Gericht verurteilt EA wegen Glücksspiel in «FIFA»

Martin Abgottspon

3.11.2020

In «FIFA» stellt man sich seine Traum-Elf mit Spielern aus Kartenpacks zusammen.
In «FIFA» stellt man sich seine Traum-Elf mit Spielern aus Kartenpacks zusammen.
Electronic Arts

Ein Gericht in Den Haag wies den Einspruch von EA gegen die niederländische Glücksspielbehörde zurück. Demnach gelten Lootboxen nun auch in den Niederlanden als Glücksspiel.

Diskussionen rund um Lootboxen in Videospielen kommen in den letzten Jahren immer wieder auf. Gegen echtes Geld können Spieler in den unterschiedlichsten Spielen wie «Fortnite», «Hearthstone» oder auch «FIFA» Kartenpackungen kaufen, die sie mit zufallsbasierten Ingame-Inhalten belohnen.



Im Fall von «FIFA» kauft man so Kartenpackungen, die unterschiedliche Fussballer enthalten, mit welchen man seine Traum-Mannschaft zusammenstellt. Mit diesem Team tritt man dann online gegen andere Spieler an. Wer hier einen absoluten Weltklasse-Fussballer erwischen will, braucht in der Regel sehr viel Glück. Oder man hilft mit echtem Geld nach.

Es drohen 10 Millionen Euro Busse

Aus diesem Grund hat die niederländische Glücksspielbehörde «FIFA» als illegales Online-Glücksspiel eingestuft. Den Entscheid begründet die Behörde weiter damit, dass man die erworbenen Spieler auch für eine Ingame-Währung an Dritte weiterverkaufen kann. EA hat gegen diese Einstufung Einspruch eingelegt, der nun aber von einem Gericht in Den Haag zurückgewiesen wurde.



Gemäss dem Urteil muss EA nun innert drei Wochen die Lootbox-Mechanik in den Niederlanden aus seinen Spielen entfernen. Passiert das nicht, droht dem Spieleentwickler und deren Schweizer Tochtergesellschaft eine Geldbusse von 500'000 Euro pro Woche und einem Maximalbetrag von 10 Millionen Euro.

Berufung eingelegt

EA zeigt sich in einer ersten Stellungsnahme von der Entscheidung enttäuscht und glaubt nicht, dass die eigenen Produkte und Dienstleistungen in irgendeiner Weise gegen die Glücksspielgesetze verstossen. Man wolle Berufung einlegen und versuche, niederländischen Spielern das vollständige Spielen von FIFA Ultimate Team zu ermöglichen.

Läuft auch die Berufung ins Leere steht der Spieleentwickler wieder vor der gleichen Situation wie schon in Belgien. Auch dort hat ein Gericht Lootboxen als illegales Glücksspiel eingestuft und EA hat schliesslich nachgegeben und die Mechanik für die belgischen Spieler entfernt.

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