Sven Epiney findet den Schweizer ESC-Kandidaten «geil»

Carlotta Henggeler

4.3.2020 - 15:57

Gjon's Tears geht im Mai 2020 für die Schweiz an den ESC. Sein Song «Répondez-moi» wurde aus 515 eingereichten Liedern ausgewählt und ist eine feinfühlige Ballade über seine Wurzeln und eine Identitätssuche.

Nach Luca Hänni mit «She Got Me» schickt die Schweiz den 21-jährigen Jon Muharremaj aus Broc FR ins ESC-Rennen. Gjon's Tears ist Sänger und Musiker, er spielt Klavier. Seine einfühlsame Ballade hat Balkan- und Indie-Pop-Einflüsse.

Der langjährige ESC-Kommentator Sven Epiney findet: «Als ich den Song zum ersten Mal gehört habe, dachte ich: Was? Geil!» «Répondez-moi» sei keine klassische Ballade, eher ein Lied mit einer speziellen Klangfarbe und Message.

Epiney über die Erfolgschancen: «Wenn er am ESC einen guten Tag hat und es ins Finale schafft, dann könnte er viel erreichen, es in die Top Ten schaffen.» Zwar seien es am ESC 2020 in Rotterdam viele Balladen zu hören, aber der Schweizer Beitrag sei nicht kommerziell und könne sich von anderen abheben.



Für den Song entschieden haben sich ein 100-köpfiges Zuschauer-Panel und eine internationale Fachjury. Die Entscheidungsshow fiel 2019 wegen schlechter Quoten und aus Spargründen weg. 

Fragen zum Leben und eigenen Wurzeln

In «Répondez-moi» hinterfragt Gjon's Tears seine Herkunft, er hat albanische Wurzeln und stellt sich Fragen über den Lebenskreis: «Im Song stelle ich mir Fragen zum Tod, aber auch, warum es regnet. Es sind beides interessante Fragen aus dem Leben. Wichtig ist es mir die Botschaft; Auch wenn du durch harte Zeiten gehst, sei immer positiv und gehe weiter und glaube daran, dass am Ende des Tunnels wieder das Licht ist.»



Gjon's Tears alias Jon Muharremaj lebt im Dörfchen Broc mit Ziegen, Hühnern und anderen Tieren: «Es ist zwar kein Bauernhof, aber es ist bauernhofartig.» 

Und er liebt Schweizer Schoggi, in Fussdistanz zu seinem Wohnort ist eine grosse Schokoladen-Fabrik: «Ich kann Schokolade nicht widerstehen. Entweder esse ich Schoggi oder Käse», sagt er über seine Schweizer Seite. 

Bis zum ESC-Auftritt am 12. Mai in Rotterdam will Jon noch viel proben, die Show muss einstudiert werden und auch die Kostüme sind noch zu gestalten, sagt der Céline-Dion-Fan.

Es gibt viel zu tun für den 21-Jährigen, seine albanischen Wurzeln helfen ihm, immer wieder vom Stress runterzukommen. «Dort sind die Leute so relaxt und ich habe dort gelernt, wie ich in Stress-Situationen runterkommen kann.» 

Und einen ruhigen Puls wird er am ESC 2020 in Rotterdam gut brauchen können.

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