Federer: «Ich gehe nie mit grossen Erwartungen auf den Platz»

sda

3.7.2021 - 05:31

Matthias Stach: «Die nächste Runde wird richtungsweisend»

Matthias Stach: «Die nächste Runde wird richtungsweisend»

Roger Federer hat in Wimbledon relativ souverän die dritte Runde erreicht. Er schlägt den Franzosen Richard Gasquet in drei Sätzen 7:6 (7:1), 6:1, 6:4. In der dritten Runde trifft Federer auf den Briten Cameron Norrie.

01.07.2021

Einen Sieg braucht Roger Federer noch, dann hat er in Wimbledon sein erstes Ziel erreicht. Am Samstag (ca. 16:30 Uhr Schweizer Zeit) will er den Lauf des Briten Cameron Norrie stoppen.

sda

3.7.2021 - 05:31

Roger Federers Erinnerungen an Cameron Norrie sind sehr gut. Die bisher einzige – wenn auch nicht offiziell zählende – Begegnung gewann er Ende Dezember 2018 in Perth beim Hopman Cup 6:1, 6:1. Erstaunlicherweise denkt auch der derart klare Verlierer gerne an diesen Tag zurück. «Es war eine grossartige Erfahrung», schwärmt der 25-jährige Linkshänder auch zweieinhalb Jahre später noch.

Wie in einem Videospiel

Die Halle sei dunkel gewesen, ein Lichtkegel auf Federer gerichtet, als dieser einlief, und er habe gedacht: «Das ist ja wie in einem Videospiel.» Er habe dann nicht mal schlecht gespielt, aber es sei einfach zu schnell gegangen. «Roger war grossartig.» Seither hat Norrie aber grosse Fortschritte gemacht. In diesem Jahr stand er in drei ATP-Finals – zwei auf Sand und zuletzt in Queen's auf Rasen – und ist als Nummer 34 der Welt so gut klassiert wie nie zuvor.

Für einmal könnten die Sympathien auf dem Platz ein wenig geteilt sein. «Ich gehe nie mit grossen Erwartungen auf den Platz», sagt Federer, der in der Regel fast immer und überall der Fanliebling ist. «Ich kenne das ja von mir. Ich bin auch meist für den Aussenseiter.» Wichtig sei vor allem, dass überhaupt Stimmung herrsche, egal ob für ihn oder den Gegner. «Das Schlimmste ist es, wenn die Leute einfach still dasitzen. Aber auf dem Centre Court hier in Wimbledon ist die Atmosphäre immer gut.» Er freue sich über die Fortschritte Norries, fügte aber lachend hinzu: «Jetzt ists aber genug.»



In Südafrika geboren

Viel Englisches hat Norrie eigentlich auch gar nicht an sich. Er ist in Südafrika als Kind eines Schotten und einer Waliserin geboren, im Alter von drei Jahren zog die Familie nach Neuseeland um, wo die Eltern noch immer leben und Cameron das Coronajahr verbrachte. Immerhin wohnt er mittlerweile in Putney, einem Nachbarsviertel von Wimbledon.

Er wird für Federer ein echter Test sein, wenn dieser die zweite Woche erreichen will, sein erklärtes erstes Ziel. Im Achtelfinal am Montag wäre er gegen den Italiener Lorenzo Sonego oder den Australier James Duckworth noch klarer Favorit.

sda