Grenzt «Red Dead Online» schon an Abzocke?

22.12.2018 - 11:12, Martin Abgottspon

Momentan befindet sich «Red Dead Online» immer noch in der Betaphase.
Bild: Rockstar Games

Wer sich bei «Red Dead Online» tolle Gegenstände leisten will, muss teilweise dutzende von Spielstunden investieren. Oder dann tief in die Tasche greifen.

Mit der Online- und Multiplayer-Version seines Wildwest-Hits «Red Dead Redemption 2» hat Hersteller Rockstar - anders als bei der Singleplayer-Kampagne - bisher vor allem viel Schelte kassiert. Kritisiert wird unter anderem, dass die Anschaffung wichtiger Objekte wie neuer Waffen oder Pferde mitunter so viel Ingame-Währung erfordert, dass man dafür oft mehrere hundert Spielstunden ableisten müsse.



Kritiker des Online-Spiels werfen Rockstar deshalb vor, dass man auf diese Weise später den Echtgeld-Kauf von Ingame-Währung forcieren wolle. Bisher musste «Red Dead Online» ohne eine derartige Premium-Währung auskommen, doch mittlerweile hat der Hersteller einen Item-Shop eröffnet und scheint damit die Befürchtungen vieler Spieler zu bestätigen: 25 Goldbarren kosten derzeit fünf Euro im Sonderangebot, für 350 Goldbarren ruft der Hersteller knapp 100 Euro auf.

«Pay to win»-Vorwürfe werden lauter

Bis Spieler ihre mit echten Euro gekauften Reichtümer investieren können, müssen sie zwar erst einen bestimmten Mindest-Level erreichen, doch danach kann man mit dem virtuellen Edelmetall hemmungslos um sich werfen. Im Gemischtwarenladen und im Stall funktioniert das übrigens von Anfang an: Hier wandelt das Programm investiertes Gold direkt in Ingame-Dollar um, damit sich die Revolverhelden zum Beispiel schmackhafte Bohnen mit Speck, Leckerli fürs Pferd oder neue Munition leisten können.

Da sich auf diese Weise die nötige Spielzeit tatsächlich erheblich reduzieren lässt, kann man durchaus von einer Art «Pay to Win»-System reden. Kaum zu erwarten, dass Rockstar auf diese Weise bei den Spielern grossartige Sympathien weckt. Zumal die Bandbreite an Investitions-Möglichkeiten für Premium-Währung mit der Zeit eher zu- als abnehmen wird.

Dem durchschlagenden Verkaufserfolg des Spiels tut der Online-Rückschlag aber kaum einen Abbruch: «Red Dead Redemption 2» hat gerade erst seinen Platz an der Spitze der britischen Charts zurückerobert - vor «FIFA 19» und «Black Ops 4», die sich ebenfalls wieder nach oben gekämpft haben. Auf einen harten vierten Platz ist dagegen der letzte Verkaufs-Platzhirsch «Super Smash Bros. Ultimate» von Nintendo gerutscht.

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