Wenn ein Spiele-Soundtrack zu Tränen rühren kann

Fabian Gilgen

4.12.2019

Zwölf Jahre «Assassin's Creed» verpackt in einem Konzert.
Bild: Ticketmaster

Die Faszination für Spiele-Soundtracks wächst. Die aufwendigen Produktionen sind nicht mehr zu vergleichen mit dem 8-Bit-Gedudel aus den Achtzigern. Dies demonstriert auch das «Assassin’s Creed Symphony»-Orchester, das im Rahmen seiner Welttournee auch die Schweiz im Hallenstadion Zürich besuchte.

Meine Faszination für Soundtracks begleitet mich spätestens seit den Originalen von Hans Zimmer für den Film «Fluch der Karibik». Umso gespannter blickte ich deshalb dem Konzert von «Assassin’s Creed Symphony» in Zürich entgegen. Musik aus zwölf Jahren Spiele-Geschichte erwartete mich. Und das erst noch von einer meiner Lieblingsreihen.

Schon beim Einlass vor dem Hallenstadion fiel mir auf, dass das Publikum entgegen meiner Erwartungen relativ durchmischt war. Scheinbar waren neben vielen «Assassin’s Creed»-Fans, die sich durch das Emblem der Assassinen-Bruderschaft auf ihren Kleidern oder Accessoires auszeichneten, auch einige Symphonie-Enthusiasten zugegen, die einfach gute Musik hören wollten.



Musik, die eine Geschichte erzählt

Von den Attentaten des Assassinen Altaïr im mittelalterlichen Jerusalem, über die Seeschlachten von Pirat Edward Kenway in der Karibik, bis hin zu den Söldnern Alexios und Kassandra zwischen den Fronten von Sparta und Athen, lässt das Orchester kein Spiel der Reihe unerwähnt. Auch visuell nicht. Denn auf einem grossen Bildschirm hinter dem Orchester war passend zur Musik ein Zusammenschnitt der besten Momente aus den Spielen der «Assassin’s Creed»-Reihe zu sehen.

Diese audiovisuelle Kombination vermochte es, meine Erinnerungen an die Spiele wieder zum Leben zu erwecken. Die Darbietung des 80-köpfigen Symphonie-Orchesters mit Chor war so kraftvoll, dass ich bei der orchestralen Version des Liedes «The Parting Glass» aus «Assassin’s Creed 4: Black Flag» sogar eine Träne zurückhalten musste.

Entstehung von «Assassin’s Creed Symphony»

Der Musical Director Ivan Lynn gibt einen Blick hinter die Kulissen von «Assassin's Creed Symphony».

Video: Youtube

Im Interview gegenüber «games.ch» erklärt Musical Director Ivan Lynn, dass die Zusammenstellung der Musik für «Assassin’s Creed Symphony» nicht ganz einfach war: «Wir haben den Soundtrack nicht bloss kopiert, wir haben die Musik selber neu interpretiert. Denn wir wollten etwas Neues schaffen, das für das Publikum aufregender ist.» Zusätzlich kommt hinzu, dass die Lieder nicht einfach übernommen wurden, sondern neu komponiert und teils musikalisch ineinander verwoben wurden.



Faszination Soundtrack

Auch ausserhalb von solchen Konzerten hören sich viele Fans von Spielen und Filmen gerne Soundtracks an. Dabei sind es wohl nicht nur die Erinnerungen an besondere Szenen, die geweckt werden. Die Musik fasziniert, weil sie meist komplett ohne Text auskommt und dadurch auf eine ganz besondere Art Emotionen weckt und Geschichten erzählt. Häufig ist es dann vielmehr ein Zuhören als bloss ein Hören von Musik.

Und immer wieder sind Soundtracks auch einfach gute Musik. So beschreibt es der Leiter von Musik und Soundtracks, Mitchell Leib, von Disney im Dokumentarfilm «Score» treffend: «Der Soundtrack zu ‹Fluch der Karibik› ist wie Led Zeppelin, von einem Orchester gespielt.»

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