Jambolina hält sich bedeckt, Meimo scheint es nicht zu kratzen

Von Bruno Bötschi und Christian Thumshirn, Arosa

22.6.2021

Jambolina und Meimo –  erster Flirt im Arosa Bärenland

Jambolina und Meimo – erster Flirt im Arosa Bärenland

Ein grosser Tag in Arosa: Jambolina traf zum allerersten Mal im Aussengehege vom Bärenland auf Meimo. Die «blue News»-Filmaufnahmen zeigen, was passiert, als sich die beiden Tiere Aug in Aug gegenüberstehen.

22.06.2021

Ein grosser Tag in Arosa: Jambolina traf heute Morgen im Aussengehege vom Bärenland auf Meimo. Filmaufnahmen zeigen, was passiert, als sich die beiden Tiere zum ersten Mal gegenüberstehen.

Von Bruno Bötschi und Christian Thumshirn, Arosa

22.6.2021

Heute Morgen, punkt 11 Uhr: Die Klappe zum Aussengehege im Arosa Bärenland wird hochgezogen. Nur kurz streckt Meimo den Kopf raus, sieht einmal nach links, dann stürmt der Bär raus – wo ihn an diesem Morgen eine Überraschung erwartet:

Jambolina, die ehemalige ukrainische Zirkusbärin.

Die Bärin tut zuerst so, als habe sie kein Interesse an Meimo. Sie hält sich hinter einer Tanne versteckt. Oder fürchtet sie sich vor dem deutlich grösseren Männchen?

Auch Meimo macht auf cool. Oder sieht er die Bärin nicht? Er schlendert scheinbar uninteressiert durchs Gelände – bis sich die beiden Bären nach zwei, drei Minuten zum ersten Mal Aug in Aug gegenüberstehen.

Ein grosser Moment für die beiden Tiere, aber auch ein spezieller Moment für die Verantwortlichen vom Bärenland. Was passiert, wenn sich Jambolina und Meimo zum ersten Mal ohne Gitterstäbe dazwischen gegenüberstehen?

Im obigen Video haben wir den Moment, also die sogenannte Vergesellschaftung, festgehalten. Und Hans Schmid, wissenschaftlicher Leiter vom Arosa Bärenland, erklärt, wie es weitergeht mit den Tieren.

Schicksal einer Zirkusbärin

Das Schicksal von Jambolina berührt die Schweiz. Die ehemalige Zirkusbärin kam im vergangenen Winter ins Bündnerland. Viele Jahre wurde die zwölfjährige Bärin allein in einem zu kleinen Käfig gehalten und zur Belustigung der Zuschauerinnen und Zuschauer eingesetzt. Im Ballettröckchen Kunststücke aufzuführen gehörte zu ihrem Alltag.

Jambolina hat dank der Tierschutzorganisation Vier Pfoten eine neue Heimat gefunden – sie musste dafür 2400 Kilometer weit in die Bündner Berge reisen. Vier Tage dauerte die Reise von der Ukraine in die Schweiz.

In Arosa lebt sie nun mit Amelia und Meimo, die bereits seit Februar 2019 in der Schweiz sind, in einem riesigen Innen- und Aussengehege. 

Amelia und Meimo waren vorher in der albanischen Stadt Shkoder daheim, wo die Tiere nicht artgerecht in einem 60 Quadratmeter grossen Käfig gehalten wurden. Dort konnten die Bären nicht länger bleiben, da ihre Haltung zunehmend in die Kritik geraten war und der Besitzer den Mini-Zoo Ende Januar schloss.