Reparatur-Profis warnen vor Kill-Switch in Apples MacBooks

pal

8.10.2018 - 14:31

Ist der Mac fachgerecht repariert? Wenn nicht, könnte Apple ihn künftig aus der Ferne deaktivieren.
iFixit.org

Apple will Mac-Reparaturen genau kontrollieren, das US-Heimatschutz-Ministerium glaubt nicht an einen Hackerangriff aus China und der populäre Musikdienst Spotify feiert Jubiläum – das sind die Digital-News des Tages.

Apple plant laut internen Dokumenten, die von macrumors.com und Motherboard eingesehen wurden, künftig MacBook Pro-Geräte aus der Ferne zu deaktivieren, wenn die grosse Reparaturarbeiten nicht von Apple selbst oder einem zertifizierten Betrieb vorgenommen wurden.

Mit einem sogenannten «Kill Switch» könnte der Konzern betroffene Geräte unnutzbar machen, wenn systemrelevante Komponenten ausgetauscht und danach nicht mit der Apple-eigene Diagnosesoftware getestet werden.

Betroffen sind laut futurezone.at Geräte mit dem neuen T2-Chip. Dieser Chip sorgt bei neuen MacBooks für eine bessere Verschlüsselung der Systemdaten. Möglicherweise will Apple so verhindern, dass über unautorisierte Umbauten am Laptop potenziell unsichere Bauteile ins System geschleust werden. Die Reparatur-Plattform iFixit.org hat die Probe aufs Exempel gemacht und konnte aber weiterhin Komponenten wie die Touchbar, den Bildschirm oder das Mainboard ersetzen, ohne dass die Funktion des MacBook eingeschränkt wurde. iFixit vermutet, dass dieser Kill Switch in Zukunft auf mehreren Geräten zum Einsatz kommen könnte und schliesst mit der Feststellung: «Im Grunde heisst das, dass nicht du das Gerät besitzt, sondern Apple.»

US-Ministerium stützt Apple und Amazon

Das US-Heimatschutz-Ministerium («Department of Homeland Security, DHS») nimmt Apple und Amazon in Schutz. In einer Stellungnahme am Wochenende weist das Amt eine explosive Enthüllung von Bloomberg Businessweek zurück, wonach eine Abteilung des chinesischen Militärs im grossen Stil Spionagechips in Server-Mainboards des chinesischen Hardwareherstellers «SupermMicro» verbaut habe. Diese Server fanden verbreiteten Einsatz bei US-Unternehmen.

Tesla: Grosses Update ohne wichtigste Funktion

Tesla hat das Software Update 9 auf seiner Fahrzeugflotte veröffentlicht, doch die ursprünglich angekündigte wichtigste Funktion fehlt vorerst:  «Navigate on Autopilot» sollte auf der Autobahn langsamere Autos selbständig überholen und sich auf Autobahnkreuzen richtig einfädeln.

Noch nicht so weit: Das neueste «Autopilot»-Feature wird von Tesla noch nicht freigeschaltet.
Tesla

Als Grund für die Verzögerung des eigentlich grossen Features gibt der Hersteller an, noch «einige Wochen» Detailverbesserungen vornehmen zu wollen, um die Funktion unter allen denkbaren Szenarien sicher zu machen. Dafür können Tesla-Besitzer auf ihren Touchscreens jetzt «Atari»-Klassiker spielen.

Weitere Digital-News des Tages:

- Der Erfolg von Streaming-Diensten lässt den Musikmarkt nach jahrelanger Talfahrt wieder wachsen. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Streaming-Marktführer Spotify, der vor zehn Jahren online ging.

- Die britische «Yorkshire Evening Post» berichtet von einem verurteilten Besitzer von kinderpornografischem Material, der nun erneut mit kompromittierenden Bildern auf seinem Computer erwischt wurde. Allerdings waren diesmal auf den Bildern keine echten Kinder abgebildet, sondern Figuren aus dem Rollenspiel «Skyrim», mit denen der Täter sexuell eindeutige Situationen zwischen Minderjährigen nachgestellt hatte.

- Ein Elektronikhändler in Hong Kong hat offenbar bereits das neue Google-Smartphone «Pixel 3» erhalten und bietet es für umgerechnet 2'000 Franken zum Verkauf an, wie Engadget berichtet. Es wird erwartet, dass Google die Smartphones am morgigen Dienstag offiziell vorstellt.

- Das Online-Shootergame «PUBG» bekommt neu einen «Region Lock» bei dem die Spieler automatisch auf Server verteilt werden. Die Funktion wurde von der Spielgemeinde gefordert, bringt aber ganz neue eigene Probleme mit sich, wie derStandard.de vermeldet.

- Designer der australischen RMIT University haben gezielt eine Schriftart entworfen, mit der Texte dem Leser besser in Erinnerung bleiben sollen. Der Font heisst Sans Forgetica und kann von der Projektwebsite kostenlos im OTF-Format heruntergeladen werden. Mehr Informationen hat ten.de dazu.

Durch die neue Schriftart «Sans Forgetica» merken sich Leser Texte besser.
RMIT University

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