Nadal: «Ich habe nie wirklich daran gedacht, Roger einzuholen»

Michaël Bugnon/ lbe

10.6.2019

Rafael Nadal steht nun bei 18 Grand-Slam-Titel und nähert sich dem Rekord von Roger Federer.
Bild: Getty

Rafael Nadal gewinnt am Sonntag zum 12. Mal die French Open und seinen 18. Grand-Slam-Titel. Nach der Partie erklärt der Spanier, was diesen Triumph so speziell macht und spricht über die Jagd auf Federers Rekord.

Es ist bereits nach 21 Uhr, als der frischgebackene French-Open-Champion Rafael Nadal vor die Presse tritt. Soeben hat er in Paris die 23. Einzelpartie in Folge gewonnen und sich dank einem Finalsieg über Dominic Thiem zum 12 Mal den Titel gesichert. Gegen den Österreicher wurde er vor allem in den ersten beiden Sätzen allerdings hart gefordert.



«Der erste Satz begann mit einer enormen Intensität, wir spielten einige grossartige Ballwechsel, aber das konnten wir nicht über die ganze Partie durchhalten. Er hat eine sehr starke Vorhand. Wenn ich in einer guten Position war, ans Netz zu gehen, zögerte ich nicht, das auch zu tun. Ich denke, ich habe diese Situationen sehr gut gemeistert», zeigt sich Nadal mit seiner eigenen Leistung zufrieden.

Dass Gegner Thiem die nötige physische Frische fehlte, weil dieser vier Tage in Folge spielen musste, glaubt Nadal nicht. «Er ist körperlich sehr gut vorbereitet und erst 25 Jahre alt. Ich glaube nicht, dass er heute müde war. Auf jeden Fall kann ich ihnen sagen, dass er viel gelaufen ist», sagt der Spanier lachend.

«Nie daran gedacht, Roger einzuholen»

Der erneute Triumph ist Balsam für die Seele des 33-Jährigen, der in den letzten Monate schwierige Momente überstehen musste. «Ich hatte in den letzten 18 Monaten viele Probleme. Es gab mehrere Rückschläge und ich musste mich einer Fussoperation unterziehen. In diesem Frühling war ich insbesondere in Barcelona und Monte-Carlo mental nicht top. All das macht die letzten Wochen für mich sehr sehr speziell», blickt Nadal zurück.

Der 12. Titel bedeutet sein insgesamt 18. Triumph an einem Major. Nur noch zwei Titel fehlen, um mit Rekordhalter Roger Federer gleichzuziehen. Diese scheinen nun in Reichweite. «Ich habe nie wirklich daran gedacht, Roger einzuholen. Du kannst nicht dein ganzes Leben frustriert sein, weil jemand ein grösseres Haus, einen grösseren Fernseher oder den besseren Garten hat als du. So sehe ich das Leben nicht. Ich versuche bloss, meinen eigenen Weg zu gehen.»

Dennoch analysiert Nadal kurz darauf die neue Ausgangslage. «Wir werden sehen. Sollte ich die Möglichkeit haben, vor Karrierendende weitere Grand Slams zu gewinnen und so Roger näher zu kommen, wäre das unglaublich. Wenn nicht, ist es für mich dennoch unglaublich.»

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