Tinder-Dates in Games? Turteltauben berichten 

Martin Abgottspon

20.4.2020 - 10:57

Eine solch romantische Kulisse ist in der realen Welt schwer zu finden.
Bild: Nintendo

Corona macht erfinderisch. Auch was Dating anbelangt. Ob Romantik oder purer Egoismus dabei im Vordergrund stehen, ist Ansichtssache. Einige Fallbeispiele.

Romantische Candlelight-Dinner, Kinobesuche oder ein Spaziergang am See sind aktuell nicht drin. Wer beim Tinder-Flirt während Corona-Zeiten dennoch nicht ganz auf die physische Anwesenheit seines Schwarms verzichten will, tut dies neuerdings digital. Dazu trifft man sich mit seinem Avatar ganz einfach in einer Spielewelt.



Auf diese Art und Weise geht der Zauber des Datings nicht ganz verloren. Man putzt sich raus, zieht seine schönsten Kleider an und bringt dem Liebsten oder der Liebsten noch ein kleines Geschenk mit. Gewisse Spiele eignen sich für diese Formen des sozialen Austauschs besser, wie seit einigen Wochen etwa auch «Animal Crossing».

Äpfel ersetzen Rosen

Bei «Animal Crossing» baut man sich sein eigenes kleines Insel-Paradies auf und ist dafür mit etlichen kleinen Arbeiten beschäftigt. Der neueste Nintendo-Hit schlug ein wie eine Bombe und sehr schnell merkten Turteltauben, dass sich das Spiel nicht nur als möglicher Treffpunkt erwies, sondern ganz generell ein guter Eisbrecher für den ersten Kontakt ist. 

«Kennen wir uns nicht irgendwoher?» ist sowas von gestern. Der perfekte Anmachspruch lautet nun: «Welche Früchte wachsen denn so auf deiner Insel?» Danach kann alles ganz schnell gehen, wie beispielsweise Madeleine gegenüber «Polygon» ihr Date beschreibt: «Wir trafen uns bei mir, gingen ein bisschen zusammen fischen und ich hatte ein paar Äpfel für ihn. Leider dauerte das Date aber nicht allzu lange, vielleicht eine halbe Stunde. Gut möglich, dass er am Ende doch nur die Äpfel wollte.»  



Es kann aber durchaus auch romantischer enden, wie etwa die Twitter-Nutzerin Heaven Leigh berichtet. Die Künstlerin bereitete das romantischste Setting vor, dass sie sich leisten konnte und hat ihren Schwarm damit mehr als überzeugt. «Es hat gefunkt. Er schickt mir seit dem Date auch regelmässig Geschenke.» Dazu gehört etwa auch ein pinkfarbener Verkaufsautomat.

Während die einen so mehr oder weniger erfolgreich turteln, sehen andere dahinter schon eine ganze Industrie. Streamerin Lady Brittany etwa richtet ihre ganze Insel für romantische Dates aus. Es gibt mehrere kleine Orte, wo man sich verabreden kann wie zum Beispiel bei einem Festival oder auch einer kleinen Shopping-Meile. Selber bleibt die Streamerin in der Zeit dann artig in ihrem bescheidenen Zuhause.

Wie nachhaltig ist diese Art von Dating?

Dass man sich auch in einigen Monaten noch eher zum Äpfelsammeln auf einer digitalen Insel trifft, anstatt in der Stadt ein Kaffee trinken zu gehen, scheint unwahrscheinlich. Und trotzdem ist diese Form des Datings für eher introvertierte Menschen eine durchaus willkommene Abwechslung. 

«Die ganze Nervosität und Angst existiert nicht. Dadurch ist man auch viel schneller offener, frecher und scherzhafter, was die Dates einfach besser macht», glaubt Heaven Leigh. Und man bekommt auch einen perfekten ersten Eindruck von seinem Gegenüber. «Der Anblick einer Insel ist fast intim, wie der erste Besuch einer Wohnung. Vielleicht sogar intimer. Denn hier wird niemand nur aufgrund des Geldes oder Besitzes limitiert.» 

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