Anthony Ackermann: «Baschi ist die grösste Diva»

Bruno Bötschi

5.1.2021 - 06:36

Anthony Ackermann (vorne links) über Baschi: «Ich mag seine Art sehr und habe immer viel zu lachen, wenn er Klamauk macht.»
Bild: zVg

Ende Woche geht sein grosser Traum in Erfüllung. Anthony Ackermann moderiert die neue TV-Show «Sing It Your Way». Ein Gespräch über Cover-Versionen, Bettgeschichten und ein traumatisches Erlebnis mit einem Fussball.

Die Corona-Pandemie hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht: Statt auf der «blue»-Redaktion, wo wir beide arbeiten, treffe ich Anthony Ackermann, 33, per Facetime.

Wir sprechen zusammen, weil er am kommenden Sonntag, 10. Januar, 20 Uhr, zum ersten Mal die neue Talenthow «Sing It Your Way» auf dem Fernsehkanal «blue Zoom» und im Livestream auf bluenews.ch moderieren wird.

Der Interviewer teilt dem Moderator etwas überschwänglicher als sonst mit, um was es heute genau geht (kurze Fragen, schnelle Antworten). Toll bist du da, und toll machst du mit. Momoll.

Bevor es losgeht, liebe Leser*innen, sei noch erwähnt: Interviewpartner werden in den Medien normalerweise gesiezt, aber als Redaktionskollegen duzen wir uns.

Anthony Ackermann, wir machen heute ein Frage-Antwort-Spiel: Ich stelle dir in den nächsten 30 Minuten möglichst viele Fragen. Und du antwortest möglichst kurz und schnell. Wenn dir eine Frage nicht passt, sagst du einfach ‹weiter›.

Okay, lass los.

Hazel Brugger oder Stefan Raab?

Hazel Brugger ist cool und ich mag ihr den Erfolg sehr gönnen. Mit ihrer Art von Humor hat sie mich aber bisher noch nicht richtig abholen können. Dagegen hat mir Stefan Raab schon einige sehr, sehr lustige Momente beschert – insbesondere als er mit der Ukulele unterwegs war.

Sophie Hunger oder Steff la Chef?

Mit 17 sah ich Sophie Hunger am Openair Oberrieden live. Sie war damals Mitglied der Indie-Rock-Band Fisher. Es war ein megaschönes Konzert. Ich kaufte danach eine CD der Band. Hunger und ihre Mitmusiker schienen einigermassen überrascht, dass ein Teenager ihr Album kauft. Aber ich dachte schon damals: Hey, die Frau kommt einmal gross raus.

England oder Indien?

Zu beiden Ländern habe ich einen familiären Bezug. Meine Wahl fällt jedoch auf England, weil ich in London geboren wurde. Zudem bin ich Fan des englischen Fussballs, also von Manchester United.

Zum Autor: Bruno Bötschi
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«Bluewin»-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten. Bötschi hat viel Erfahrung mit Interviews. Für die Zeitschrift «Schweizer Familie» betreute er jahrelang die Serie «Traumfänger». Über 200 Persönlichkeiten stellte er dafür die Frage: Als Kind hat man viele Träume – erinnern Sie sich? Das Buch zur Serie «Traumfänger» ist im Applaus-Verlag, Zürich, erschienen. Es ist im Buchhandel erhältlich.

Welche Verbindungen hast du zu Indien?

Mein Grossvater ist Inder.

Bravo-Poster im Teenagerzimmer – ja oder nein?

Ich nicht, aber im Zimmer meiner Schwester hing ein mehrteiliges Backstreet-Boys-Poster.

Was hing bei dir an der Wand?

Als ich etwas älter war, hängte ich ein Bild von Kurt Cobain auf.

Deine Note im Singunterricht?

Zwischen 5 und 5.5.

Ein Streber also.

Es geht so. Im Sing-Unterricht machte ich ziemlich viel Blödsinn, während des Vorsingens an der Prüfung gab ich mir aber immer viel Mühe.

Deine ungestillte Sehnsucht als Zwölfjähriger?

Ich wollte unbedingt Moderator werden.

Stehst du morgens mit Musik auf?

Ich lasse mich mit dem Standardton des iPhone wecken. Bevor ich duschen gehe, stelle ich dann Musik ein.

Deine Erklärung, warum Menschen unter der Dusche singen?

Man kann das Smartphone nicht mitnehmen.

Berufstraum Popstar?

Ach, diesen Traum habe ich immer noch (lacht). Ich bin überzeugt, irgendwann klappt es mit meiner Karriere als Sänger. Ich habe deshalb auch angefangen Gitarre zu lernen, damit ich eigene Songs schreiben und auf Tournee gehen kann. Falls es mit der Weltkarriere als Musiker wider Erwarten nicht klappen sollte, kann ich künftig wenigstens bei Geburtstagsfeiern von meinen Kolleg*innen auftreten oder wenn ich einmal Kinder habe, diese in den Schlaf singen.

Du AA, ich BB. Kennst du einen netten oder berühmten Menschen mit dem Namenskürzel CC?

Lass mich kurz überlegen … Eric Clapton funktioniert schon mal nicht. Ach, es gibt sicher eine berühmte Person mit dem Kürzel CC, die alle kennen, aber deren Namen mir jetzt gerade nicht einfallen will …

Ich hätte sonst einen Vorschlag: Costa Cordalis.

Auf Costa Cordalis wäre ich nie gekommen. Hast du keinen besseren Vorschlag?

Leider nein. Fakt ist: Viele Schlagersänger*Innen treten unter einem Künstlernamen auf. Dieses Problem hättest du nicht: Anthony Ackermann – der perfekte Name für eine Karriere als Schlagersänger.

Na ja, Ackermann finde ich jetzt nicht so prickelnd als Künstlername. Vielleicht würde ich es besser nochmals mit Anthony Bighead, meinem alten Künstlernamen, versuchen.

Anthony Ackermann: «Irgendwann klappt es mit meiner Karriere als Sänger.»
Bild: zVg

Vor acht Jahren wolltest du dir den Traum der Musiker-Karriere unter dem Namen ‹Anthony Bighead› bereits einmal erfüllen. Du bist damals bei der Schweizer ESC-Vorausscheidung 2013 mit dem Song ‹Do The Monkey› ins Rennen gestiegen.

Die Teilnahme am ESC war nicht eingeplant. Ich hatte einfach Lust einen Song einzuspielen. Bevor ich das eigentliche Lied namens ‹Koffein, Koffein, Kafi, Kafi› aufnehmen wollte, dachte ich, wäre es gut, wenn ich eine Vorabsingle realisieren würde. Das war dann eben ‹Do The Monkey›. Ich hatte kein Geld, aber einige coole Kontakte und so wurde die Sache immer grösser, bis wir entschieden: Komm, wir reichen das Lied für die Schweizer ESC-Vorentscheidung ein. Nach den diversen Nullnummern fand ich, es wäre an der Zeit, dass auch die Schweiz einmal mit einem witzigen Song à la Stefan Raab an den Start gehen sollte.

Du hast den Song ‹Do The Monkey› im Affenkostüm performt und es damit in der Schweizer Vorausscheidung immerhin auf Platz sieben geschafft.

Das stimmt.

Warum hast du dich für ein bisschen Ruhm zum Affen machen lassen?

Ich dachte, ein lustiger Typ im Affenkostüm könnte gut ankommen beim Publikum. Es hat dann aber leider nicht ganz gereicht.

Ein Freund von mir meinte: ‹Do The Monkey› töne wie eine billige Version eines ‹Yello›-Songs.

Von einem Yello-Song? Das habe ich jetzt noch nie gehört. Was mir immer wieder nachgesagt wurde: Unser Rap klinge wie ein Lied von DJ Bobo.

War dein Aussehen für deine Karriere bisher hinderlich oder förderlich?

Weder noch.

Mit deiner Karriere als Musiker hat es bisher noch nicht geklappt, aber dafür darfst du ab kommendem Sonntag, 10. Januar, die Talentshow ‹Sing It Your Way› auf dem Fernsehkanal ‹blue Zoom› moderieren. Ein ziemlich cooler Jahresbeginn, oder?

Das ist definitiv eine coole Chance für mich. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den vier Künstlern Bligg, Marc Sway, Loco Escrito und Baschi.

Du hast fünf Sätze, um das Konzept von ‹Sing It Your Way› zu erklären.

Es gibt fünf ‹Sing It Your Way›-Sendungen. Bei den ersten vier steht einer der vier Künstler im Fokus, derweil drei Newcomer einen seiner Hits covern. Ziel ist, dass die Nachwuchskünstler*innen den jeweiligen Star mit ihrer Cover-Version überzeugen und damit in den Final einziehen. Im Final, also in der fünften Sendung, treten die vier Sieger*innen gegeneinander an – und kämpfen neben dem Sieg um ein Preisgeld von 10'000 Franken und einen Hallenstadion-Auftritt mit Blay, dem neuen Musikprojekt von Bligg und Marc Sway, am 4. Dezember 2021.

Bist du ein Fan von Cover-Versionen?

Ein sehr grosser sogar – und ich bin überzeugt davon, dass in unseren Sendungen der eine oder andere Song ziemlich geil gecovert wird.

Warum sind bei ‹Sing It Your Way› keine Musikerinnen dabei? Gibt es in der Schweiz keine guten Sängerinnen?

In der Schweiz gibt es definitiv ganz viele tolle Sängerinnen. Allerdings werden aktuell gleich mehrere Musik-Sendungen von diversen Fernsehsendern produziert. Deshalb haben wir es leider nicht geschafft, eine Frau für die Jury der Sendung zu engagieren.

Gibt es unter den Teilnehmern, die Songs covern, ein paar Frauen?

Ja, die gibt es.

Bligg, Marc Sway, Loco Escrito und Baschi: Von welchem Künstler bist du am meisten Fan?

Ich mag alle vier Musiker sehr, aber richtig Fan bin ich von Baschi. Er ist ein Rockstar und ist, obwohl er schon sehr jung ins Showbusiness eingestiegen ist, immer authentisch geblieben – egal, ob die Kamera an ist oder nicht. Das schätze ich sehr. Baschi ist ein wilder, aber total sympathischer Typ.

Dein absoluter Baschi-Lieblingssongs?

‹Diis Lied›.

Und unter uns kannst du es ja jetzt verraten: Wie benehmen sich Baschi und Co. im Backstage-Bereich?

Ich kann nur sagen, dass ich es mit allen vier Musikern guthabe. Es sind zwar total unterschiedliche Charaktere, aber ich mag alle sehr.

Es sind ja alle so nett. Ach, Anthony, ein bisschen Salz darfst du schon in die Wunden streuen.

Ach …

… komm, wer hat die meisten Allüren?

Baschi ist die grösste Diva. Aber wie gesagt: Ich mag seine Art sehr und habe immer viel zu lachen, wenn er Klamauk macht.

Hörst du dir als Hipster, der in Zürich lebt, überhaupt Mainstream-Musik von Künstlern wie Bligg und Co. an?

Bin ich ein Hipster? Diese Frage müssten wir, denke ich, irgendwann noch genauer thematisieren. Aber zurück zu deiner Frage: In letzter Zeit höre ich öfter Musik von der Luzerner Rockpopband Hecht. Ich mag ihren Sound und ihre Konzerte sind Hammer.

Anthony Ackermann zusammen mit Blay alias Bligg und Marc Sway: «Ich bin überzeugt davon, dass in den ‹Sing It Your Way›-Sendungen der eine oder andere Song ziemlich geil gecovert wird.»
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Wann zuletzt eine Nacht durchgetanzt?

Ende Sommer 2020 tanzte ich an einem privaten Rave, er fand draussen statt, bis morgens um sechs Uhr.

Deine längste Zeit im Bett?

Im November erkrankte ich an Corona. Danach lag ich während zwei Tagen am Stück im Bett.

Das grösste Abenteuer, das du in einem Bett bestehen musstest?

Bisher habe ich nur das Standardprogramm erlebt.

Dein traumatischstes Erlebnis mit einem Fussball?

Eine schmerzhafte Standardsituation als Fussballer ist, wenn man den Ball in die Eier abbekommt. Das ist mir öfter passiert. Noch schlimmer war aber, als wir mit dem FC Wollishofen wegen mir das letzte und entscheidende Meisterschaftsspiel verloren.

Was war passiert?

Ich war Libero. Kurz vor Schluss des Spiels wurde ich von einem der gegnerischen Stürmer übertölpelt und er konnte den Ball zum matchentscheidenden 2:3 einschieben. Zu meiner Ehrenrettung darf ich allerdings sagen, dass wir ohne mich, in jener Saison nicht so weit vorne in der Tabelle klassiert gewesen wären – während der Saison habe ich meine Arbeit als Libero nämlich ziemlich gut erledigt.

Deine erste Arbeit für Geld?

Mein allererstes Geld bekam ich von meiner Mutter, nachdem ich die ganze Wohnung gestaubsaugt habe. Einen schönen Batzen Geld verdiente ich zudem am Ende der Sekundarschule, als ich eine Woche lang in der Gehörlosenschule in Zürich Böden schrubbte.

Was hast du mit dem Geld gemacht?

Ich reiste mit meinen Schulkollegen nach Barcelona.

Kann du so schnell denken wie du sprichst oder ist dein Mundwerk hin und wieder auch schneller?

Ich kann sehr gut Kopfrechnen. Heute fühle ich mich allerdings nicht so richtig wohl und darum testen wir das jetzt besser nicht.

Schönster Mann, mit dem du je verglichen wurdest?

Früher wurde ich hin und wieder mit dem Schauspieler Jack Black verglichen. Aber ist das ein schöner Mann? Mit wem ich bis heute regelmässig verwechselt werde, ist der Berner Rapper Knackeboul. Seit ich jedoch einen Schnauz trage, passiert es deutlich weniger.

Deine Erklärung dafür, warum Sänger*innen beim Singen die Augen schliessen?

Ich denke, wer die Augen beim Singen schliesst, kann sich besser auf die Stimme konzentrieren und das Erleben der Musik ist intensiver. Manch ein Musiker wird möglicherweise aber auch nur von den Scheinwerfern geblendet sein und hält deshalb die Augen geschlossen.

Braucht es viel Alkohol, bis du in einer Karaokebar das Mikrofon packst?

Nein.

«Sing It Your Way»: Die neue TV-Talentshow von blue

«Sing It Your Way»: Die neue TV-Talentshow von blue

In der Musikshow «Sing It Your Way» covern Newcomer die grössten Hits von BLAY, Baschi und Loco Escrito. Wer die Künstler am meisten überzeugt, darf im Finale mit einem eigenen Song antreten.

10.12.2020

Hits von heute sind nicht selten die Originale von gestern: Welche Cover-Version ist für dich die Mutter aller Cover-Versionen?

Es gibt diverse Songs, bei denen mir es schwerfällt, zu sagen, ob ich das Original oder das Cover besser finde.

Bitte ein Beispiel.

‹Hurt› ist eines der bekanntesten Lieder von Trent Reznor, dem Sänger der Band Nine Inch Nails. Das Stück wurde 2002 auch von Johnny Cash aufgenommen, dessen Cover-Version die Popularität des Originals bei Weitem übersteigt. Ich finde beide Versionen richtig, richtig toll.

Die beste Schweizer Cover-Version?

Stephan Eichers Version vom Mani-Matter-Song ‹Hemmige› ist extrem toll. Ist Eichers Version besser als das Original? Weiter.

Welchen Song würdest du gern einmal covern?

Das bleibt aber unter uns, gell? Ich würde gern einmal ‹Proud Mary› von Tina Turner als Metal- oder Hardrocker-Version covern. Cool fände ich auch, wenn AC/DC ‹Proud Mary› einmal covern täten.

Deine absolute Lieblingssängerin?

Die Auswahl ist riesig, ich möchte mich deshalb nicht auf eine Sängerin fokussieren.

Dein Lieblingssänger?

Siehe vorherige Antwort.

Deine Lieblingsband?

Sagen wir es so: Die beste Liveband zurzeit ist die US-amerikanische Synthpop-Band Future Islands. Kürzlich habe ich deren neues Album ‹As Long as You Are› gekauft. Ich kann nur sagen: Hammer!

Die derzeit beste Melodie im Radio?

Sorry, ich höre kein Radio.

Macht dich Musik hin und wieder wütend?

Eher umgekehrt. Musik hilft, wenn ich hässig bin, mich schneller zu beruhigen.

Lieder funktionieren oft wie Apotheken: Welcher Song hilft dir gegen mangelndes Selbstbewusstsein?

Rapper Denzel Curry hat den Song ‹Bulls On Parade› von Rage Against The Machine gecovert. Bereits die Originalversion ist ein krasser Powersong – aber wenn ich die Version von Curry höre, könnte ich danach Bäume ausreissen (lacht).

Gegen Einsamkeit?

‹With A Little Help Form My Friends› von den Beatles, gesungen von Ringo Starr. Starr ist ja nicht bekannt als grosser Sänger, man kann das Lied also relativ easy mitsingen. Ich sage nur: Coversong!

Gegen Liebeskummer?

Bei mir war es bisher jedes Mal ein anderer Song, der mir geholfen hat.

In welchen Momenten – ausser im Bett, wenn du schläfst – möchtest du unter keinen Umständen Musik hören?

Während ich eine ‹Netflix›-Serie schaue.

Du magst demnach Filmmusik nicht?

Nein, nein, ich meinte, ich möchte während ich eine Serie schaue nicht noch von zusätzlicher Musik berieselt werden. Und apropos Film-Soundtrack: Die Musik zur ‹Netflix›-Serie ‹The End of the F***ing World› ist der Oberhammer.

Anthony Ackermann: «Früher wurde ich hin und wieder mit dem Schauspieler Jack Black verglichen. Aber ist das ein schöner Mann?»
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Kennst du die Internetseite secondhandsongs.com?

Nein.

Auf dieser Internetseite kannst du nachschauen, wievielmal ein Song bisher gecovert worden ist.

Tönt spannend.

Der Hit ‹Summertime› aus dem Musical ‹Porgy and Bess› von George Gershwin zum Beispiel wurde bis heute sage und schreibe 2036-mal gecovert. Der Song ‹Over the Rainbow› immerhin 1215-mal. Was denkst du, wievielmal wurde das Beatles-Stück ‹Let It Be› aus dem Jahr 1969 bisher gecovert?

Zwei Cover-Versionen muss es ganz sicher geben, denn ich weiss, dass Aretha Franklin und auch Tina und Ike Turner das Stück gecovert haben.

Wow, ich bin begeistert von deinem Musikwissen. Bleibt die Frage: Wie viele Versionen von ‹Let it be› sind es bis heute insgesamt?

Ich sage einmal 1022-mal.

Falsch. Laut secondhandsongs.com gibt es bis heute 438 Cover-Versionen.

Okay.



Regelmässig, wenn ich das Radio einschalte, kommt eine Cover-Version …

… wie schon gesagt: Radio höre ich nicht.

Moment, meine Frage geht anders: Es gibt eine bestimmte Anzahl Töne, die man auf eine bestimmte Anzahl Arten anordnen kann. Irgendwann hat man sie also durch. Fürchtest du dich davor, dass uns Menschen irgendwann Ideen für neue Lieder ausgehen?

Nein, davor habe ich keine Angst. Die Möglichkeiten, die uns die Tonleiter bietet, sind unglaublich vielfältig.

Könnte es nicht passieren, dass wenn Stimmen von heute, die Songs von gestern nachsingen, man irgendwann nicht mehr an das Morgen glauben kann?

Wie du vielleicht bemerkt hast: Ich mag ältere Musik. Und deshalb kann ich diese Befürchtung nicht nachvollziehen.

Kann Musik die Welt verändern?

Ich bin überzeugt davon, Musik bringt Menschen zusammen. Und deshalb kann sie auch die Welt verändern. So kitschig das jetzt vielleicht tönt, aber daran glaube ich wirklich.

Wenn du auf das Jahr 2020 zurückblickst: Was kommt dir als Erstes in den Sinn?

Musiktechnisch oder generell?

Das überlasse ich dir.

Das Coronavirus ist seit Monaten ominipräsent. Aber es gab in den vergangenen zwölf Monaten auch viele schöne Dinge – unter anderem ist, wie schon erwähnt, das neue Album von Future Islands erschienen.

Die Corona-Pandemie hat das öffentliche Leben, insbesondere die Kultur, zu grossen Teilen lahmgelegt. Was denkst du, wann wird sich das gesellschaftliche Leben wieder normalisieren?

Ich habe grosse Hoffnung in die Impfung. Wenn da alles gut läuft, denke ich, dass wir ab dem kommenden Sommer wieder normaler leben können.

Hättest du ein Problem damit, wenn du künftig den Impfausweis vorweisen müsstest, um an ein Konzert gehen zu können?

Darüber habe ich mir noch zu wenig Gedanken gemacht. Deshalb: weiter bitte.

War früher alles besser?

Nein – ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch, weil ich weiss: Es gibt nur einen Regenbogen, wenn es vorher regnet.

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