Mehr Routine

Zverev: «Die Pause ist eher für die Älteren ein Vorteil»

lbe

15.4.2020

Hält die Wachablösung im Männer-Tennis für aufgeschoben: Alexander Zverev.
Bild: Getty

Aufgrund der Coronakrise sind alle ATP-Turniere bis mindestens Mitte Juli gestrichen oder aufgeschoben. Geht es nach Alexander Zverev, spielt die Zwangspause vor allem der alten Garde in die Karten.

Seit Jahren dominieren die «Big Three» die ATP-Tour nach Belieben. Sämtliche der letzten 13 Grand-Slam-Titel gingen auf das Konto von Novak Djokovic, Rafael Nadal oder Roger Federer. Der Letzte, der ihnen an einem Major-Turnier vor der Sonne steht, ist Stan Wawrinka bei den US Open 2016. Die Weltrangliste wird gar seit dem 2. Februar 2004, als Roger Federer erstmals den Tennisthron besteigt, ständig von einem aus diesem Trio angeführt – mit Ausnahme eines 41-wöchigen Unterbruchs Ende 2016, als Andy Murray zwischenzeitlich die Nummer eins ist.

Das Ranking wird sich so schnell auch nicht ändern. Aufgrund der Corona-Krise ist der Spielbetrieb bis auf Weiteres auf Eis gelegt, die French Open mussten verschoben und Wimbledon gar gestrichen werden. Die Weltrangliste wird während der Zwangspause eingefroren, es gibt keine Punkte zu gewinnen und keine zu verlieren. Novak Djokovic und Rafael Nadal, die rund 3'000 Punkte Vorsprung auf die restliche Konkurrenz aufweisen, dürften auch Ende 2021 zuoberst stehen.



Lieber Geisterspiele als keine Spiele

Geht es nach Alexander Zverev, spielt die turnierlose Zeit den Routiniers aber vor allem nach der Pause in die Karten. Der 22-Jährige ist davon überzeugt, dass den «Big Three» der Wiedereinstieg besser gelingen wird als der Konkurrenz – «weil sie mehr Routine haben und genau wissen, was sie tun müssen. Ausserdem sind sie nach der Pause frisch», erklärt sich der Deutsche in der «Sport Bild».

Deshalb hält Zverev die lang ersehnte Wachablösung im Männertennis für aufgeschoben: «Die Pause ist also eher für die Älteren ein Vorteil. Aber ich bin mir sicher: Danach kommt der Wachwechsel.» Als aktuelle Weltnummer sieben gehört Zverev zu den ersten Verfolgern der alten Garde, an den Australian Open im Januar erreicht er erstmals einen Grand-Slam-Halbfinal.

Für eine möglichst rasche Rückkehr zum Turnieralltag würde der Sieger der ATP-Finals 2018 sogar Geisterspiele in Kauf nehmen. «Natürlich spielen wir Tennis für die Fans und Zuschauer im Stadion. Aber am Ende des Tages ist es das Beste, wenn es wieder Live-Sport im Fernsehen gibt. Das ist besser als gar nichts»

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