Sieg bei «The Masked Singer» Astronaut Mutzke reisst dem Grashüpfer die Maske vom Kopf

tsch

2.8.2019

Showdown um Mitternacht: Um 0.02 Uhr kam Max Mutzke als überirdischer Sieger von «The Masked Singer» unter dem Helm des Astronauten zum Vorschein. Doch: Ein Wikipedia-Eintrag enthüllte die Siegeridentität schon lange vorher. Ein Fake?

Doch, es gab Überraschungen beim Finale der ProSieben-Show «The Masked Singer». Etwa, dass es die grössten Publikumslieblinge – das Monster(chen) und der hartmetallische Engel – nicht ins Finale schafften. Dort standen sich, nachdem der Testosteron bombende Kudu nach einem donnernden «Hip Hop Hurray» als erster die Segel hatte streichen müssen, der Astronaut und der Grashüpfer gegenüber – die beiden besten Sänger der Staffel.

Im Finale von «The Masked Singer» enthüllten auch die letzten Maskierten ihre Identität.

YouTube / The Masked Singer

Enttäuschung: Opdenhövel ist nicht Sylvie Meis!

Keine Überraschungen gab es hingegen bei den Promis. Irgendwie schienen die Juroren die einzigen in ganz Rate-Deutschland gewesen zu sein, die noch nicht wussten, wer da über die Bühne mummenschanzte. Der Kudu war – natürlich – der tapfere ProSieben-Soldat und ehemalige Boyband-Sänger Daniel Aminati.

Der Höllenengel wurde erwartungsgemäss als Bülent Ceylan enttarnt, der Ende 2018 von RTL zu ProSiebenSat.1 wechselte und beklagte: «Einige Fans haben mich an meinem Finger erkannt.»

Das Monsterchen entpuppte sich nicht als Dschungelkönigin Evelyn Burdecki, sondern als Susi Kentikian, die schon zu ihrer aktiven Box-Zeit vor ProSieben-Kameras kämpfte und auch in «TV total»-Woks die Eisbahn hinabbretterte.

Gil Ofarim, 2018 bei «Schlag den Star» (ProSieben) Sieger gegen Pietro Lombardi, würde als Grashüpfer demaskiert. Dabei riss ihm der Astronaut, der ihn gerade im Finale des Finales vocal bezwungen hatte, den Insektenhelm regelrecht vom Kopf.

Und Mutzke? Der wurde bei ProSieben dank «TV total» und der von Stefan Raab veranstalteten Casting-Show «SSDSGPS» vom No-Name erst zum Eurovision Contest-Teilnehmer (2004) – und wird spätestens seit «The Masked Singer» immer wieder als «einer der besten Sänger des Landes» hofiert.

Die Nähe der Maskierten zur Sendefamilie fiel «draussen» vor den Fernsehern natürlich auf. Negativ. «ProMi ist eine Abkürzung für ProSiebenMitarbeiter», hiess es da. Und: «Einen Überraschungseffekt gibt es nur noch, wenn Matthias Opdenhövel seine Maske vom Kopf zieht und plötzlich Sylvie Meis da steht.» Passierte leider nicht.

BER wurde in den Werbepausen fertiggestellt

Max Mutzke ist Sieger von «The Masked Singer». Er dürfte einen enormen Karriereschub erfahren, Aber es gibt noch mehr Gewinner: ProSieben selbst etwa. Der Sender hatte sich gegen RTL durchgesetzt und mit dem Format einen echten Knüller gelandet. «TMS bietet das Lagerfeuergefühl, das wir seit dem Ende von ‹Wetten, dass..?› so vermissen», meinte ein Fan bei Twitter. Die Quoten sprechen für sich. Früher hätte man von «Strassenfegern» gesprochen.

Freuen dürfte sich auch der ProSieben-Schatzmeister: Eine Woche lang (!) durften die Fans schon vor (!!) dem Finale für ihre Favoriten anrufen. Das ist natürlich Mumpitz. Lässt aber die Kasse klingeln. Darüber hinaus wurde die vierstündige Mammutshow durch zahllose Werbepausen «aufgelockert». Lange Werbepausen. Im Netz blühte der Sarkasmus: «Ich bin 40. Als die Werbung begann, war ich 18», hiess es da, oder «Eine Werbung auf Pro Sieben: Der BER wurde fertiggestellt. Griechenland ist schuldenfrei!» und «Als ich in einer Werbepause mal ‹Krieg und Frieden› las. Auf Russisch. Ohne Vorkenntnisse.»



Die Jury: die dreifache Einfältigkeit

Nicht die heilige Dreifaltigkeit, sondern die dreifache Einfältigkeit: Die «Juroren» Ruth Moschner, Max Giesinger und Collien Ulmen-Fernandes sollten dringend auf Schauspieler umsatteln. Sich so grandios dem Senderauftrag zu unterwerfen und so überzeugend auf komplett ahnungslos zu machen – Respekt! Noch in der Finalshow lenkten sie mit atemberaubend hanebüchenen Ideen vom allzu Offensichtlichen ab. Sven Hannawald wurde von Max als Grashüpfer vorgeschlagen. Die Assoziation ist klar: Beide springen! Collien sah Jella Haase als Monsterchen vor sich, Ruth biss sich an Tom Beck als Engel fest.

Den Vogel schoss jedoch Gast-Juror Adel Tawil ab: Er wünschte sich den praktizierenden Comedian Eckart von Hirschhausen als Engel («Wissen wir denn, ob Hirschhausen nicht heimlich daheim Heavy Metal hört?») und – noch besser – Jorge Gonzalez als Grashüpfer. Klar, hallte es hämisch aus dem Netz zurück: «Jorge hat sich jahrelang seinen Akzent bewahrt, nur um für TMS auf Hochdeutsch umzuschulen.» Entlarvend meinte Max Mutzke bei seiner Siegerrede zur Jury: «Ich wusste erst nicht, warum ihr da seid.» Tja.

Lagerfeuer-TV? Oder doch eher der FC Bayern?

Trotz aller Unzumutbarkeiten: Gewonnen haben am Ende auch die Zuschauer. Das «Masked Singer»-Finale mag zwar ein wenig einem Bundesliga-Spiel des FC Bayern München geglichen haben. Man weiss ziemlich genau, was kommt (meist ein Sieg), aber man guckt doch zu, weil's ja doch – vielleicht, unter Umständen, möglicherweise – anders ausgehen könnte. Oder spektakulär wird. Im Fernsehstudio wurden jedoch die Fingernägel geschreddert, als es darum ging, wer ausscheidet, wer eine Runde weiter kommt. Es war spannend. Es wurde mitgefiebert. Es war perfekte Unterhaltung.

Die lieferte aber auch die Twitter-Gemeinschaft während der Sendung. Besonderns feist war offenbar aber ein Wikipedia-Nutzer: Um 23.50 Uhr stand fest, dass der Astronaut gesiegt hatte. Allerdings noch nicht, wer sich hinter der Maske versteckte. Die fiel erst nach Mitternacht. Vorher aber machte schon ein vermeintlicher Wikipedia-Eintrag bei Max Mutzke im Netz die Runde, in dem stand: «...2019 gewann er die ProSieben-Show ‹The Masked Singer›.» Fake oder nicht, witzig auf jeden Fall. Kommentar aus dem Netz: «Wikipedia ist schneller als ProSieben. Klar, da läuft auch keine Werbung.»

Staffel 2: Til Schweiger als Hähnchen?

Was bleibt, ist die Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen zur zweiten Staffel. Und die Hoffnung, dass es bei den Maskierten weniger Big Brother als vielmehr Big Promi heissen möge. Til Schweiger als Erdmännchen? Helene Fischer als Reblaus? Horst Seehofer als Otter? Man wird ja noch träumen dürfen.

«The Masked Singer» lief am Donnerstag, 1. August, um 20.15 Uhr auf ProSieben. Mit Swisscom Replay TV können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

Die Serien-Highlights im August
Zurück zur Startseite