Viel Arbeit im Zwergstaat: Fürst Albert II. wird 60

Sebastian Kunigkeit und Christian Böhmer, dpa

13.3.2018

Monaco gibt sich gerne als schillernder Jetset-Tummelplatz an der Côte d'Azur. Staatschef Albert II. versucht, das Mini-Land fit für die Zukunft zu machen. Nun feiert der Souverän einen runden Geburtstag.

Albert II. ist kein Fürst spektakulärer Auftritte. Monacos Staatschef absolviert im Heimatland und in der ganzen Welt im Jahr eher diskret Hunderte Termine. Seinen 60. Geburtstag am Mittwoch (14.3.) nimmt der bisweilen zurückhaltend wirkende Souverän zum Anlass, um für sein Herzensanliegen zu werben: den Umweltschutz. Das grosse Konzert zu seinen Ehren in der Kathedrale von Monaco steht unter dem Motto «Erhalt der Schöpfung». Laut Regionalzeitung «Monaco-Matin» werden rund 150 Musiker und Sänger auftreten.

Als Fürst ist der seit fast 13 Jahren regierende Albert längst aus dem Schatten seines Vaters Rainier III. herausgetreten. Dabei verfolgt er klare Ziele. Er bemüht sich, das Jetset-Paradies an der Riviera vom Schmuddel-Image eines Steuerparadieses zu befreien. Zudem muss wieder Ruhe in den Justizapparat des Landes gebracht werden, nachdem der mächtige Leiter der Justizverwaltung nach Medien-Enthüllungen 2017 vorzeitig in den Ruhestand wechselte.

Vom flatterhaften Junggesellen zum würdigen Regenten

Der Staatschef versucht, sich modern und aufgeschlossen zu geben. Er könne sich durchaus vorstellen, sein Amt irgendwann vorzeitig abzugeben - also nicht bis zu seinem Tod Staatsoberhaupt zu bleiben, bekannte er einmal in einem TV-Interview. Körperlich seien die fürstlichen Verpflichtungen teilweise anstrengend. Die Modernität hat aber auch Grenzen. So wird Albert im französischen Fernsehen immer noch protokollgerecht mit der förmlichen Adels-Anrede «Monseigneur» angesprochen.

Als Sohn von Hollywood-Schönheit Grace Kelly weiss Albert, wie es ist, im Scheinwerferlicht zu stehen. Er studierte in den USA und wurde seit Ende der 1980er-Jahre immer stärker in die Verwaltung des Kleinstaats eingebunden. Als er nach dem Tod seines Vaters 2005 die Amtsgeschäfte übernahm, zog er auch einen Strich unter sein bis dahin eher flatterhaftes Privatleben und erkannte zwei uneheliche Kinder an.

Zu Alberts 50. wartete sein Zwergstaat noch sehnsüchtig auf Hochzeit und Nachwuchs des Regenten. Inzwischen hat er diese Erwartungen erfüllt und ist damit gewissermassen auch endgültig in seine Regenten-Rolle geschlüpft: Bilderbuchhochzeit mit Fürstin Charlène 2011, Geburt von Erbprinz Jacques und Zwillingsschwester Gabriella drei Jahre später. Der Mann, der lange als ewiger Junggeselle galt, sinniert jetzt als fürsorglicher Vater öffentlich darüber nach, wie seine Kinder langsam an ihre künftige Rolle herangeführt werden können.

Die Zwillinge haben sein Leben verändert

Drei Jahre sind die beiden süssen Blondschöpfe inzwischen alt, und sie verzücken mit Auftritten an der Seite ihrer Eltern. Vor Kurzem erst schauten sie mit grossen Augen zu, wie Albert und Charlène beim Fest der Heiligen Devota - der Schutzpatronin Monacos - traditionsgemäss ein Holzboot anzündeten. Die Geburt der Zwillinge habe sein Leben völlig verändert, sagte Albert neulich dem französischen Journalisten Stéphane Bern.

Daneben begeistert Albert sich vor allem für den Sport - ein Faible, das er mit der früheren Profischwimmerin Charlène gemeinsam hat. Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang kommentierte er im französischen Fernsehen expertenmässig den Bob-Wettkampf, fünfmal war er selbst in dieser Disziplin für sein Land bei Olympia angetreten.

Albert und Charlène bei der Taufe ihrer Zwillinge Jaques und Gabriella im Mai 2015 in Monaco.
Bild: Keystone
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