Federer rechtfertigt sich: «Es war klar, dass alle Experten aus den Löchern kommen»

lbe

11.6.2021

Spricht in Halle über sein Forfait für den French-Open-Achtelfinal: Roger Federer.
Spricht in Halle über sein Forfait für den French-Open-Achtelfinal: Roger Federer.
Bild: Keystone

In der kommenden Woche fällt für Roger Federer der Startschuss zur heiss erwarteten Rasensaison. In Halle blickt der Maestro aber noch einmal auf seinen Rückzug von den French Open zurück.

lbe

11.6.2021

Bereits am vergangenen Sonntag, am Tag des verkündeten Rückzugs von Roland Garros, reist Roger Federer aus Paris ab und legt in der Schweiz für vier Tage eine Pause ein, bevor es mit der ganzen Familie nach Halle geht. Am Donnerstag absolviert der Baselbieter in Deutschland dann eine erste Trainingseinheit auf Rasen, wenn auch nur eingeschränkt. «Noch ohne Bewegungen, weil ich mich noch immer von Paris erhole», betont Federer.

Sein Achtelfinal-Forfait in Paris bringt dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger teils heftige Kritik ein. Aber auch mit einigen Tagen Abstand bereut Federer seinen Entscheid keineswegs. «Es war klar, dass nachher alle Experten aus den Löchern kommen und ihre Meinung dazu abgeben würden», sagt Federer auf die gemischten Reaktionen angesprochen. «Das gehört dazu, sie müssen das machen. Ich bin immer noch total überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.»



Zweifel an seinem vorzeitigen Rückzug habe es praktisch keine gegeben, die genauen Gründe dafür will der Baselbieter allerdings nicht verraten. «Das müssen meine Gegner nicht wissen. Aber in unserem Team war es ein sehr einfacher Entscheid, nicht gegen Berrettini zu spielen.» Es habe bereits vor der Drittrundenpartie gegen den Deutschen Dominik Koepfer Fragezeichen gegeben. «Danach wusste ich insgeheim gleich, dass es sehr schwierig werden würde. Ich weiss, wie mein Körper reagiert und muss auf diesen hören.»

«Ich hoffe, dass ich hier einen Bonus habe»

Zudem habe er jederzeit offen kommunizieren wollen. Federer macht klar: «Ich habe das Gefühl, ich muss mich nicht noch erklären. Ich hoffe, dass ich hier einen gewissen Bonus habe und die Leute mir vertrauen.» Er habe mit den beiden Turnieren auf Sand wichtige Erkenntnisse gesammelt. «Durch die Matches in Genf und Paris weiss ich, wie das Knie reagieren wird und ich kenne meine Möglichkeiten. Ich habe keine Befürchtungen, dass Negatives passieren könnte.»

Dennoch braucht das lädierte Knie in diesen Tagen Sonderbehandlung. «Der Körper hat sich gut erholt, aber das Knie braucht spezielle Betreuung» sagt der 39-Jährige, der zuversichtlich auf das anstehende Saison-Highlight blickt. «Seit Doha ging es nur aufwärts und ich hatte keine Rückschläge. Jetzt beginnt die Saison für mich so richtig.»

In Halle winkt Rekordsieger Federer bereits der 11. Titelgewinn, auch wenn ein Triumph in diesem Jahr einer Überraschung gleich käme. Immerhin kann Federer beim Vorbereitungsturnier noch auf die Unterstützung der Familie zählen – im Gegensatz zu Wimbledon: «Es geht nicht, dass die Familie kommt. Sie müsste fünf Tage in Quarantäne, das wäre zu kompliziert geworden. Die Hoffnungen, dass sie mich begleiten können, waren früh begraben», gesteht Federer. Für sein Lieblingsturnier sei er allerdings bereit, dieses Opfer zu erbringen: «Das ist kein Problem und gehört nun dazu.»

 
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