Verursacherin des Massensturzes an der Tour de France droht ein Jahr Gefängnis

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14.10.2021

An der diesjährigen Tour de France sorgte ein Massensturz für viel Aufregung. Denn ausgelöst wurde er von einer unachtsamen Zuschauerin. Ihr droht deswegen nun eine happige Strafe.

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14.10.2021

Die 31-jährige Französin hielt ein Karton-Schild mit der Aufschrift «Allez Opi-Omi!» in den Händen und streckte ihre Arme zur Unzeit aus: Just in diesem Augenblick, als das Fahrerfeld neben ihr vorbeiraste. Der Deutsche Tony Martin konnte nicht mehr ausweichen und stürzte übel. Es folgte ein Massencrash, rund 50 Fahrer kamen zu Fall und mehrere von ihnen mussten wegen schwerer Verletzungen aus der Tour aussteigen. Unter ihnen der Spanier Marc Soler, der sich Brüche im linken Arm zuzog.

Seit Donnerstag muss sich die Frau nun laut der französischen Zeitung «LeParisien» vor Gericht in Brest verantworten. Ihr werden Gefährdung anderer Personen und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Wird sie verurteilt, drohen ihr eine einjährige Haftstrafe und eine Busse von 15'000 Euro.



Erst vier Tage nach dem Massensturz und während eines Zeugenaufrufs hatte sich die Französin bei der Polizei gestellt, da sie dem Druck der Medien nicht mehr standhalten konnte. Sie hätte «ein Gefühl der Scham und Angst vor den Folgen ihrer Tat» gehabt, sagte Staatsanwalt Camille Miansoni im Juli. «Sie sagte, sie sei verzweifelt über das Medienecho ihrer Dummheit.» Die Französin habe mit ihrem «Omi-Opi-Schild» nur ihre Grosseltern zu grüssen wollen, die grosse Tour-de-France-Fans sind. Ihre Grossmutter ist Deutsche.

Die Organisatoren der Tour de France ASO hatten ihre zunächst angekündigte Klage gegen die Frau zwar zurückgezogen. Die in der Schweiz ansässige internationale Organisation Cyclistes Professionnels Associés (CPA) hielt ihre Beschwerde jedoch aufrecht.