«Ghost Recon Breakpoint»: Zwischen Lust und Frust

Fabian Gilgen

18.10.2019 - 14:58

Ist «Ghost Recon: Breakpoint» so gut wie sein Vorgänger?
Bild: Ubisoft

Publisher Ubisoft ist mit Titeln wie «Farcry» oder «Assassin’s Creed» bekannt für ihre Open-World-Formel. Auch in «Ghost Recon Breakpoint» geht es darum, sich in einer solchen zurechtzufinden. Doch funktioniert Ubisofts Rezept hier noch?

Die fikitve Insel Auroa im Südpazifik bietet Schauplatz für den Taktik-Shooter «Ghost Recon Breakpoint». Milliardär und Philanthrop Jace Skell hat die Insel gekauft, um sie in eine Hochburg für Forschung und Entwicklung zu verwandeln. Auch Waffen und Drohnen werden auf der Insel hergestellt. Als aber Beweise an die Öffentlichkeit gelangen, dass Produkte von Skells Firma an korrupte Regime gelangen, wird die Insel plötzlich von der Aussenwelt abgeschnitten und von der militärischen Gruppe Sentinel besetzt. Die US-Regierung scheitert bei einem Gegenschlag und Nomad, der Protagonist, scheint der einzige Überlebende der US-Einheit zu sein. Mit anderen Bewohnern der Insel versucht er nun herauszufinden, was hinter Sentinel steckt.

Der Trailer zu Ghost Recon Breakpoint

Video: YouTube

Gameplay

In Sachen Gameplay orientiert sich der Taktik-Shooter «Ghost Recon Breakpoint» deutlich an seinem Vorgänger «Ghost Recon Wildlands». Es gilt immer noch eine offene Spielewelt zu erkunden, Stützpunkte zu infiltrieren und neue Ausrüstung zu finden. Grundsätzlich setzt Ubisoft dieses Mal aber auf mehr Realität und erweitert das Spiel um ein paar Survival-Mechaniken. So kann der Spieler zum Beispiel an einem Fluss seine Wasserflasche wieder auffüllen, damit er seine Ausdauer wiederauffrischen kann. Oder er sammelt Pflanzen, die in einem Camp zu Medizin verarbeitet werden können.



Leider kommen diese Survival-Mechaniken eher wie eine Formalität rüber. Denn man kann das Spiel auch komplett ohne diese nutzen und erfolgreich durchspielen. Auch macht es nicht wirklich Spass, die Open World nach Pflanzen zu durchsuchen. Denn diese sind teils schwierig in der Landschaft zu entdecken. Hilfe bietet hier höchstens eine Fähigkeit, welche die Pflanzen auf der Minimap sichtbar macht.

Das Skill-System scheint etwas komplexer und tiefgründiger zu sein als beim Vorgänger. So kann zu Beginn des Spiels eine Klasse gewählt werden, nach der man seinen Spielstil ausrichten kann. Jede Klasse hat zwar ihr Spezial-Gerät und eine spezifische Fertigkeit, doch der Skill-Baum ist für alle derselbe. Dieser ist gespickt mit vielen Verbesserungen, die aber häufig unwichtig erscheinen. Denn warum sollte man die Batterie einer Drohne verbessern wollen, wenn die Batterie der Durchforschung eines feindlichen Gebiets immer noch halb voll ist?

Diese Stützpunkte zu infiltrieren und die Feinde auszulöschen, sei dies lautlos im Nahkampf, aus der Ferne mit dem Scharfschützengewehr oder durch brachiale Feuergefechte, macht immer noch eine Menge Spass. Vor allem mit Freunden im Koop-Modus kann man sich so richtig in die Rolle der Spezialeinheit hineinfühlen, wenn man sich zusammen abspricht, wie man taktisch vorgeht. Zur Belohnung winken dann noch bessere Ausrüstung und Waffen.



Waffen

Waffen findet man grundsätzlich ähnlich wie im Vorgänger in Truhen, die in der ganzen Welt verteilt sind. Der grosse Unterschied ist aber, dass die Waffen in «Ghost Recon Breakpoint» verschiedene Stufen, Seltenheitsgrade und Verbesserungen haben können. Je höher die Stufe und Seltenheit, desto besser – würde man denken. Leider ist aber das Loot-System nur wenig belohnend. So war ein normales Scharfschützengewehr, das ich früh im Spiel gefunden habe nicht bedeutend schlechter, als später ein seltenes Scharfschützengewehr.

Open World

Auch mit der Insel Auroa hat Ubisoft wieder eine Welt geschaffen, die teils wunderschön daherkommt, selbst wenn sie zu häufig etwas leer wirkt. Denn die Insel ist grösstenteils verlassen und Action findet man bloss in den Stützpunkten, auf die man beim Erkunden der Insel trifft.

Das Erkunden bereitet nur zu Beginn des Spiels Spass. Auf dem Weg zu Aufträgen findet man immer wieder Fragezeichen, die auf der Karte eingezeichnet sind. Vorerst fordert der Entdeckerdrang einem, diese aufzudecken und zu erkunden. Wenn man dies aber einige Male gemacht hat, merkt man, dass man häufig nur auf verlassene Gebäude mit einer Truhe trifft. Diese beinhaltet dann auch nur selten etwas, das man wirklich brauchen könnte, denn die gute Ausrüstung findet man vor allem in den grossen Stützpunkten.

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