Ist es wirklich nötig, die «dümmste Frau des Jahres» zu sein?

Julia Käser

17.2.2021

NEW YORK, NEW YORK - SEPTEMBER 09: Paris Hilton attends the Alice + Olivia by Stacey Bendet presentation during New York Fashion Week: The Shows at Root Studio on September 09, 2019 in New York City. (Photo by Gotham/FilmMagic)
Paris Hilton feiert ihren 40. Geburtstag: Wer ist sie wirklich?
Bild: FilmMagic

Die Mutter aller Realitystars wird 40 und fühlt sich oft missverstanden. Kein Wunder, findet die Kolumnistin. Bleibt die Frage: Wer ist Paris Hilton wirklich? 

Wissen Sie, was Paris Hilton mit Herzogin Meghan, Beyoncé Knowles, Britney Spears, Alicia Keys und Jessica Alba gemeinsam hat? Nein, es ist nicht die Lieblingsdesignerin, es ist ganz einfach das Geburtsjahr.

Die Liste der berühmten Frauen, die 2021 ihren 40. Geburtstag feiern, ist lang. Und heute, am 17. Februar, ist die millionenschwere Hotelerbin an der Reihe. 

Echtpelz und fragwürdige Preise

Zugegeben, wieso genau Paris Hilton weltweit Bekanntschaft erlangt hat, ist und bleibt mir schleierhaft. Versucht hat sich die 40-Jährige sowohl in der Schauspielerei als auch in der Singerei – ihren Jahrgangsvetterinnen reicht sie dabei nicht annähernd das Wasser.

Auch die Preise, die sie vorzuweisen hat, sind wenig schmeichelhaft: Gleich fünf Mal erhielt Hilton die Goldene Himbeere für die schlechteste schauspielerische Leistung. Eine fragwürdige Auszeichnung zur «dümmsten Frau des Jahres» kann sie ebenfalls vorweisen. Nicht zu vergessen jene als «schlechtestgekleidete Prominente», die ihr ihre Vorliebe für Echtpelz eingebrockt hat.

Oh, und da wäre noch der Eintrag ins «Guinnessbuch der Rekorde», in dem Paris offiziell zur «am meisten überexponierten Persönlichkeit» erkoren wird. Autsch. 

Erfinderin des Selfies

Trotzdem: Hätte Hilton alles falsch gemacht, wäre sie nicht derart erfolgreich. Die Amerikanerin ist das It-Girl schlechthin, die Mutter aller Realitystars. Gemeinsam mit Britney Spears will sie das heute allgegenwärtige Selfie erfunden haben. 

Dass hinter ihrem Auftreten ganz schön viel Kalkül steckt, lässt sich auch aufgrund ihrer jüngsten Ankündigung, Mutter werden zu wollen, erahnen.

Denn auch bei dieser Sache will Hilton absolut nichts dem Zufall überlassen –  im Gegenteil. Die Jubilarin hat ganz genaue Vorstellungen davon, wie ihre Kinder sein sollen: Zwillinge, ein Bub und ein Mädchen.

Damit dieser Wunsch auch sicher in Erfüllung geht, setzt die nun 40-Jährige auf künstliche Befruchtung – aber nicht, weil sie auf natürlichem Wege nicht schwanger werden könnte. Nein, die In-vitro-Fertilisation wählt sie, weil dabei die Chance, Zwillinge zu bekommen, am höchsten ist. Austragen soll diese übrigens eine Leihmutter.

«Niemand weiss, wer ich wirklich bin»

Ist Paris Hilton, wie sie leibt und lebt und die Promi-Magazine füllt , also nichts weiter als eine Rolle, die die blonde Unternehmerin spielt?

Das zumindest tönt sie selbst in der auf Youtube veröffentlichen Dokumentation «This Is Paris» an. Darin schlägt die Designerin (was ist Paris eigentlich nicht?!) ungewohnt ernste Töne an. «Niemand weiss wirklich, wer ich bin», sagt sie etwa. 

Sie spricht von einer Figur, die sie seit Jahren darstelle, erzählt von der Sehnsucht nach Liebe und von ihrer Zeit in einer Privatschule in Utah, wo sie – wie offenbar einige ihrer Mitschüler*innen – emotional und körperlich misshandelt worden war.

Das missverstandene Party-Girl

Das klingt in der Tat anders, als man es sich von Paris Hilton gewohnt ist. Im Gespräch mit der «Welt» gibt sie denn auch an, sich in ihrer It-Girl- und Party-Karriere oft missverstanden gefühlt zu haben. 

Bleibt die Frage: Wieso das alles? Hätte es für Paris keinen anderen Weg gegeben als jener über unzählige Skandale, peinliche Filme und das Klischee des dummen Blondchens? 

Schliesslich hatte schon Marilyn Monroe, von der sich Hilton immer mal wieder inspirieren liess, gesagt: «Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich nicht in einer kalten Nacht an ihr wärmen.» In diesem Sinne: Happy Birthday, liebe Paris. 

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «blue News» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

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