Maia Arson Crimew

Schweizer Hackerin wird zum Social-Media-Star

amo

25.1.2023

Die 23-jährige Luzernerin Maia Arson Crimew ist für viele Nutzerinnen und Nutzer auf Social Media ein Vorbild.
Die 23-jährige Luzernerin Maia Arson Crimew ist für viele Nutzerinnen und Nutzer auf Social Media ein Vorbild.
Maia Arson Crimew

Seit die Luzerner Hackerin Maia Arson Crimew am Montag die No Fly List der USA veröffentlicht hat, ist sie weltweit in den Medien. Auf Social Media wird sie gefeiert. Auf Twitter schiesst die Zahl ihrer Follower in die Höhe.

amo

25.1.2023

Quasi über Nacht zum Social-Media-Star, davon träumen wohl Tausende Influencerinnen und Influencer. Eine 23-jährige Hackerin aus Luzern scheint das geschafft zu haben. Maia Arson Crimew, früher bekannt als Tillie Kottmann, erreicht inzwischen allein auf Twitter über 60'000 Personen. Allerdings bezahlt sie einen hohen Preis dafür: In den USA drohen Crimew mehr als 20 Jahre Haft.

Crimew gelangte an eine 1,5 Millionen Einträge schwere Datenbank der No Fly List, auf der sich unter anderem Terrorist*innen befinden. Diese gab sie dem Portal Daily Dot und stellt sie auf Anfrage auf ihrem Blog zur Verfügung, worauf sie erneut ins Visier der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden rückte. Erneut deshalb, weil sie in den USA bereits vor zwei Jahren wegen eines anderen Hacking-Falls angeklagt worden war.

Im Internet wird die 23-Jährige nun als Heldin gefeiert. Diverse Nutzerinnen und Nutzer teilten Crimews Beiträge oder setzten eigene Posts über sie ab.

«Die No-Fly-Liste ist auf die lustigste Art und Weise gehackt worden», schreibt eine Person. Ein weiterer Twitter-Nutzer vergleicht sich mit Crimew und bewundert deren Hacking-Vergangenheit mit erst 23 Jahren. Weiter fragt er sich selbst, was er bloss aus seinem Leben gemacht hat. 

Die Hauptfigur auf Twitter sei aktuell Maia Arson Crimew, schreibt eine Userin. «Ausnahmsweise ist das eine gute Sache.» Eine weitere Twitter-Nutzerin bezeichnet Crimew sogar als ihr Idol. 

Crimew selbst wird offenbar häufig in den sozialen Medien zum Thema Sicherheit im Internet um Rat gebeten. Einen Rat geben könne sie jedoch nicht, immerhin zeige sie ihr Gesicht öffentlich im Fernsehen. Ausserdem rät sie davon ab, es ihr gleichzutun. «Ich bin einfach dumm!», tweetet Crimew. 

Ihre queere Identität ist Teil der Motivation für Crimews Hacking-Aktivitäten. «Da erfährst du am eigenen Leib, dass rechte Menschen nicht wollen, dass du existierst. Und so hast du natürlich umso mehr Gründe, auf das System wütend zu sein», sagte sie der «Republik». Crimew identifiziert sich als non-binär.