Facebook-Moderatoren geben auf

dj

31.10.2019

Die Facebook-Moderation von unerlaubten Inhalten hat das Unternehmen weitgehend outgesourct.
Keystone

Eine Outsourcing-Firma, die für Facebook die Inhalte-Moderation übernommen hatte, gibt nach Berichten über katastrophale Arbeitsbedingungen auf.

Das Dienstleistungsunternehmen Cognizant zieht sich aus dem Geschäft der Inhalte-Moderation zurück. Als Outsourcing-Spezialist übernahm er für Social-Media-Unternehmen die Moderation von gegen die Regulararien verstossenden Inhalten auf deren Plattformen. 6000 Mitarbeiter weltweit werden ihren Job verlieren, die Tätigkeit passe nicht mehr in die «strategische Vision» des Unternehmens, so Cognizant zu «Reuters».

Cognizant hatte Verträge mit mehreren Social-Media-Unternehmen, am bekanntesten war allerdings seine Zusammenarbeit mit Facebook. Zwei Berichte von «The Verge» in diesem Jahr beschrieben katastrophale Arbeitsbedingungen an Cognizant-Standorten in Arizona und Florida, wo tausende Mitarbeiter zur Moderation von Facebook beschäftigt sind. Es kam zu Todesfällen am Arbeitsplatz, ständigem Drogenkonsum, sexueller Belästigung und weit verbreiteten Posttraumatischen Belastungsstörungen.

Jeden Tag Tod und Elend

Denn ein grosser Teil des Arbeitsalltags von Social-Media-Moderatoren besteht darin, abscheulichste Videos und Fotos anzusehen, von Tierquälerei über sexuellem Missbrauch von Kindern bis hin zu Enthauptungsvideos. Während der Arbeit bekamen die Moderatoren nur geringfügige psychologische Unterstützung, als sie das Unternehmen verliessen gar keine mehr. Stattdessen mussten sie Verschwiegenheitsvereinbarungen unterschreiben.

Der Job von Facebook-Moderatoren wird zum überragenden Teil von Mitarbeitern externer Subunternehmer ausgeführt, mit Löhnen, die weit unter dem liegen, was ein durchschnittlicher Facebook-Mitarbeiter verdient. Bei einer Kongressanhörung wurde Facebook-CEO Mark Zuckerberg letzte Woche gefragt, ob er auch selbst den harten Job eines Moderators machen würde. Er hielt das für keine gute Idee.

Cognizant mache nur einen kleinen Anteil der weltweiten Moderation von Facebook-Inhalten aus, so der Tech-Gigant nun. Man werde die Moderatorenzahl bei anderen Subunternehmern erhöhen, damit Facebook weiterhin «sicher für die Menschen» bleibe.

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