«True Detective» ist zurück – und das ist gut so

11.1.2019 - 09:49, tsch

Stephen Dorff (links) und Oscarpreisträger Mahershala Ali spielen die Ermittler der dritten Staffel «True Detective». Der ebenso düstere wie starke Qualitätskrimi kann an das Niveau der gefeierten ersten Staffel mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson anknüpfen.
Bild: [2019] Home Box Office, Inc. All rights reserved
Schauspieler Mahershala Ali brilliert als Ermittler Wayne Hays auf drei Zeitebenen in der dritten Staffel von «True Detective». Erzählt wird von den Jahren 1980, 1990 sowie 2015 – und einem ungelösten Kriminalfall.
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Schauspieler Stephen Dorff, mittlerweile 45 Jahre alt, erlebte seine beste Zeit als Jungmime in den 90ern und frühen Nullerjahren. Seine Darstellung des Deacon Frost in der Comic-Verfilmung «Blade» gilt als eine seiner grössten Rollen. Nun darf er sein Können als neuer «True Detective» zeigen.
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Carmen Ejogo («Selma») spielt als Ehefrau von Detective Wayne Hays stark auf.
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Wayne Hays (Mahershala Ali, links) und Roland West (Stephen Dorff, Zweiter von links) befragen Tom Purcell (Scoot McNairy), den Vater der verschwundenen Kinder.
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Ihre Kinder sind weg, aber was passierte davor? Die Ehe von Lucy (Mamie Gummer) und Tom Purcell (Scoot Mc Nairy) war nie wirklich glücklich.
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Meryl Streeps älteste Tochter Mamie Gummer spielt in der dritten Staffel des HBO Crime-Dramas «True Detective» eine junge Mutter, deren beiden Kinder verschwinden.
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Der Vater (Scoot Mc Nairy, «Godless») verabschiedet seine Kinder, die nie zurückkehren. Das Drama über ihren Verbleib bestimmt das Leben ganz unterschiedlicher Menschen – in der feinen dritten Staffel des HBO-Krimi-Dramas «True Detective».
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Zwei Kinder verschwinden im Jahr 1980 aus einer ländlichen Gemeinde in Arkansas. Das Rätsel bestimmt acht spannende Stunden der dritten «True Detective»-Staffel.
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Wohin sind die Kinder einer White-Trash-Mutter (Mamie Gummer) im Arkansas des Jahres 1980 verschwunden? Die Detectives Wayne Hays (Mahershala Ali, Zweiter von rechts) und Roland West (Stephen Dorff, links) versuchen es herauszufinden.
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Die Südstaaten-Detectives Wayne Hays (Mahershala Ali, Zweiter von rechts) und sein Partner Roland West (Stephen Dorff, rechts) befragen nach dem Verschwinden zweier Kinder im ländlichen Arkansas des Jahres 1980 unzählige Zeugen.
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Die britische Schauspielerin Carmen Ejogo («Selma») verkörpert eine Lehrerin der verschwundenen Kinder, die sich während der Ermittlungen 1980 in Detective Hays verliebt.
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Schauspieler Mahershala Ali gewann 2017 für seine Rolle als Drogendealer Juan im Drama «Moonlight» den Oscar für die beste Nebenrolle.
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Mehr als drei Jahre nach der enttäuschenden zweiten Staffel gibt es doch noch die überraschende Fortsetzung der ruhmreichen HBO-Serie «True Detective».

Zwei bärbeissige Südstaaten-Cops werden wegen eines lange zurückliegenden Verbechens befragt. Der schwarze Detective Wayne Hays (Mahershala Ali, «Moonlight») und sein ehemaliger Partner Roland West (Stephen Dorff) ermittelten 1980 wegen des Verschwindens zweier Kinder in Arkansas.

Serienschöpfer Nic Pizzolatto erzählt die dritte Runde seines düsteren Crime-Dramas «True Detective» auf drei Zeitebenen. Neben dem Jahr 1990, in dem der Fall noch einmal aufgerollt wird, springt die Erzählung über acht Folgen auch immer wieder ins Jahr 2015, wenn längst berentete Cops auf die traumatischen Ermittlungen zurückblicken.

Kommt an die erste Staffel heran

Der Eindruck, dass Showrunner Pizzolatto die Erfolgsfaktoren der ersten Staffel kopiert – Südstaaten, verschiedene Zeitebenen, ein knorriges Ermittlerduo –, lässt sich nicht von der Hand weisen. Trotzdem ist sein achteiliges Drama furios erzählt und gespielt. Tatsächlich entwickelt «True Detective» wieder jenen dunklen Sog der legendären ersten Staffel mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson.

Am 7. November 1980, dem Tag, als US-Schauspieler Steve McQueen verstarb, machen sich zwei Kinder im ländlichen Arkansas mit ihren Fahrrädern auf den Weg. Der Vater (Scoot Mc Nairy, «Godless») ruft ihnen noch hinterher, sie sollen bei Dunkelheit zurück sein. Die Mutter (Meryl Streeps Tochter Mamie Gummer) ist, wie so oft, mal wieder nicht zu Hause. Natürlich kommen die Kinder nicht zurück, und die Ermittler Hays und West veranlassen eine immer grösser werdende Suchaktion.

Spannung wird gehalten

Über Tage, Monate und Jahre tauchen immer neue Spuren auf – und doch behält der Fall sein Rätsel für sich. Über acht Stunden verknüpft Serienschöpfer Nic Pizzolatto furios die drei Zeitebenen. Dabei erzählt er, wie das Schicksal von Ermittlern und Angehörigen der Opfer über Jahrzehnte durch tausendfach durchdachte Spuren verändert wird.

Einerseits nähert man sich durch die Augen der beiden Ermittler immer mehr dem Kern des Verbrechens an, andererseits mäandert Pizzolattos Erzählkunst auf eine Art und Weise um Lebensgeheimnisse und verborgenen Fakten herum, dass die subtile Spannung über sämtliche Folgen auf gleichbleibend hohen Niveau erhalten bleibt.

Nic Pizzolatto ist als Autor und Showrunner die einzige Konstante der Anthology-Serie «True Detective» – neben der Tatsache, dass Polizeiermittler im Mittelpunkt des Plots stehen. Diesmal führt er bei zwei Folgen sogar selbst Regie. Wie der 43-jährige Sohn einer italienischstämmigen Arbeiterfamilie aus Louisiana den Crime-Plot mit höchster Akribie vorantreibt, wie er eine von düsteren Ängsten und Ahnungen geprägte ländliche Hölle Amerikas beschreibt – das ist ganz grosses (Pantoffel-)Kino.

Starker Cast

Und auch wenn Matthew McConaugheys Darstellung des Detectives Cohle in Staffel eins (2014) wohl zu den grössten schauspielerischen Leistungen der Fernsehgeschichte gehört, muss sich Oscarpreisträger Mahershala Ali («Moonlight») mit seinem Detective keineswegs hinter McConaughey verstecken. Alis Figur Wayne Hays ist zwar weniger wuchtig angelegt, dafür aber beeindruckend präzise. Auch der in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geratene Stephen Dorff («Blade») spielt als Co-Ermittler zunehmend gross auf. Zudem dürfte sich Carmen Ejogo («Selma») als in jeder Hinsicht starke Ehefrau von Detective Hays Hoffnungen auf den ein oder anderen Nebenrollen-TV-Preis machen.

Insgesamt gelingt den neuen «True Detective»-Episoden das Kunststück, die Stärken der hochgelobten ersten Staffel zurück ins «Sehbewusstsein» zu holen und dennoch in keinster Weise zu langweilen. Dies muss man den Machern nach der Enttäuschung von Staffel zwei und einer langen Pause hoch anrechnen.

Muss man gesehen haben

Wer glaubt, die Fortsetzung der HBO-Serie «True Detective» 2019 getrost links liegen lassen zu können, weil es doch zur Genüge neue spannende Serien gäbe, der irrt. Pizzolatto zeigt beim Comeback seiner Detektive, dass es wohl derzeit keinen Autor ausser ihm gibt, der innerhalb des Krimigenres mit vergleichbarem visionärem Grössenwahn zu Werke geht.

Die erste Folge der dritten Staffel von «True Detective» ist parallel zur US-Ausstrahlung ab 14. Januar immer montags, um 20.15 Uhr, auf Sky Atlantic HD (via Teleclub empfangbar) oder ab dem 15. Januar im Einzelabruf auf Teleclub On Demand zu sehen.

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