«Es gibt Armut in der Schweiz, das wollen viele nicht wahrhaben»

Von Bruno Bötschi und Christian Thumshirn, Kreuzlingen

15.9.2021

«Es gibt Armut in der Schweiz, das wollen viele nicht wahrhaben»

«Es gibt Armut in der Schweiz, das wollen viele nicht wahrhaben»

Die Armut ist hierzulande kaum sichtbar. Aber es gibt sie. Betroffene haben oft das Gefühl, von einer ansteckenden Krankheit befallen zu sein. «blue News»-Redaktor Bruno Bötschi besuchte eine Abgabestelle der Lebensmittel-Hilfe Tischlein deck dich.

13.09.2021

Es ist einfach, die Armut in der Schweiz zu übersehen. Aber es gibt sie. Betroffene haben oft das Gefühl, von einer ansteckenden Krankheit befallen zu sein. Besuch bei einer Abgabestelle der Lebensmittel-Hilfe Tischlein deck dich.

Von Bruno Bötschi und Christian Thumshirn, Kreuzlingen

15.9.2021

Es ist weltbekannt: Die Schweiz ist das reichste Land der Welt.

Weniger bekannt ist: Gemäss Bundesamt für Statistik leben 735'000 Menschen in der Schweiz, also 8,7 Prozent der Bevölkerung, am oder unter dem Existenzminimum.

Die Armut ist hierzulande kaum sichtbar. Nirgendwo Verslumung. Darauf legen die Behörden wert. Wie viel Armut sich hinter den Kulissen in unserem Land verbirgt, wie nah manche am wenig bis nichts hier leben, wurde mit der Corona-Pandemie plötzlich sichtbar.

Woche für Woche standen Tausende stundenlang für Lebensmittel an, die von öffentlichen und privaten Institutionen verteilt werden. Die Lebensmittel-Hilfe Tischlein deck dich etwa rettet Esswaren vor der Vernichtung und gibt sie an armutsbetroffene Menschen weiter.

«blue News» hat die Abgabestelle in Kreuzlingen besucht, mit Kundinnen und Kunden über ihre Lebenssituation gesprochen und von Leiterin Monika Roell erfahren: «Es gibt Armut in der Schweiz, auch wenn das nach wie vor viele nicht wahrhaben wollen.»