WTA-Chef droht nach Verschwinden von Peng Shuai mit Rückzug aus China

SDA

19.11.2021 - 07:28

Selbst Novak Djokovic sorgte sich nach seinem Startsieg am Masters in Turin um die 35-jährige Chinesin Peng Shuai
Grosse Sorge: Seit über einer Woche gibt es kein Lebenszeichen mehr von der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai.
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Steve Simon, der CEO der Frauen-Tennistour WTA, zieht einen kompletten Rückzug aus China in Betracht, falls dessen Führung nicht Licht in die Diskussion um das Verschwinden von Peng Shuai bringt.

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19.11.2021 - 07:28

Die 35-jährige Wimbledon-Siegerin im Doppel hatte auf dem chinesischen Netzwerk Weibo Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren chinesischen Vize-Regierungschef Zhang Gaoli geäussert. Ihr Eintrag wurde später gelöscht; Peng tauchte seither nicht mehr in der Öffentlichkeit auf.

In einem Interview mit dem TV-Sender CNN droht Simon nun mit harten Konsequenzen und sogar einem Rückzug der WTA Tour aus China. «Wir sind absolut bereit, unsere Aktivitäten in China zu beenden, mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt», versicherte Steve Simon. «Denn diese Vorwürfe sind wichtiger als das Geschäft.»



Die Echtheit eines Mail von Peng, in dem sie versichert, es gehe ihr gut und dass die Vorwürfe an Zhang falsch seien, zieht Simon infrage und spricht von einer «Inszenierung». «Vielleicht wurde sie gezwungen, es zu schreiben, vielleicht hat es jemand anderer geschrieben, aber so lange wir nicht persönlich mit Peng Shuai sprechen können, bleiben wir sehr beunruhigt.»

China ist in den letzten Jahren zu einem enorm wichtigen Markt für das Tennis, speziell bei den Frauen, geworden. Unter anderem unterschrieb man 2019 einen langjährigen Vertrag für die WTA Finals in Shenzhen mit einem Rekord-Preisgeld von 14 Millionen Dollar. In den letzten beiden Jahren konnte wegen der Pandemie allerdings nicht in China gespielt werden.



Serena Williams: «Bin am Boden zerstört»

Auch US-Tennisstar Serena Williams hat sich den weltweiten Aufrufen zur Aufklärung des Verschwindens von Peng Shuai angeschlossen. «Ich bin am Boden zerstört und schockiert, als ich von den Nachrichten über Peng Shuai gehört habe. Ich hoffe, sie ist sicher und wird so schnell wie möglich gefunden. Dies muss untersucht werden, und wir dürfen nicht schweigen. Ich sende ihr und ihrer Familie in dieser unglaublich schwierigen Zeit Liebe», twitterte die 23-malige Grand-Slam-Siegerin.

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