Lea Lu, Sängerin: «Wir würden zu viel Calvados trinken»

Bruno Bötschi

21.11.2020 - 10:00

Sängerin Lea Lu aus Zürich bringt dieser Tage neue Musik heraus.
Bild: zVg

Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten? Bei welchem Song lassen Sie sofort alles stehen und liegen und stürmen die Tanzfläche? Heute stellen wir unsere Fragen Lea Lu.

Jeden Samstag stellt «blue News» einem bekannten Menschen aus Kultur, Sport, Wirtschaft und Politik 22 Fragen, um zu erfahren, was sie oder er am Wochenende tut oder lässt – und was der schönste Moment in den vergangenen sieben Tagen war.

Heutiger Gast ist Lea Lu. Die Sängerin bringt am 26. November ihre neue Single «We Have A Choice» heraus. Der Song ist sozusagen die musikalische Begleitung zum Buch «50 Jahre Frauenstimmrecht», das ebenfalls nächste Woche erscheinen wird.

1. Was bedeutet Wochenende für Sie – in einem Wort?

Arbeit.

2. Was war der schönste Moment in der vergangenen Woche?

Als ich mein fertiges Album, das in Paris gemischt und gemastert wurde, zurückgeschickt bekam. Wir haben das ganze Jahr täglich daran gearbeitet, pausenlos. Das Endresultat nun in den Händen zu halten, fühlt sich an wie Weihnachten!

3. Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit?

Wenn ich die Menschen damit schützen könnte, ja.

4. Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel?

Einkaufstag ist bei mir als Musikerin eher der Freitag oder Montag. Und auf dem Zettel steht dann: Reis-Mandelmilch, Bio-Früchte, Einkornmehl, Koriander, Gemüse. Wenn mein Vorrat aufgetrunken ist: Oolong-Tee von Shui Tang. Und freitags jeweils Nachtwächter-Käse von Rona auf dem Helvetiaplatzmarkt in Zürich.

5. Bei welcher Modedesignerin, bei welchem Modedesigner lassen Sie Ihr Geld?

Bei den Schweizer Brands Frenckenberger, Kazu Huggler und Julian Zigerli.

6. Mit wem würden Sie gern einmal zu Abend essen? Die Person darf auch bereits tot sein.

Mit dem verstorbenen Komponisten Erik Satie. Wir würden zu viel Calvados trinken in einem Café in Montmartre und über die nimmer endenden Fragen des Lebens und Kadenzen reden, bis tief hinein in die Nachtstunden.

7. Wer ist der beste James-Bond-Darsteller? Und warum?

Sean Connery. Stil ist Stil.

8. Welche TV-Serie schauen Sie gerade?

Mir wurde gerade bewusst, dass ich während des ganzen Jahres noch keine einzige Serie geschaut habe. Ich habe jeden Abend an meinem Album gearbeitet. Ich schaue fast keine TV-Serien, da es mich fertigmacht, süchtig danach zu sein. Ich kann damit nicht umgehen. Nun, da ich mein fertiges Album in den Händen halte, gönn ich mir einen Abtaucher und schaue ‹The Queens Gamit›. Eine Serie über eine starke, unabhängige Frau, die ihre eigenen Entscheidungen trifft.

Lea Lu hat kürzlich in Paris ihr neues Album eingespielt. Es soll im Frühling 2021 auf den Markt kommen.
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9. Welches Konzert haben Sie zuletzt besucht?

Paolo Fresu im Moods. Es war wunderschön. Nach wenigen Tönen des italienischen Jazztrompeters war ich in einer anderen Welt. Ich freue mich bereits auf sein nächstes Konzert.

10. Bei welchem Song lassen Sie sofort alles stehen und liegen und stürmen die Tanzfläche?

Für Slow Dance: ‹Ide Schwiiz› von Skor. Für Fast Dance: ‹Little Numbers› von Boy.

11. Wie lange bleiben Sie am Sonntag im Bett, nachdem Sie aufgewacht sind?

Etwa zehn Minuten. Wenn ich wach bin, bin ich wach. Sofort. Und beginne loszuplappern. Egal, ob es drei Uhr morgens ist oder Sonntag um neun.

12. Frühstück im Bett – ja oder nein?

Nein. Aber gern eine Tasse ‹Gushu Pu Er›-Tee. Das bündelt und holt die letzten Teile von mir zurück, die noch in den Träumen hängen geblieben sind.



13. Wann sind Sie zuletzt in ein Gotteshaus gegangen?

Letztes Jahr, als ich an einer Hochzeit gesungen habe.

14. Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten?

Meine Gitarre, mein Mikrofon und meinen Computer.

15. Gibt es ein Ritual, das Sie jeden Sonntag pflegen?

Nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen mache ich Atemübungen aus dem Kundalini Yoga. Egal, wo auf der Welt ich mich gerade auf einer Konzert-Tour befinde oder ob ich zu Hause bin.

16. Freiburger Fondue Moitié-Moitié oder Tessiner Risotto?

Moitié-Moitié.

17. Das beste Fortbewegungsmittel, das Sie je besessen haben?

Mein schwarzes Velo, das mir noch immer nicht geklaut wurde!

18. Locarno oder Lugano?

Locarno.

19. Wenn Sie das Wort Romandie hören: An was denken Sie?

An mein erstes Montreux Jazz Festival 2004, bei dem ich auftrat und ans letzte Montreux Jazz Festival 2019, bei dem mir Quincy Jones in einem kurzen Gespräch ein Geheimnis verriet. Und an die grossartige Galerie Laurent Marthaler Contemporary, in der einige meiner Bilder hängen. Und natürlich an Sonne, laute Gespräche und Lebensfreude.

20. Was tun Sie am Wochenende zu wenig?

Ausschlafen.

21. Welches hartnäckige Gerücht über Sie ist schlichtweg nicht wahr?

Dass wir Musiker*Innen immer ausschlafen und dabei unheimlich viel verdienen.

22. Ihr Lieblingswitz?

Was ist zur Hälfte grün und zur Hälfte blau und sitzt in der Wiese? Ein Frosch mit Jeans.

Lea Lu füllte den Fragebogen schriftlich aus.

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