Attila Hildmann soll sich in die Türkei abgesetzt haben

AFP/uri

25.3.2021

Der Kochbuchautor Attila Hildmann bezeichnet sich inzwischen selbst als «ultrarechts» und als einen Verschwörungsprediger.
Der Kochbuch-Autor Attila Hildmann bezeichnet sich inzwischen selbst als «ultrarechts» und als einen «Verschwörungsprediger».
Bild: dpa

Im Februar wurde bekannt, dass die deutsche Polizei wegen Volksverhetzung nach dem Vegankoch Attila Hildmann sucht. Jetzt gab die Berliner Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie ihn in der Türkei vermutet.

AFP/uri

25.3.2021

Der während der Corona-Pandemie als Verschwörungstheoretiker aufgetretene Vegankoch Attila Hildmann hält sich laut Erkenntnissen der Berliner Generalstaatsanwaltschaft aktuell in der Türkei auf. Mit einer zeitnahen Vollstreckung des gegen ihn gerichteten Haftbefehls wegen Volksverhetzung, öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sei «nicht zu rechnen», erklärte die Behörde am Donnerstag. Schon Anfang März hatte RTL über einen möglichen Aufenthalt Hildmanns in der Türkei berichtet.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte im November vergangenen Jahres die Ermittlungen gegen Hildmann übernommen. Sie teilte nun mit, dass Hildmann neben der deutschen auch die türkische Staatsangehörigkeit besitze. Wie die «Welt» schreibt, kündigte Hildmann auf seinem Telegram-Kanal an, er wolle den deutschen Personalausweis, den er als «Angestelltenausweis» bezeichnet, bald zurückgeben.

Laut verschiedenen Medienberichten waren über Monate hinweg an Hildmanns Wohnort in Brandenburg Anzeigen gegen den 39-Jährigen gesammelt worden. Hildmann war bei der Eskalation von Protesten am Reichstagsgebäude im August 2020 festgenommen worden. Im Juli vergangenen Jahres soll Hildmann ausserdem den Grünen-Politiker Volker Beck bedroht haben. Wenn er «Reichskanzler wäre», solle für Beck die Todesstrafe «durch Eiertreten» eingeführt werden, sagte er laut Presseberichten.



Hildmann, der als Autor veganer Kochbücher und als Betreiber veganer Restuarants bekannt wurde, vertreibt auch verschiedene Nahrungsprodukte unter seinem Namen online und in Supermärkten. Er selbst bezeichnet sich als «ultrarechts» und als einen «Verschwörungsprediger».