«Die haben wohl einen tiefen IQ»

Australian Open: «Die haben wohl einen tiefen IQ» – Medvedev beleidigt Fans in Melbourne +++ «Siuuu» oder «Booo»?

Redaktion blue

20.1.2022

Am Montag fiel der Startschuss zum ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne. In unserem Tages-Ticker halten wir dich über die neuesten Entwicklungen bei den Australian Open auf dem Laufenden.

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  • «Siuuu» oder «Booo»?

    Immer wieder sind während der Partie zwischen Medvedev und Kyrgios vermeintliche Buhrufe zu hören. Irritierenderweise auch – oder vor allem – wenn Lokalmatador und Publikumsliebling Kyrgios die Punkte macht.

    Aber sind das tatsächlich Buhrufe? Wohl eher nicht. Aus irgendeinem Grund zelebrieren die Fans in Melbourne an der diesjährigen Ausgabe der Australian Open den weltbekannten Torjubel von Cristiano Ronaldo. Wer dabei auf dem Platz steht, scheint ihnen egal zu sein.

    Der Kampfschrei des Portugiesen, der seine Tore gerne mit einem Sprung und einem lauten «Siuuu» feiert, ist in den sozialen Medien und vor allem auf Tiktok in den letzten Wochen zum Kassenschlager geworden.

    Ronaldo und sein «Siuuu».

    Akustisch ist der kehlige Schrei einem Buhruf unglücklicherweise zum Verwechseln ähnlich. Kein Wunder, dass so etwas zu Irritationen führt. Bereits in den vergangenen Tagen zeigten sich Murray und Kyrgios verwundert. Der Brite dachte zuerst, er würde ausgebuht, bis er den Jubel des Portugiesen erkannte. Auch Kyrgios wendete sich während seiner Zweitrundenpartie gegen Broady verwundert an die Zuschauer: «Jeden verdammten Punkt – siuuu, siuuu, siuuu.»

    Im Duell mit Medvedev waren die Rufe am Donnerstag allgegenwärtig. Der Russe, der davon offenbar noch nichts mitbekommen hatte, beschwert sich im Siegerinterview bei Jim Courier.

    «Es ist nicht einfach, ruhig zu bleiben, wenn man zwischen erstem und zweitem Aufschlag ausgebuht wird», so Medvedev, der vom Publikum sofort mit erneuten «Siuuu»-Rufen konfrontiert wird. Oder sind es dieses Mal tatsächlich Buhrufe? Schwierig zu sagen. Als Courier dem Russen die Relation zum Ronaldo-Torjubel erklären will, eskaliert die Situation komplett.

    Unter tosenden «Siuuu» oder «Buuu»-Rufen stachelt der Weltranglistenzweite die Zuschauer weiter an. «Leute, bitte, ich kann ihn nicht verstehen. Zeigt etwas Respekt vor Jim Courier, der hat hier schonmal gewonnen. Vielen Dank.» Und auch Courier scheint sich plötzlich nicht mehr sicher. «Ich glaube, sie machen den Ronaldo-Jubel. Ich hoffe, ich liege da richtig.»

    Erst als der US-Amerikaner erwähnt, dass Medvedev ja der topgesetzte Spieler bei diesem Turnier sei und der Russe unter tosendem Applaus antwortet, entspannt sich die Situation ein wenig.

  • Medvedev legt nach

    «Siuuu»-Rufe sind dann auch in den Folgepartien zu hören. Währenddessen giesst Medvedev in einem nächsten Interview munter noch mehr Öl ins Feuer. 

    «Ich habe eine Breakchance mit zweitem Aufschlag und die Leute buhen, als hätte ich bereits einen Doppelfehler gemacht», so der 25-Jährige, der offenbar nichts von vermeintlichen «Siuuu»-Rufen wissen will. «Das ist einfach enttäuschend. Es machen es sicherlich nicht alle, aber diejenigen, die es tun, haben wohl einen tiefen IQ.»

    Ob «Siuuu» oder «Buuuh» – eine hitzige Athmosphäre dürfte Medvedev nach diesem Interview bei seinem nächsten Match auf jeden Fall garantiert sein.

  • Kyrgios verliert grossen Kampf gegen Medvedev

    US-Open-Gewinner Daniil Medvedev hat der Atmosphäre bei der Tennis-Show von Nick Kyrgios getrotzt und seine Titelchance bei den Australian Open gewahrt. Der Weltranglisten-Zweite gewann das Zweitrundenspiel gegen den Australier 7:6 (7:1), 6:4, 4:6, 6:2. Kyrgios, bekannt als Provokateur und Entertainer, unterhielt und begeisterte in der Nightsession der rund zur Hälfte gefüllten Rod-Laver-Arena das Publikum und lieferte sich mit Medvedev teilweise spektakuläre Ballwechsel.

    Medvedev, der im September in New York seinen ersten Grand-Slam-Titel feierte, ist wegen des Fehlens des serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic der am höchsten platzierte Spieler bei den Australian Open. Im Kampf um den Achtelfinaleinzug bekommt es der 25-Jährige mit dem Niederländer Botic van de Zandschulp zu tun, der in der ersten Runde den Deutschen Jan-Lennard Struff besiegt hatte.

  • Auch Raducanu gescheitert

    Mit dem Zweitrunden-Scheitern der US-Open-Gewinnerin Emma Raducanu und der Weltranglisten-Dritten Garbiñe Muguruza haben die Australian Open grosse Überraschungen erlebt. Die 19 Jahre alte Raducanu verlor am Donnerstag 4:6, 6:4, 3:6 gegen die Weltranglisten-98. Danka Kovinic aus Montenegro. Ihre US-Open-Final-Gegnerin, Leylah Fernandez aus Kanada, war schon in der ersten Runde ausgeschieden.

  • Murray scheitert an Qualifikanten

    Zwei Tage nach seinem emotionalen Erstrunden-Sieg bei den Australian Open ist der frühere Weltranglisten-Erste Andy Murray bei den Australian Open ausgeschieden. Der 34 Jahre alte Schotte unterlag dem japanischen Qualifikanten Taro Daniel in drei Sätzen 4:6, 4:6, 4:6.

    Am Dienstag hatte Murray den Georgier Nikolos Bassilaschwili in fünf Sätzen und fast vier Stunden niedergerungen. Es war ein emotionales Comeback gewesen, nachdem Murray 2019 wegen anhaltender Hüftprobleme sein Karriereende angekündigt hatte. Nach einem Eingriff war der dreimalige Grand-Slam-Turniersieger und zweimalige Olympiasieger noch einmal zurückgekehrt.

    Bei den Australian Open stand der Schotte fünfmal im Finale, konnte aber nie den Titel gewinnen. Im vergangenen Jahr hatte Murray wegen einer Corona-Infektion in Melbourne gefehlt. Diesmal nahm er dank einer Wildcard teil.

  • Zverev kritisiert: «Wir werden nicht getestet»

    Nachdem am Mittwoch der Franzose Ugo Humbert positiv getestet wurde, geistert in Melbourne auch vermehrt die Angst vor einer Ansteckung herum. Alexander Zverev wird nach seinem Sieg über John Millmann gefragt, ob ihm der Fall Sorgen bereite. Für den Deutschen kommt das aber nicht wirklich überraschend.

    «Es gibt hier viel mehr Fälle als im vergangenen Jahr. Trotzdem dürfen wir zum Essen rausgehen und tun, was wir wollen», sagt Zverev. So sei es nur logisch, dass sich auch Spieler mit dem Virus infizieren. «Ich denke, dass im Moment ein paar Spieler Corona haben, wir werden nicht getestet», sagt der Titelfavorit. «Ich denke, dass wir mehr positive Fälle hätten, wenn man testen würde.»

    Die Spieler sollen offenbar nur täglich einen Selbsttest machen, der allerdings nicht überprüft wird. So gibt sich Zverev, der endlich seinen ersten Grand-Slam-Titel gewinnen will, alle Mühe, sich so gut wie möglich abzuschotten. «Ich möchte die besten Chancen haben, hier gut abzuschneiden.»

    Alexander Zverev glaubt, dass es im Teilnehmerfeld einige Spieler hat, die sich mit Corona infiziert haben.
    Bild: Keystone
  • Heftige Klatsche für Kohlschreiber

    Philipp Kohlschreiber hat bei den Australian Open eine heftige Zweitrunden-Niederlage erlebt und ist als vorletzter deutscher Tennisprofi in der zweiten Runde ausgeschieden. Der 38 Jahre alte Augsburger verlor 1:6, 0:6, 3:6 gegen den Spanier Roberto Bautista Agut und war dabei chancenlos. Bautista Agut ist beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres an Position 15 gesetzt, Kohlschreiber belegt derzeit nur Weltranglistenplatz 134.

    Damit ruhen die deutschen Hoffnungen bei den Australian Open nur noch auf dem Titelaspiranten Alexander Zverev. Der Hamburger trifft am Freitag auf Radu Albot aus Moldau.

  • Sabalenka und die Doppelfehler

    Die als Nummer zwei gesetzte Aryna Sabalenka kam trotz einer Flut von Doppelfehlern eine Runde weiter. Gegen die Chinesin Wang Xinyu leistete sich die Belarussin im ersten Spiel der Partie 6 Doppelfehler, im nächsten Servicegame drei in Serie und über den gesamten Match 19. «Ich bin es gewohnt, ohne meinen Service zu spielen. Das hat mir geholfen zu warten, bis er wieder zurückkommt», erklärte Sabalenka nach dem Dreisatz-Erfolg.

  • Muguruza und Kontaveit gescheitert

    Mit Garbiñe Muguruza und Anett Kontaveit scheitern beim Australian Open in Melbourne die ersten zwei Top-10-Spielerinnen. 

    Muguruza verlor in der 2. Runde mit 3:6, 3:6 bemerkenswert deutlich gegen die Französin Alizé Cornet. Während die bald 32-Jährige aus Nizza zu 14 Breakchancen kam, blieb die Weltranglisten-Dritte selber ohne Breakchance. Cornet bestreitet ihr 60. Grand-Slam-Turnier in Folge, kam aber nie weiter als die Achtelfinals.

    Kontaveit, im letzten November die Finalgegnerin von Muguruza bei den WTA-Finals, verlor weniger überraschend, aber genauso deutlich wie die Spanierin gegen die junge Dänin Clara Tauson.