Fünf Siege in zwei Tagen – Lopez ist der «King of Queen's Club»

Luca Betschart

24.6.2019

Feliciano Lopez sahnt beim Rasenturnier im Queen's Club gleich zwei Trophäen ab.
Bild: Getty

Feliciano Lopez heisst die grosse Figur der diesjährigen Fever-Tree Championships in London. Er ist weder im Einzel noch im Doppel zu bezwingen – obwohl er zwischen den Spielen den Court teilweise gar nicht verlassen kann.

Das stressige Programm beginnt für Feliciano Lopez erst am Samstag so richtig. Wegen diverser wetterbedingter Verzögerungen droht dem Spanier eigentlich bereits am Freitag ein Doppeleinsatz im Einzel. Weil Juan Martin Del Potro mit einer gebrochenen Kniescheibe aber Forfait geben muss, bestreitet Lopez «nur» ein Spiel – gegen Milos Raonic gewinnt er nach über zwei Stunden in drei Sätzen.

Rund 24 Stunden später geht es aber erst richtig los. Lopez duelliert sich erneut über die volle Distanz mit seinem 19 Jahre jüngeren Kontrahenten Felix Auger-Aliassime und behält erneut nach über zwei Stunden das bessere Ende für sich. Weil der Spanier aber auch noch mit Andy Murray, der in London sein Comeback gibt, Doppel spielt, geht es für Lopez nahtlos weiter.

Zweieinhalb Spiele am Samstag

Er verlässt nach dem langen Match den Court gar nicht, spielt sich kurz ein und schaltet dann zusammen mit Murray zuerst das Duo Evans/Skupski aus. Immerhin beginnt das am Freitagabend wegen Dunkelheit abgebrochene Spiel nicht bei Null und ist in Kürze vorbei. Gleich im Anschluss scheitert auch das Doppel Kontinen/Peers am britisch-spanischen Team – insgesamt steht Lopez im Doppel nochmals mehr als zwei Stunden auf dem Platz. Erneut muss der Linkshänder den Platz zwischen den beiden Spielen gar nicht verlassen. Er avanciert zum Alleinunterhalter.

Es muss gegen zehn Uhr abends gewesen sein, als der Spanier den Center Court im Queens Club mit drei Siegen im Gepäck und rund vier Stunden Tennis in den Knochen wieder verlässt. Am Sonntag kurz vor drei Uhr steht Lopez bereits wieder auf dem Rasen – und sollte diesen erneut nicht so schnell wieder verlassen.

Nochmals fast fünf Stunden Tennis am Sonntag

Gegen den Franzosen Gilles Simon muss er im Endspiel beinahe drei Stunden ran, bevor er trotz der enormen Belastung mit 37 Jahren seinen siebten ATP-Titel gewinnt. Aber auch nach dem nervenaufreibenden 6:2, 6:7, 7:6 ist nicht Schluss. Immerhin ist die Pause diesmal etwas länger, weil er ja schliesslich noch einen Pokal in die Luft zu stemmen hat.

Nach der Siegerehrung geht es aber rasch weiter. Und obwohl auch der Final der Doppelkonkurrenz über drei Sätze geht, lässt sich Lopez nicht bezwingen und jubelt nach knapp zwei weiteren Stunden auf dem Court über den doppelten Triumph. Selten war ein solcher so hart verdient.

Zurück zur StartseiteZurück zum Sport