war eine sehr wichtige Person in meinem Leben. Wenn ich jemandem für meine Technik danken kann, dann ihm», sagt der Schweizer.

Carter starb im Sommer 2002 bei einem Verkehrsunfall während der Flitterwochen in Südafrika. Er konnte Federers grossartige Karriere, die 2003 mit seinem ersten Wimbledon-Titel richtig lanciert wurde, nicht miterleben. Als der 37-Jährige dann von der «CNN»-Reporterin gefragt wird, was Carter wohl gesagt hätte, wenn er seinen Schützling mit 20 Grand-Slam-Titel gesehen hätte, bricht Federer in Tränen aus. «Ich hoffe er wäre stolz gewesen», sagt er (im Video oben nach ca. zwei Minuten). «Ich denke, er wollte nicht, dass ich mein Talent verschwende. Sein Tod war für mich wie ein Weckruf und ich begann wirklich hart zu trainieren.»

Er sei unglaublich glücklich, dass er «zur richtigen Zeit den richtigen Trainer» hatte, sagt Federer. «Natürlich kann man sagen, dass ich all die Entscheidungen getroffen habe. Aber ich hatte immer auch Glück.»

Das Schweizer Davis-Cup-Team im Februar 2002 mit Roger Federer (3. v.r.) und Peter Carter (ganz rechts).
Bild: Getty
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