«Was, wenn Federer gekommen wäre?» – Chardy kritisiert Spezialbehandlung für Top-Stars

dpa/jar

11.1.2021 - 19:00

epa08129478 Rafael Nadal of Spain, Serena Williams of the US and Novak Djokovic of Serbia take part in the Rally For Relief at Rod Laver Arena in Melbourne, Australia, 15 January 2020. Sports people and entertainers have come together for the Rally for Relief at Rod Laver Arena in Melbourne to raise money for bushfire relief efforts across Australia. EPA/SCOTT BARBOUR AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT
Müssen vor den Australian Open nicht in Melbourne in Quarantäne: Rafael Nadal, Serena Williams und Novak Djokovic.
Bild: Keysone

Die Top-Stars der Tennis-Branche um Novak Djokovic, Rafael Nadal und Serena Williams verbringen ihre angeordnete Quarantäne vor Beginn der Australian Open nicht wie fast alle anderen Profis in Melbourne. Das sorgt für Unverständnis.

Die Top Drei der Weltrangliste bei Damen und Herren sowie unter anderen Serena Williams werden stattdessen ihre 14-tägige Quarantäne in Adelaide, rund 650 Kilometer westlich von Melbourne, antreten. Dort ist für den 29. Januar auch ein Show-Turnier angesetzt, wie die Veranstalter am Wochenende mitteilten.

Als Teilnehmer stehen neben dem Weltranglisten-Ersten Djokovic, der Nummer zwei Nadal und Serena Williams auch US-Open-Sieger Dominic Thiem sowie Simona Halep und Naomi Osaka fest.



«Was, wenn Federer gekommen wäre?»

Kritik an der Unterbringung in Adelaide äussert der französische Profi Jeremy Chardy. «Diese Entscheidung für die Top Drei kommt aus heiterem Himmel, um es vorsichtig zu formulieren», sagt Chardy der französischen Zeitung «L'Equipe» und führt aus: «Sie werden vom Fitnesscenter profitieren, können dort ihre Übungen machen, ohne dass es zu den fünf Stunden Ausgang täglich zählt. Das ist eigenartig für einen Sport, in dem alle dieselben Voraussetzungen haben sollten.»

Chardy meint, für die Top-Stars der Szene werde es «fast wie ein normales Leben sein. Und sie haben ohnehin schon viele Privilegien». Die Weltnummer 72 scheint ausserdem nicht zu glauben, dass für Roger Federer die gleichen Regeln gegolten hätten wie für ihn, wenn der Schweizer denn nicht seinen Verzicht auf die Australian Open mitgeteilt hätte. «Wenn ich die Nummer 4 wäre, hätte es mich also erwischt. Und was wäre passiert, wenn Roger (ATP 5) nach Melbourne gekommen wäre?»

Allerdings machte vergangene Woche das Gerücht die Runde, dass Roger Federer nicht wie angenommen wegen seinem Knie, sondern wegen der strengen Quarantäne-Regeln aufs erste Grand-Slam-Turnier es Jahres verzichten würde. Während der Quarantäne vor den Aussie Open dürfen die Profis trainieren, ihre Hotels allerdings nur für fünf Stunden am Tag verlassen. Federers Familie, die ihn stets zu den Turnieren begleitet, hätte allerdings für 14 Tage im Zimmer bleiben müssen.



Beschränkte Hotelkapazitäten in Melbourne

Wegen der Coronavirus-Pandemie und der Einreisebestimmungen nach Australien findet derzeit auch die Qualifikation für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres nicht in Melbourne statt, sondern in Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Ende der kommenden Woche werden dann die Spielerinnen und Spieler mit reduzierten Betreuerteams in Melbourne erwartet, um dort die vorgeschriebene Quarantäne anzutreten. Es handelt sich insgesamt um etwa 1'200 Personen. Turnierchef Craig Tiley begründete die Ausnahmeregelungen für die Spitzenspieler in einem Interview des «Tennis Channel» mit beschränkten Hotelkapazitäten in Melbourne. Die Australian Open sollen am 8. Februar in Melbourne beginnen.


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