Nokia 9 PureView: Fünf Frontkameras und lange Updates

Henning Steier, Barcelona

24.2.2019

Das Nokia 9 PureView kostet 680 Franken.
Screenshot: PD

HMD Global will sein Android-Flaggschiff mit drei Abgrenzungsmerkmalen punkten lassen. Ein Wunsch bleibt offen. 

Drei wesentliche Abgrenzungsmerkmale hat das heute in Barcelona präsentierte Nokia 9 PureView gegenüber der Konkurrenz. Zum einen bekommt es dank Android 9 drei Jahre Sicherheitsupdates und zwei Jahre Funktionsaktualisierungen. Und das Gerät ist frei von lästiger Bloatware, also Software, die ab Werk auf Geräten ist, die aber fast niemand braucht. Die Hersteller erhalten aber Geld fürs Installieren von Testversionen und ähnlichen Tools.

Überdies hat HMD Global zum Hervorstechen aus der Masse seinem Flaggschiff fünf Kameras an der Rückseite spendiert. Deren Optiken mit jeweils Blende f/1,8 werden alle von Zeiss gebaut. Jeder der fünf Sensoren – dreimal Monochrom, zweimal RGB, löst mit zwölf Megapixeln auf. 

Alle Sensoren am Start

Bei jeder Aufnahme sind alle Sensoren im Einsatz, um Daten zu sammeln – auch für die Depth Map mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln. Die Tiefeninformationen dienen nicht nur zur Aufnahme von Bildern mit Tiefenschärfe, sondern auch zum nachträglichen Ändern des Fokuspunktes.

Spezielle Rückseite: Fünf Kameras hat das Nokia 9 PureView an dieser.
Screenshot: PD

Das Kamera-System liefert also nach Einstellung entweder 60 Megapixel an Fotodaten (5 x 12 Megapixel) oder bei Mehrfachbelichtung gar 240 Megapixel. Algorithmen sollen die verschiedenen Bilder optimal kombinieren. Es sollen Fotos mit grosser Dynamik entstehen. Die Monochrom-Kameras wurden verbaut, weil diese keine unerwünschten Farben herausfiltern müssen. Zudem soll ein Sensor gemäss HMD Global 2,9-Mal mehr Licht aufnehmen können als dies ein einzelner Farbsensor vermag. Ein weiterer Vorteil: Die Monochrom-Sensoren sollen besonders wertige Schwarz-Weiss-Aufnahmen schiessen. Man kennt diese etwa dank ähnlicher Technologie vom Huawei P20 Pro. 

Profil für Lightroom

Fürs Vereinen der Daten braucht es einen leistungsstarken Rechenkern. Dementsprechend hat HMD Global unter anderem Qualcomms Snapdragon 845 verbaut. 

Wer mag, kann die Bilder als DNG, also im RAW-Format, speichern. So wird auch deren Bearbeiten am PC leichter. Denn es gehen keine Informationen verloren. Nicht zuletzt will HMD-Global Nutzern der Bildverwaltung Adobe Lightroom das passende Profil liefern. 

Kein erweiterbarer Speicher

Die weiteren Spezifikationen sind für ein Gerät der 700er-Franken-Preisklasse Standard: Das 6-Zoll-OLED hat keine Notch, es löst mit 2880 x 1440 Pixeln auf, die Frontkamera mit 20 Megapixeln. Fingerabdrucksensor im Display, Bluetooth 5.0 und Dual-Band-WLAN (802.11ac) stehen ebenso auf der Liste wie kabelloses Laden, 6 GByte RAM und 128 GByte Flash-Speicher. Letztgenannter lässt sich nicht erweitern. Das haben diesem Geräte viele andere Android-Smartphones voraus. 

Das Nokia 9 PureView wird in der Schweiz in ein paar Wochen für 680 Franken zu haben sein. 

Das Nokia 1 Plus ist dem Preis gemäss recht spartanisch ausgestattet.
Bild: PD

In der Rangliste folgen die neuen Einsteiger-Geräte Nokia 4.2 für rund 230 Franken und und Nokia 3.2 für rund 200 Franken. Am Ende steht das Nokia 1 Plus, das rund 120 Franken kostet. In ihm werkelt ein Prozessor vom Typ MediaTek MT6739, dessen vier Rechenkernen mit 1,5 GHz getaktet sind. Auf dem Zettel stehen überdies 1 GByte RAM sowie 8 bis 16 GByte Flash-Speicher. Das Display hat eine Diagonale von 5,45 Zoll und löst mit mageren 854 x 460 Pixeln auf. Wann die drei Geräte in der Schweiz zu haben sein werden, ist noch nicht bekannt. 

Wie aber löst HMD Global das Problem allzu schwacher Hardware? Android 9.0 Pie wird in der sogenannten Go-Edition auf dem Nokia 1 Plus installiert. Diese abgespeckte Version bietet Apps für E-Mails, den Browser Chrome und weitere Notwendigkeiten, mehr aber nicht. Zudem werden den Nutzern in Google Play nur Apps zum Download angeboten, welche die Ressourcen des Nokia 1 Plus nicht überlasten. 

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