Im Stall geblieben

Bär Sam verschläft seinen ersten Tag in der Bündner Bergwelt

bb

1.6.2022

Jamila und Sam dürfen in der heilen Bergwelt alt werden

Jamila und Sam dürfen in der heilen Bergwelt alt werden

Die Bärengeschwister Jamila und Sam sind heute aus dem Zoo Skopje in Arosa im Bärenland angekommen. Grund für den Umzug sind die schlechten Lebensbedingungen der Geschwisterbären in Nordmazedon

20.05.2022

Bär Sam, der seit wenigen Tagen im Bärenland in Arosa lebt, hätte gestern zum ersten Mal die Aussenanlage erkunden können. Das Tier hatte jedoch keine Lust darauf.

bb

1.6.2022

Es hätte ein grosser Tag im Leben von Bär Sam werden können.

Nachdem er zusammen mit seiner Zwillingschwester Jamila vor zehn Tagen vom Zoo Skopje nach Arosa transportiert wurde, hätte er nun zum ersten Mal die Aussenanlage des Bärenschutzzentrums erkunden können.

«Sam hat sich schnell an die neuen Gegebenheiten in der Innenanlage gewöhnt», so Hans Schmid, der wissenschaftliche Leiter des Bärenlandes Arosa. Diese erfreuliche Entwicklung habe es ermöglicht mit dem 18-jährigen Tier bereits nach wenigen Tagen einen weiteren Schritt anzugehen «und ihm den Zugang in die Aussenanlage zu öffnen».

«Ein gutes Zeichen»

Kurz vor Mittag wurde gestern Dienstag der Schieber zur Aussenanlage geöffnet.

Zum Erstaunen aller Beteiligten schien der Bär davon jedoch nichts mitzubekommen. Stattdessen döste Sam in der Innenanlage weiter. Weder die Sonne noch das verteilte Futter konnte die Schlafmütze aus der Ruhe bringen.

Keine Lust die Aussenanlage zu entdecken: Bär Sam verpennt seinen ersten grossen Tag im Bärenland Arosa im Stall.
Bild: Stiftung Arosa Bären/Vier Pfoten

«Eigentlich ein gutes Zeichen», so Schmid weiter. Dass sich Sam von Nebengeräuschen nicht nervös machen lasse und er so entspannt in der Innenanlage schläft, zeige, dass er mit den Gegebenheiten im Bärenland vertraut sei.

«Für unser Team und das Arosa Bärenland ist klar, dass wir in so einem Moment nichts erzwingen. Bei uns entscheidet das Tier über das Tempo und die nächsten Schritte», erklärt Alexandra Mandoki, Länderchefin von Tierschutzorganisation Vier Pfoten Schweiz.

Konkret heisst das: Der Schieber bleibt auch weiterhin offen. Vielleicht hat Sam ja bereits heute Lust darauf den Aussenbereich mit seinen Bächlein, Teichen, Bäumen und Felsen zu begutachten.

Vergesellschaftung der Tiere

Das Erkunden der Aussenanlage ist ein wichtiger Schritt in der angestrebten Vergesellschaftungs-Strategie.

«Erst wenn Sam das natürliche Umfeld kennt und mögliche Fluchtwege und Verstecke erkunden konnte, werden wir eine Vergesellschaftung mit den anderen drei Bären anstreben», so Hans Schmid. 

Amelia und Meimo verweilen derzeit in der abgetrennten Aussenanlage Nord.
Bild: Stiftung Arosa Bären/Vier Pfoten

Sams Zwillingsschwester Jamila wird übrigens noch ein paar Tage länger in der Innenanlage verbringen. Sie wirkt in den Augen der Tierpfleger zurückhaltender und unsicherer, deshalb wird man dem Weibchen noch ein bisschen mehr Zeit geben.

Amelia und Meimo, die schön länger in Arosa leben, befinden sich zurzeit in einem anderen, abgetrennten Teil der Aussenanlage.