Das sind die 10 besten Pflanzen für ein gutes Raumklima

8.3.2018 - 00:00, Kerstin Degen

Dicke Luft herrscht derzeit fast überall, denn bollernde Heizungen und tagelanges Einigeln sorgen nicht gerade für ein optimales Raumklima. Doch Hilfe naht: Raumpflanzen wecken nicht nur Frühlingsgefühle, sie agieren als natürliche Luftfilter, liefern Feuchtigkeit und lassen uns endlich wieder tief durchatmen.

Väterchen Frost hält derzeit seine eisige Hand über die Schweiz, die klirrende Kälte lässt uns die Heizung bis zum Anschlag aufdrehen, gelüftet wird nur notdürftig und wer keine Verpflichtungen hat, pfeift auf die tägliche Frischluft-Dosis. Alles wunderbare Voraussetzungen für buchstäblich dicke Luft.

Doch die frische Brise kommt nicht allein aus dem Fenster, mit der richtigen Begrünung legen Sie den Grundstein für ein optimales Raumklima bereits in Ihren vier Wänden - Dschungel-Feeling inklusive.

Natürliche «Luftfilter» mit Dschungel-Appeal

Im Biologie-Unterricht in der Schule haben wir gelernt, dass Pflanzen der Luft Gifte entziehen, und Feuchtigkeit abgeben können. Dennoch kämpfen manche Zimmerpflanzen noch immer mit einem etwas verstaubten Image. Jetzt ist es an der Zeit, diese Vorurteile ein für alle Mal abzulegen. Wir präsentieren Ihnen die schönsten und wirkungsvollsten «Luftreiniger» aus der Welt der Pflanzen:

1. Hedera Helix: Der gemeine Efeu

Zu den absoluten Top-Luftreinigern zählt der gemeine Efeu. Er filtert sämtliche Schadstoffe in Form von Formaldehyd, Benzol, Trichlorethen und sogar Ammoniak und gehört zu den wenigen Zimmerpflanzen, die auch in unseren Gefilden heimisch sind.

Der gemeine Efeu (Hedera Helix) ist der Star unter den grünen Luftfiltern. Aber aufgepasst! Für unsere vierbeinigen Freunde ist die Pflanze giftig und sollte daher im Haushalt von Katzen- und Hundebesitzern keinen Platz haben.
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Zudem klettert die Ranke an wirklich allem hoch, vom Lampenständer bis zum Stromkabel, der Efeu umwickelt, was ihm in die Quere kommt und sorgt so für das ultimative Dschungel-Gefühl.

2. Chamaedorea Seifrizii: Die Bambuspalme

Beinahe ebenso effizient ist die aus Mittelamerika stammende Bambuspalme. Ihren Namen verdankt sie ihrem grünen Stamm mit den hellen, an Bambus erinnernden Ringen. Ihr Vorteil gegenüber dem Efeu - die Bambuspalme ist absolut ungiftig und daher auch für Haushalte mit Tieren bestens geeignet.

Die dicht angeordneten Fiederblättchen der Bambuspalme werden bis zu 60 cm lang und sind leicht gebogen. Auch als Zimmerpflanze kann die Bambuspalme recht gross werden, im Freien sogar bis zu drei Meter hoch.
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Die Bambuspalme ist relativ anspruchslos und bedarf nur wenig Licht und Pflege. Sie verträgt aber auch direktes Sonnenlicht und eignet sich daher gut für Fensterbänke und Wintergärten.

3. Phoenix roebelenii: Die Zwergdattelpalme

Im Gegenzug zur hochwachsenden Bambuspalme wächst die exotisch anmutende Zwergdattelpalme mehr in die Breite und wird nur zwischen 60 und 80 Zentimeter hoch. Sie gilt als besonders starker Formaldehyd-Filter und gibt über ihre grossen Blätter viel Feuchtigkeit an die Raumluft ab.

Die Zwergdattelpalme stammt aus Südostasien und wächst vor allem an den Ufern des Mekong.
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Für eine tropische Pflanze ist die Zwergdattelpalme ungewöhnlich kälteunempfindlich. Sie benötigt aber immer ausreichend Wasser, sowie einen hellen bis halbschattigen Standort für ein üppiges Wachstum.

4. Chlorophytum comosum: Die Grünlilie

Die in Südafrika beheimatete Grünlilie ist dank ihrer Anspruchslosigkeit eine  besonders beliebte Zimmerpflanze.  Da sie häufig auch in Büroräumen zu finden ist, trägt sie den Übernamen «Beamtengras» oder «Beamtenpalme».

Die Grünlilie zählt zu den robusten Zimmerpflanzen und ist relativ pflegeleicht.  Langweilig ist die Grünlilie dennoch nicht. Bei guter Pflege wächst die Pflanze quasi unermüdlich und beschert reichlich Nachwuchs.
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Die Grünlilie besitzt eine besonders gute Fähigkeit, die Formaldehyd-Konzentration in Innenräumen zu senken. Formaldehyd kommt in seiner natürlichen Form beispielsweise in Früchten und Hölzern vor, als Desinfektionsmittel ist es aber ebenso in Reinigungsmitteln und Textilien enthalten. Auch im Zigarettenrauch entsteht dieses Gas. 

5. Asplenium: Die Farnarten

Zu den besonders guten Luftbefeuchtern gehören die grossblättrigen Farnarten wie der Nestfarn (Asplenium nidus) oder der Streifenfarn (Asplenium antiquum). Indem sie praktisch das gesamte Giesswasser an die Raumluft zurückgeben, sorgen sie für eine spürbare Verbesserung der Luftfeuchtigkeit.

Farnarten filtern nicht nur Schadstoffe aus der Luft, sondern gelten als besonders effiziente Luftbefeuchter. 
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Beide Farnarten gelten als pflegeleicht. Sie brauchen wenig Licht und gedeihen selbst an schattigen Orten, an denen andere Zimmerpflanzen einzugehen drohen. Ihren Ursprung haben die Asplenium in tropischen und subtropischen Regionen, daher sollten Sie die Erde immer leicht feucht halten und ihren Pflanzen ab und zu eine Nebeldusche gönnen.

6. Dracanea: Die Drachenbäume

Drachenbäume sind keine wirklichen Bäume, sondern baumförmige Lebensformen, die einen verholzten Stamm aufweisen. Was das Filtern von Schadstoffen aus Möbeln, Wandfarben und Teppichen betrifft, kann diese Pflanzenart wahre Wunder vollbringen.

Die Dracanea gibt es in unzähligen Sorten, die sich in Farbgebung und Blattgrösse unterscheiden. Hier gilt, je mehr Variation, desto besser wird auch ihr Raumklima.
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Mit der richtigen Pflege werden aus Drachenbäumen richtige kleine Palmen, die Ihrem Raum einen Hauch Dschungel-Flair verleihen. Dazu brauchen sie viel Licht, aber keine pralle Mittagssonne, ständig feuchte Erde (Staunässe vermeiden) und von Zeit zu Zeit eine lauwarme Nebeldusche.

7. Epipremnum aureum: Die Goldene Efeutute

Die Efeututen stammen ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Gebieten und fühlen sich in diesen klimatischen Bedingungen noch heute am wohlsten. An halbschattigen bis hellen Standorten gedeiht die Efeutute als Zimmerpflanze am besten. 

Die goldene Efeutute erfrischt nicht nur das Raumklima. Lässt man sie in einem Aquarium wurzeln, entziehen ihre Blätter auch dem Süsswasser Schadstoffe. 
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Der Wasserbedarf hängt stark von der grösse der Pflanze ab, generell gilt die Efeutute aber als äusserst pflegeleicht. Neben ihren luftreinigenden Eigenschaften soll die Pflanze auch Gerüche neutralisieren können und ist daher häufig in Küche oder Bad anzufinden. 

8. Sansevieria trifasciata: Der Bogenhanf

Mit seinen kräftigen, schwertförmigen Blättern ähnelt der Bogenhanf den Sukkulenten, zählt aber zu den Spargelgewächsen. Im Volksmund wird er manchmal als «Schwiegermutterzunge» bezeichnet. Seine stacheligen, zungenähnlichen Blätter stehen für die bestimmten Frauen nachgesagte «scharfe Zunge».

Der Bogenhanf braucht viel Licht. Die öligen Blätter sorgen für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. 
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Der Bogenhanf ist leicht zu versorgen. Er sollte hell stehen und verträgt auch direkte Sonneneinstrahlung. Selbst trockene Luft macht den öligen Blättern des Bogenhanf nichts aus. Sie sorgen vielmehr für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit und verbessern das Raumklima.

9. Spathiphyllum: Das Einblatt und die Gerbera

Wem das alles zu viel grün, der bediene sich dieser beiden farbenfrohen natürlichen Luftfilter.

Das Einblatt stammt aus den tropischen Regenwäldern Kolumbiens und Venezuelas. So bescheiden sein Name, so prächtig seine Erscheinung. Die glänzenden grünen Blätter und weissen Blütensegel wirken anmutig und elegant. Theatralisch ist das Spathiphyllum allemal, ist die Erde zu trocken, hängen die Blätter zu Boden, richten sich aber kurz nach der Wassergabe  wieder auf. Als Gegenleistung für eine gute Pflege sorgt das Einblatt für frische Luft. 

Wem das nun alles zu eintönig ist, dem bieten das Einblatt und die Gerbera eine blütenprächtige Alternative.
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Gerbera ist der botanische, wie auch der deutsche Name. Die farbenfrohe Pflanze  leuchtet von hellem weiss über gelb, orange und pink und bringt Leben in Ihre vier Wände. Aber aufgepasst! Nur als Topfpflanze entfaltet die Gerbera ihre luftreinigende Wirkung, denn nur das Pflanzengrün filtert Schadstoffe und gibt Feuchtigkeit an das Raumklima zurück.

10. Kalanchoe und Impatiens: Flammendes Käthchen und Fleissiges Lieschen

Als sei ihr Name Programm, eignen sich diese beiden Pflanzen besonders gut für das Kinderzimmer. Beide sind für den Menschen absolut ungiftig, hübsch anzusehen und verfügen über luftreinigende Eigenschaften.

Diese beiden hübschen Frühlingsboten eignen sich besonders gut fürs Kinderzimmer: Fleissiges Lieschen (links im Bild) und flammendes Käthchen (rechts).
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Desweiteren Platz im Kinderzimmer finden die oben genannte Grünlilie, die Glockenblume oder das dekorative Zyperngras. 

Kleine Pflanzenkunde

Natürlich sind wir nich alle mit dem «grünen Daumen» gesegnet. Dennoch erfreuen begrünte Innenräume nicht nur das Raumklima sondern auch die Seele. In unserer Bildergalerie verraten wir Ihnen 8 Tipps, wie Sie Ihre Pflanzen zum gedeihen bringen.

Zimmerpflanzen sind nicht nur hübsch anzuschauen, sie verbessern nachweislich das Raumklima. 
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Härtetest aus dem Weltall

Wer ganz genau wissen will, welche Pflanze über welche luftverbessernden Merkmale verfügt, der wirft einen Blick in die Ende der 80er-Jahre veröffentlichte «NASA Clean-Air-Study» der US-Raumfahrtbehörde. Die Forschungsreihe liefert detaillierte Informationen zu den Schadstoff filternden Eigenschaften von knapp 30 Pflanzen und gibt gleichzeitig Hinweise auf ihre Toxizität.

Für ein optimales Raumklima empfiehlt die NASA übrigens mindestens eine Pflanze pro neun Quadratmeter, also ungefähr zwei Pflanzen pro Raum. Dabei gilt: Je grösser die Pflanze, desto grösser ihr luftreinigender Effekt. 


Die Schweizer Gartenmesse: Giardina

Als Schaufenster der Schweizer Gartenbranche hat sie die Gartengestaltung weit über die Landesgrenze hinaus geprägt: Vom 14. bis 18. März 2018 findet die Giardina in Zürich zum 20. Mal statt. Mittelpunkt der diesjährigen Ausstellung für das Leben im Garten: Die besten Gartengestalter der Schweiz zeigen, wie dank effizienter Raumnutzung, innovativer Gartengestaltung und durchdachter Einrichtung auf wenig Raum grosse Gärten entstehen.


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