Murrays Arroganz, Federers Stichelei und Nadals Regelverstoss – Fognini packt aus

Luca Betschart

19.9.2020 - 08:00

Nimmt in seinem veröffentlichten Buch kein Blatt vor den Mund: Fabio Fognini.
Bild: Getty

In seinem veröffentlichten Buch gewährt der Heisssporn Fabio Fognini interessante Einblicke in seine Gefühlswelt. Ob über Federer, Nadal oder die eigenen Ausraster auf dem Platz – der Italiener hat viel zu erzählen.

Auf dem Tennisplatz gilt Fabio Fognini als unbeherrschter Hitzkopf. Immer wieder fällt der Italiener im Laufe seiner Karriere durch schlechtes Benehmen auf, die ausgeteilten Beleidigungen gehen oft unter die Gürtellinie. Nach 16 Jahren auf der ATP-Tour ermöglicht Fognini seinen Fans nun einen tieferen Einblick – in seine Gefühls- und in die Tenniswelt.

Im neu veröffentlichten Buch «Warning – La mia vita tra le righe» («Warnung – mein Leben zwischen den Zeilen») schreibt der 33-Jährige zum einen über seine diversen Unbeherrschtheiten und das vorbelastete Verhältnis zu den Medien. Zudem gibt er Anekdoten zu Federer, Nadal oder Djokovic preis. Und selbst über die Liebesgeschichte mit Ehefrau Flavia Pennetta verrät Fognini Wissenswertes. Die besten Aussagen:

1
Über die eigenen Ausraster …

«2014 erhielt ich eine der grössten Geldstrafen in Wimbledon für das Zerschlagen eines Schlägers und 2017 die zweitgrösste Geldstrafe der US Open für die Beleidigung einer Schiedsrichterin. Ich bin nicht stolz auf diese Rekorde, ich schäme mich tatsächlich dafür.»

«Einmal war ich nach einer Niederlage in Australien so wütend, dass ich 2'000 Euro extra bezahlt habe, um meinen Flug von Business zu Economy umzubuchen und mit dem ersten verfügbaren Flug abzureisen.»



2
Über Rafael Nadal …

«Es ist schwierig, zu beschreiben, wie Rafa spielt. Aber wenn ich nur ein Wort verwenden dürfte, würde ich grausam sagen. Wie eine Explosion eines Vulkans, die von Disziplin geleitet wird.»

«Nadal spielt jeden Punkt im Training so, als handle es sich um den Matchball bei einem Grand Slam. Tennis ist für ihn ein sehr ernstes Geschäft.»

«Ich traf Nadal beim US Open, er spielte Simulator-Spiele. Ich fragte ihn, ob er mit mir spielen will. Er dachte aber, ich möchte mit ihm trainieren. Das war das erste Mal, dass wir zusammen gespielt haben.»

3
Über Toni Nadals Regelverstoss …

«Nicht viele wissen, dass Toni Nadal während der Spiele wirklich aktiv war. Von seiner Box aus sprach er ständig mit Rafa, gab ihm Tipps, unterstützte ihn. Das ist Coaching. Jeder weiss es, die Schiedsrichter eingeschlossen, aber niemand handelt, weil es Teil des Spiels ist, genau wie das Netz und die Linien.»

4
Über die Liebe zu Ehefrau Flavia Pennetta …

«Das allererste Spiel, das ich 2002 als Profi bestritt, war gegen Florian Allgauer. Allgauer hatte damals eine Freundin: Flavia Pennetta.»

«Ich habe Flavia in Acapulco 2007 getroffen. Es war Liebe auf den ersten Blick für mich, aber es gab so viele Hindernisse. Das Erste: Carlos Moya, ihr damaliger Freund.»

Flavia Pennetta und Fabio Fognini sind seit 2016 verheiratet.
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5
Über das Verhältnis zur Presse …

«Ich hatte immer ein schwieriges Verhältnis zur Presse und ich denke ehrlich, ich bin derjenige, der am meisten die Schuld trägt.»

«Insbesondere für einen Journalisten, der von dem zu leben scheint, was ich sage, beantworte ich keine Fragen mehr. Deshalb habe ich Vergeltung von ihm erwartet – und das ist geschehen.» (Fognini bezieht sich mit grosser Wahrscheinlichkeit auf Journalist Ubaldo Scanagatta.)



6
Über Roger Federer …

«Federer scherzt die ganze Zeit. ‹Wie gut siehst du aus, Fabio? Wenn ich nur so schön wäre wie du›, verspottet er mich jeweils.»

«Ich bin immer wieder überrascht über den Unterschied zwischen Federer im Alltag und Federer auf dem Platz. Er ist ein freundlicher Mann, der gerne mit allen lacht und Spass macht.»

«Von all meinen Niederlagen sind die gegen Roger diejenigen, die ich am wenigsten bedauere. Ich weiss, ich habe jedes Mal alles gegeben, was ich hatte, und ich habe wieder gegen den Besten von allen verloren.»

7
Über Novak Djokovic …

«Die Tatsache, dass Djokovic nicht nur ein Spieler, sondern auch ein Freund ist, macht alles schwieriger. Meine besten Partien mit ihm sind die, die wir im Doppel Seite an Seite gespielt haben.»

«Djokovic wird von vielen als ‹Plastikmann› bezeichnet, weil er sich biegen kann, als wäre er aus Gummi. Er hat den Sieg in seinen Augen und die Entschlossenheit einer Weltnummer 1.»

8
Über Andy Murray …

«Andy Murray war seit jungen Jahren arrogant. Ein Typ, der ständig Lobs, Stoppbälle oder Trickshots spielt, um dich zu verhöhnen.»

«Murray und ich haben uns nie verstanden. Wir sind zwei Hitzköpfe und verlieren ziemlich schnell unsere Coolness. Wenn wir auf dem Platz stehen, verachten wir uns gegenseitig.»

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