Murray kehrt eindrücklich zurück und bestätigt Wimbledon-Teilnahme

lbe

20.6.2019 - 22:02

Erfolgreiches Oldie-Doppel: Andy Murray (re.) und Feliciano Lopez.
Source: Keystone

Knapp ein halbes Jahr nach dem letzten Ernstkampf gibt Andy Murray sein Comeback. Im Doppel mit Feliciano Lopez krönt er die Rückkehr mit einem beachtlichen Erfolg und bestätigt anschliessend seine Teilnahme in Wimbledon.

Noch bevor die neue Saison mit den Australian Open so richtig lanciert wurde, kündigte Andy Murray im Januar dieses Jahres seinen Rücktritt vom Tennissport an. «Ich möchte es bis Wimbledon schaffen und dann aufhören», sagte der Schotte damals. Er sei aber nicht sicher, ob er noch vier oder fünf Monate unter Schmerzen spielen könne. Die Zweifel waren berechtigt.

Nach der Erstrundenniederlage in Melbourne gegen Roberto Bautista-Agut bestritt Murray keine einzige Partie mehr. Stattdessen folgte Ende Januar eine weitere Hüftoperation und der nächste Rückschlag. Wimbledon schien weit weg.

Den Glauben an das Comeback nie verloren

Doch die Operation verfehlte ihre gewünschte Wirkung nicht, Murray fühlte sich sechs Wochen nach dem Eingriff erstmals seit langer Zeit wieder schmerzfrei. «Ich bin jetzt viel glücklicher als in den zwölf Monaten vor der Operation, weil ich keine Schmerzen mehr habe», sagte sich der Schotte damals. Den Glauben an eine Rückkehr auf die Profitour hatte er nicht verloren und die Teilnahme in Wimbledon blieb sein Ziel – allerdings fasste der 32-Jährige ab diesem Moment eher das Doppel ins Auge: «Für das Einzel ist es wohl zu früh.»



Er sollte Recht behalten – seinen Namen wird man im diesjährigen Einzel-Tableaux von Wimbledon vergeblich suchen. Ganz anders sieht es dagegen in der Doppelkonkurrenz aus. Beim Vorbereitungsturnier im Queen's Club gibt er am Donnerstag an der Seite von Feliciano Lopez das lang ersehnte Comeback vor heimischem Publikum – und wie!

Dank einer starken Leistung und Aktionen, die teilweise schon an den alten Andy Murray erinnern, behält er mit Partner Lopez gegen die Kolumbier Cabal und Farah, das erfolgreichste Doppel des Jahres und die Nummer eins der Setzliste, überraschend die Oberhand. Die Fans in London sind begeistert und erheben sich nach dem verwandelten Matchball von ihren Sitzplätzen. 

Wimbledon-Teilnahme mit Herbert

Nach dem geglückten Comeback verrät der Schotte ausserdem, dass er in Wimbledon mit dem Franzosen Pierre-Hugues Herbert antreten wird. Herbert ist ein erfahrener Doppelspezialist und konnte mit Landsmann Nicolas Mahut in der Vergangenheit bereits vier Grand-Slam-Titel einheimsen. Nachdem der Franzose anfänglich wenig Interesse zeigte, änderte in den letzten Wochen seine Meinung: «Ich denke, er hat mit seinem Team gesprochen und dachte, es könnte eine nette Sache sein. So kam es doch zu Stande», erklärt Murray.  

Auf der Suche nach einer Partnerin für die Mixed-Kategorie hatte Murray bis anhin weniger Glück: «Wenn ich fit bin, würde ich gerne spielen. Ich sprach auch schon mit einigen Spielerinnen, wurde bisher aber immer abgelehnt». Gut möglich, dass sich das ab sofort ändern wird. Argumente hat der Schotte mit dem beeindruckenden Comeback jedenfalls geliefert.

lbe

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