Mehr als Nostalgie? Überzeugt die neue «Anno»-Sammlung?

Martin Abgottspon

3.7.2020 - 09:04

Die «Anno History Collection» beinhaltet gleich vier ältere Teile der beliebten Aufbau-Simulation.
Bild: Ubisoft

Mit der «Anno History Collection» kehren gleich vier Klassiker der Serie auf den PC zurück. Doch reichen einige technische Verbesserungen aus, um sich nochmal in den Spielen zu verlieren?

Mit «Anno 1800» hat Blue Byte im vergangenen Jahr bewiesen, dass die Serie auch heute noch nichts von ihrem Charme eingebüsst hat. Wer gerne an einem verregneten Sonntag mitten im Südpazifik ein neues Inselstädtchen aufbaut, findet dafür nichts Besseres als «Anno». Bei vielen Kritikern landete die neueste Ausgabe der Serie Ende letzten Jahres deshalb sogar auf den Top-10-Listen der besten Spiele 2019.



Das war auch bei den anderen Teilen praktisch immer der Fall. Lediglich der Ausflug in die Zukunft kam bei einem grossen Teil der Fans nicht sonderlich gut an. Die Ausgaben «Anno 1602», «Anno 1503», «Anno 1701» und «Anno 1404» hingegen gingen den Fans mitten ins Herz.

Aus diesem Grund bringt Ubisoft jetzt eine technisch verbesserte Version dieser vier Teile erneut in die digitalen Verkaufsregale. Die «Anno History Collection» umfasst alle vier Spiele, mit welchen ich eine kleine Zeitreise gemacht und mich gefühlt habe wie anno 2000. Zumindest fast. 

Alte Grafik, dumme Gegner

Mit «Anno 1602» hat die Erfolgsgeschichte der Serie damals ihren Anfang genommen, weshalb ich meine Zeitreise auch dort startete. Bei der knuffigen Optik ging mir gleich wieder das Herz auf. Da ich zuletzt aber vor allem das neueste «Anno 1800» gespielt habe, merkte ich doch ziemlich schnell, wie sehr die erste Ausgabe in die Jahre gekommen ist.



Alles fühlt sich etwas umständlicher an. Vor 20 Jahren war das normal, jetzt aber ärgere ich mich über die unübersichtlichen Menüstrukturen und dass es beispielsweise keine Vorschaufunktion beim Bau einzelner Gebäude gibt.

Man bekommt hier deutlich zu spüren, dass die Sammlung eben kein Remake oder Remaster ist, sondern lediglich einige technische Updates und Multiplayer-Funktionen erhielt. So vermisst man auch eine aufgepeppte Grafik wie man das zum Beispiel von anderen Aufbauspielen wie der Definitive Edition von «Age of Empires» kennt. Und leider agieren auch die computergesteuerten Gegner nach wie vor ziemlich unbeholfen.

Ein Teil sticht raus

Wirklich neu ist in erster Linie die 64-Bit-Technik, welche es einem erlaubt, die Auflösung des Spiels auf bis zu 4K hochzustellen. Sie sorgt aber auch dafür, dass sich einzelne Titel heute wesentlich flüssiger spielen lassen. Gerade bei «Anno 1404» merkt man das doch ziemlich deutlich, weil das Spiel hier früher oft ins Ruckeln geriet, wenn zu viel Betrieb herrschte.

Deshalb ist dieser Teil der Kollektion auch heute noch mein Favorit. Vielleicht liegt es aber auch ganz einfach daran, dass «Anno 1404» noch nicht so viele Jahre auf dem Buckel hat wie seine Vorgänger. Oder weil es auch heute noch Spass macht, sein Städtchen laufend umzubauen und zu rekonstruieren, was bei diesem Teil ein wichtiges Merkmal war.

Ob man sich bei dieser Überarbeitung nun gleich die ganze Kollektion anschaffen soll? Nicht unbedingt. Da man die Titel aber auch einzeln erwerben kann, lohnt es sich zumindest in «Anno 1404» nochmal reinzuschnuppern.

 

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