Project Stream «Assassin’s Creed Odyssey»: Google testet Spielestreaming mit Ubisoft

Henning Steier

2.10.2018

Szene aus «Assassin’s Creed Odyssey»: Ubisoft und Google setzen aufs Streamen von Games.
Szene aus «Assassin’s Creed Odyssey»: Ubisoft und Google setzen aufs Streamen von Games.
PD

Der Suchmaschinenanbieter und die Spieleschmiede lassen Tester in Kürze im Project Stream einen Blockbuster im Browser Chrome spielen. Auch Microsoft steht in den Startlöchern. Diverse andere Unternehmen sind mit dem Streamen von Games gescheitert.

Ab dem 5. Oktober werden einige Gamer aus den USA mit einem frühen Test von Project Stream beginnen. Dafür haben Google und die Spieleschmiede Ubisoft zusammengespannt. Nutzer werden mit dem PC und dem darauf installierten Browser Chrome «Assassin’s Creed Odyssey» kostenlos spielen können.

Project Stream unterstützt die Desktop-Versionen des Browsers. Diese sind für Windows, macOS X, Chrome OS und Linux verfügbar. Der Streaming-Dienst ist damit nicht nur für Nutzer mit leistungsschwacher Hardware Option, sondern auch für Anwender von Betriebssystemen, für die es derzeit selten populäre Spielen gibt. Die Games in Project Stream lassen sich mit Maus und Tastatur sowie Xbox- und Playstation-Controllern spielen. Alle Eingabegeräte müssen allerdings per USB angeschlossen werden, denn Bluetooth wird nicht unterstützt.

Schnell langsam

Google und Ubisoft möchten mit dem Test herausfinden, wo die Grenzen des Spielestreamings liegen. Computerspieler brauchen eine latenzfreie Kommunikation zwischen Eingabe- und Ausgabegerät. Denn wer mit Verzögerungen zu kämpfen hat, dessen Spielfiguren werden schnell langsam und damit Opfer der Gegner. Laut Google ist für latenzfreies Spielen eine Internetverbindung mit 25 Megabit pro Sekunde notwendig.

An der Latenz und dem fehlenden Angebot an hochkarätigen Titeln haben sich schon einige Spielestreaminganbieter die Zähne ausgebissen. Jüngstes Opfer ist Gamefly. Das Unternehmen war unter anderem auf Samsung-Fernsehern präsent und gab im August sein Aus bekannt. Platzhirsche im Geschäft sind Sony mit PlayStation Now und Nvidia mit Geforce Now.

Microsoft lanciert xCloud

Für Branchenbeobachter ist Googles Vordringen auf dieses Geschäftsfeld nichts Neues: Bisher wurde Project Stream als Project Yeti gehandelt. Aus Unternehmenskreisen ist immer wieder zu vernehmen, dass Google an Hardware für Project Stream arbeiten soll. Das könnte eine Konsole, aber auch eine neue Version des Streaming-Sticks Chromecast sein. 

Wie man in der Branche vernimmt, dürfte Microsoft auch bald ins Spielestreaming einsteigen. Das Projekt soll xCloud heissen. Öffentliche Tests sollen 2019 starten. Die Redmonder haben sich bisher nicht dazu geäussert.

Update 9. Oktober: Microsoft hat xCloud offiziell angekündigt.

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