National Basketball Association

Teleclub Sport

Houston Rockets

From Hero to Zero

Houston, wir haben ein Problem

Nikolaus Herzog

12.12.2018

In der letzten Saison waren die Houston Rockets in der NBA ein Titelanwärter. 3:3 stand es in der Conference Finalserie gegen die übermächtigen Golden State Warriors, als eine Verletzung von Chris Paul die Titelträume der Rockets platzen liess. Die 27 in Folge verfehlten Dreipunkte-Würfe trugen entscheidend zum Ausgang der Serie gegen die Warriors bei.

In der aktuellen Saison läuft es ganz und gar nicht nach Plan für die Texaner. Mit lediglich zwölf Siegen in 26 Spielen und dem vorletzten Rang in der starken Western Conference steuern die Rockets in Richtung Totalblamage. Rechnet man die aktuelle Statistik hoch, so kommen die Rockets rund um Superstar James Harden und den Genfer Clint Capela auf nur 36 Siege in 82 Spielen. Nur zwei Teams in der Geschichte der NBA hatten eine noch schlechtere Bilanz, nachdem sie in der Saison zuvor mindestens 60 Siege einfahren konnten. Doch warum stockt der Antrieb der Rockets?

1

Der Aufbauspieler wird zum Abbauspieler

Chris Paul hat mit einer chronischen Muskelverletzung zu kämpfen, und es scheint, als hätte der Aufbauspieler und die Stütze im Team von Mike D’Antonis seinen Zenit überschritten. In jeder relevanten Statistik hat sich der ehemalige Superstar im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Er wirkt müde und schwächt damit die gesamte Offensive der Texaner.

(Bild: Chris Paul (links) mit James Harden waren in der Vorsaison in geniales Duo)

2

Veränderungen im Kader

Um in der modernen NBA erfolgreich zu sein, braucht es eine perfekte Mischung aus Leistungsträgern und Ergänzungsspielern. Im Sommer mussten die Houston Rockets die Abgänge von Trevor Ariza und Luc Mbah a Moute verkraften. Zwar versetzen beide Spieler bei ihren neuen Arbeitgebern aktuell keine Berge, doch waren sie wichtige Elemente in D’Antonis System.

Sowohl defensiv als auch offensiv hatten sie enormen Einfluss auf das Spiel der Rockets. Mit James Ennis und dem alternden Carmelo Anthony, der nach kurzer Zeit wieder entlassen wurde, setzte man in Houston auf die falschen Pferde. 

(Bild: Carmelo Anthony entpuppte sich als «Missverständnis»)

3

Die grauenhafte «Defense»

Vor allem in der Defensive haben sich die Houston Rockets aufgrund der Abgänge verschlechtert. Sowohl die «Starting Five», also jene fünf Spieler, die beim Start auf dem Platz stehen, als auch die zweite Reihe vermag es nicht, Gegenspieler zu stoppen, die versuchen in die Zone vorzudringen und verschenken so eine Menge Punkte.

Nun würde einem sofort Clint Capela in den Sinn kommen, der aufgrund seiner Position die Zone zu verteidigen hat, doch durch die taktischen Entwicklungen in der NBA warten auch Capelas Gegenspieler an der Drei-Punkte-Linie und vermögen Würfe aus der Distanz zu verwandeln. Damit muss Capela seine Defensivarbeit ausdehnen, kleineren, schnelleren Spielern hinterherjagen und kann unter dem Korb nicht mehr aushelfen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Rockets in allen Defensivstatistiken massive Einbrüche zu verbuchen haben.

(Bild: Clint Capela kann sich in dieser Saison nicht entfalten)


4

Wann greift Daryl Morey ein?

Während die gegnerischen Teams die Rockets in dieser Saison mit ihren eigenen Waffen schlagen, sie mit «Pick & Roll Basketball» und schnellen Abschlüssen regelrecht auseinander nehmen, stellt sich die Frage, wann Generalmanager Daryl Morey den Stecker ziehen und den Transfermarkt auf den Kopf stellen wird.

Hilfe benötigt das Team aus Houston auf jeder Position. Warum sich also nicht mit einem Spieler wie Kevin Love verstärken? Einem grossen und modernen Flügelspieler, der das Spiel breit machen und Clint Capela entlasten könnte und eine Hilfe für James Harden in der Offensive darstellen würde.

Noch hat Daryl Morey Zeit: Das Transferfenster ist noch bis Februar geöffnet und der Statistiknerd in Diensten der Rockets ist immer für eine Überraschung gut.