Federer will die Nummer 1 – aber keine Geschenke

12.2.2018 - 17:34, pat

Roger Federer gibt an der Pressekonferenz in Rotterdam Auskunft.
Bild: Getty Images

Für die meisten Tennisfans ist Roger Federer der grösste Spieler aller Zeiten. In dieser Woche könnte der Basler mit einer Halbfinal-Qualifikation in Rotterdam weitere Rekorde (für die Ewigkeit?) knacken.

Die älteste Nummer 1 der Tennisgeschichte heisst bis dato Andre Agassi – 33 Jahre hatte der Amerikaner damals auf dem Buckel, als er im Juni 2003 zum letzten Mal die Weltranglistenspitze erklomm. Federer ist dreieinhalb Jahre älter. Und er macht keinen Hehl daraus, warum er in der holländischen Hafenstadt antritt: Er will zurück auf den Thron.

«Ich hatte nie damit gerechnet, dass ich das Australian Open nochmals gewinnen würde. Deshalb dachte ich, dass ich meine Chance auf die Nummer 1 vergeben hatte, als ich das Saisonfinal in London nicht gewann», sagt der Schweizer an seiner ersten Pressekonferenz in Holland. Die Weltrangliste hat für ihn zwar an Bedeutung verloren, doch die Faszination ist dennoch geblieben. «Das Ranking interessiert mich nur, wenn ich die Nummer 1 werden kann.» Und das kann er nun!

Diese Rekorde kann Federer brechen

Die Ausgangslage ist für einmal unkompliziert: Erreicht Federer die Halbfinals, so löst er am kommenden Montag den zurzeit verletzten Rafael Nadal an der Spitze der Weltrangliste ab. Er wäre dann nicht nur die älteste Weltnummer 1 aller Zeiten, sondern auch jener Spieler, der es nach der längsten Pause (5 Jahre und 106 Tage) nochmals ganz nach vorne geschafft hätte. Ausserdem könnte er seinen Rekord von 302 Wochen an der Spitze weiter ausbauen.

Die Möglichkeit, die Nummer 1 zu werden, sei vorsichtig ausgedrückt motivierend und aufregend, so Federer. «Ich geniesse diese Situation und versuche mit ganzem Herzen, diese Chance zu packen.»

Die ersten beiden Runden sollten im Normalfall nicht zum Stolperstein werden. Das weiss auch Federer: «Die Viertelfinals scheinen nicht so weit weg, aber momentan darf ich erst davon träumen.» Im Viertelfinal könnte es dann zum Knüller-Duell mit Stan Wawrinka kommen. «Das wäre ein grosser Match, wie ein Grand-Slam-Final. Und falls ich die Nummer 1 werde, will ich nicht, dass es leichtfällt – ich will es auf die harte Tour. Ich weiss, dass es nie einfach ist, dorthin zu gelangen», so Federer.

Zurück zur Startseite

Weitere Artikel